über Musik «Soiree beiWerfels mit Stravinsky, überSchönberg.» — «Buffet-Dinner bei Schönberg zur Feierseines 69. Geburtstags. Zahlreiche Gäste. Zu Tische mitGustav Arlt, Klemperer, Frau Heims-Reinhardt. LängereZeit mit Klemperer und Schönberg. Sprach zu viel...»Zu jener Zeit sandte Schönberg mir seine Harmonielehre,dazu das Libretto seines Oratoriums Hie Jakobsleiter, des-sen religiöse Poesie ich unausgegoren fand. Desto stärkerzog mich sein einzigartiges Lehrbuch an, dessen pädagogi-sche Haltung ein Schein-Konservativismus: die seltsamsteMischung von Traditionsfrömmigkeit und Revolution ist.Es warauch damals,daß Verkehr und Austausch mitArthurRubinstein und seinemHause sich anbahnten. Dem Daseindieses glückhaften Virtuosen zuzuschauen, hatte und hateinfach etwas Erquickendes für mich. Ein umjubeltesund umworbenes Talent, das mit Schwierigkeiten nurspielt, eine blühende Häuslichkeit, unerschütterlicheGesundheit, Geld nach Belieben, die geistig-sinnlicheFreude an seinen Sammlungen, kostbaren Büchern undBildern — alles kommt zusammen, ihn zu einem der glück-lichsten Menschen zu machen, denen ich begegnet bin.Er beherrscht sechs Sprachen, — wenn es nicht mehr sind.Durch sein weltbuntes, von den komischsten Charakter-Kopien durchzogenes Gespräch glänzt er im Salon,wie er auf den Podien aller Länder glänzt durch seineenorme Kunstfertigkeit. Er leugnet sein Wohlsein nichtund kennt gewiß seinen Wert. Aber ich habe mir als cha-rakteristisch aufgeschrieben, wie der natürliche gegensei-tige Respekt für das «andere» zwischen uns dialogischwurde. Einmal, als er und seine Frau mit Stravinskys undein paar weiteren Gästen den Abend bei uns verbracht
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