Backfische, wurden es, ohne jede Verstellung, wenn siekeine Lust hatten, zur Kirche zu gehen.
Ich las UHistoire des Treibe unterwegs, mit gemischtenGefühlen wie immer bei der Berührung mit Balzac: ofthingerissen von seiner Großheit, oft irritiert durch reak-tionär gestimmte Gesellschaftskritik, katholisches Augen-verdrehen, romantische Sentimentalität und Blasebalg-Übertriebenheit. Wir machten einen Tag in Chicago haltzum Besuch unserer Lieben dort, und ich probierte beiihnen den Deutschland-Vortrag aus, der sich noch als zulang erwies. Ich überarbeitete ihn im Zuge nachWashing-ton zusammen mit Erika, die sich, wie noch so oft,als Künstlerin der Auslassung und Zusammenziehung,geschickte Dämpferin alles pedantischen Zuviels erwies.In der Hauptstadt, als Gäste wiederum des Hauses amCrescent Place, genossen wir schöne Ferientage. Die Le-sung in der Library, vor doppeltem Auditorium wie ge-wöhnlich, einem, zu dem ich persönlich sprach, undeinem, dem im Nachbarsaal ein Lautsprecher die Redeüberlieferte, nahm glücklichen Verlauf. MacLeish, ebenvon San Francisco zurück, führte mich ein. Sein Nach-folger im Amt des Staatsbibliothekars, Luther Evans,befürwortete die Verbreitung des Vortrags durch dasO.W.I. in Europa. Der Empfang im Meyer’schen Hausenachher führte uns wieder mit Francis Biddle, der, wennich nicht irre, als Attorney General schon zurückgetretenwar, und seiner Gattin zusammen; ferner mit dem klugenWalter Lippman, dem meine Ablehnung der Legendevom «guten» und «bösen» Deutschland, meine Erklä-rung, daß das böse zugleich auch das gute sei, das guteauf Irrwegen und im Untergang, sehr zugesagt hatte.
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