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Die Entstehung des Doktor Faustus : Roman eines Romans
Entstehung
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Musik nahe gewohnt, unendliche Anregung und künst-lerische Belehrung von ihr empfangen, als Erzähler ihrePraktiken geübt, als kritisch Versuchender ihre Gebildebeschrieben, so daß ein Prominenter der Gilde, ErnstToch, im Hinblick auf mein «Musizieren» einmal vonder «aufgehobenen Grenze zwischen Musik als zünfti-gem und als universellem Element» hatte sprechen kön-nen. Das Schlimme war, daß diesmal das «Universelle»nicht ausreichte, ja daß es nahezu mit dem Pfuscherhaft-Dilettantischen zusammenfiel. Das Zünftige war gefor-dert. Nichts läppischer, in einem Künstler-Roman, alsKunst, Genie, Werk nur zu behaupten, nur anzupreisen,von ihren seelischen Wirkungen nur zu schwärmen. Hiergalt es Realisierung, galt Exaktheitnichts war mir kla-rer. «Ich werde Musik studieren müssen», sagte ich zumeinem Bruder, als ich ihm von meinem Vorhaben er-zählte. Und dabei gesteht das Tagebuch: «Technische mu-sikalische Studien schrecken und langweilen mich.» Dasheißt nicht, daß es mir an Eifer fehlte und Fleiß, indie musikalische Fach-, Lebens- und Produktionssphärelesend und forschend einzudringen, so gut wie ich etwabeim Dienst am Joseph in die Welt des Orientalismus, desUrreligiösenund des Mythos eingedrungen war. Ich könn-te einen kleinen Katalog von Büchern aufstellen, engli-schen und deutschen, gewiß zwei Dutzend, über Musikund Musiker, die ich «mit dem Bleistift» studierte, so an-gelegentlich und wachsam, wie man nur zu produktivemZweck, um eines Werkes willen, liest. Aber eigentlichesMusik-Studium war all diese Kontaktnahme nicht, sieschützte mich wenig vor der Bloßstellung meiner Unwis-senheit im Exakten, und das Lebenswerk eines bedeuten-

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