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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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mußte. Sie arrangierte Abschiedsscenen. Sie ließdas Comptoir-Personal heraufkommen, damit esseinem Chef ein letztes Lebewohl sage. Und dannmußten die Speicherarbeiter kommen. Sie schobensich auf ihren kolossalen Füßen über das Parket,zogen mit ungeheurer Biederkeit ihre Mundwinkelabwärts und verbreiteten einen Geruch von Brannt-wein, Kautabak und körperlicher Arbeit. Sie sahensich die prunkhafte Aufbahrung an, indem sie ihreMützen drehten, wunderten sich zuerst und lang-weilten sich dann, bis einer den Mut hatte, wiederaufzubrechen, worauf ihm schlürfend die ganze Scharauf den Fersen folgte. . . Frau Permaneder warentzückt. Sie behauptete, Mehreren seien die Thrä-nen in die harten Bärte geronnen. Das war ein-fach nicht wahr. Dergleichen war nicht vorgekommen.Aber wenn sie es doch so gesehen hatte und wennes sie glücklich machte?

Und der Tag der Beisetzung kam heran. DerMetallsarg war luftdicht verschlossen und mit Blumenbedeckt, die Kerzen auf den Armleuchtern brannten,das Haus füllte sich mit Menschen, und umgebenvon den Leidtragenden, den einheimischen und aus-wärtigen, stand in aufrechter Majestät Pastor Prings-heim zu Häupten des Sarges, indem er seinen aus-drucksvollen Kopf auf der breiten Halskrause ruhenließ, wie auf einem Teller.

Ein hochgeschulter Lohndiener, ein behendes Mit-telding zwischen Aufwärter und Festordner, hattedie äußere Leitung der Feierlichkeit übernommen.