das «Bewußtsein falschen Schreibens», etwas von dem Im-petus des ersten Anlaufs zurückgewonnen. Lag es daran,daß «meine Jahreszeit», der Mai und Juni, die Zeit meinerGeburt, da war, wo meine Lebenskräfte zu wachsen pfle-gen ? Das XVI. Kapitel mit Adrians Brief aus Leipzig, derNietzsches Kölner Bordell-Abenteuer «montiert», und dasXVII., die Analyse dieses Briefes durch den sorgendenEmpfänger, folgten rasch aufeinander. Ich hatte michdem hemmenden Motiv-Geschling der expositioneilenTeile des Buches entwunden und sah offene Handlungvor mir, konnte die schmerzliche Liebesgeschichte mitdem giftigen Schmetterling erzählen, die h e a e es-Chiffreeinprägen, die Ärzte-Groteske mit der wunderlichen Un-bestimmtheit vortragen, auf die ich mir durch vieles längstzu verstehen Gegebene ein Recht gesichert hatte. Am6. Juni, meinem 69. Geburtstag, rief morgens, bevor ichnoch einen Blick in die Blätter getan, aus WashingtonAgnes Meyer mich an, um mit ihrem Glückwunsch dieNachricht zu verbinden, daß die Invasion Frankreichsin der Normandie begonnen habe. Sie war im Besitz direk-ter und befriedigender Nachrichten aus dem Kriegsmini-sterium. Die Bewegung war groß, und zurückblickendauf die Abenteuer dieser elf Jahre ließ ich es mir nichtnehmen, eine sinnvolle Fügung, eine der «Stimmigkeiten»meines Lebens darin zu sehen, daß das ersehnte, kaum fürmöglich gehaltene Ereignis auf diesen Tag, meinen Tag,fiel. Natürlich stand der Gedanke daran, die Sorge umeinen glücklichen Fortgang der Aktion im Hintergrundaller festlichen Freundlichkeiten, die der Tag mir brachte.Der Landung galt alles Gespräch mit Besuchern. DasTelephon stand nicht still. Und es will etwas heißen, daß
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