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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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aber Herr Gosch hielt mit zischender, gepreßter undverbissener Stimme, verzerrten Lippen und grauen-erregenden Gesten einen Vortrag über das erdrückendeRisiko, das er übernähme, eine Explikation, die inihrer lebensvollen Eindringlichkeit beinahe ein Ge-dicht zu nennen war... Ha! Wann, an wen,für wieviel er dieses Haus wohl wieder würde ab-setzen können? Wie oft im Rollen der Jahrhundertedenn eine Nachfrage nach einem solchen Grundstücklaut würde? Ob sein hochverehrter Freund undGönner ihm etwa versprechen könne, daß morgen mitdem Zuge von Büchen ein Nabob aus Indien ein-treffen werde, um sich im Buddenbrookschen Hauseeinznrichten? Er —- Sigismund Gosch — werde da-mit sitzen bleiben. . . damit sitzen bleiben werdeer, und dann sei er ein geschlagener, ein endgültigvernichteter Mensch, der nicht mehr die Zeit habenwerde, sich zu erheben, denn seine Uhr sei abgelaufen,sein Grab sei geschaufelt, geschaufelt sei es . . . Undda diese Wendung ihn fesselte, so fügte er noch etwasvon schlotternden Lemuren und dumpf auf den Sarg-deckel fallenden Erdschollen hinzu.

Dennoch gab der Senator sich nicht zufrieden.Er sprach über die vortreffliche Teilbarkeit des Grund-stückes, betonte die Verantwortung, die er seinenGeschwistern gegenüber trage, und beharrte bei demPreise von 30000 Thaler Courant, um dann aufsNeue mit einem Gemisch von Nervosität und Wohl-gefallen eine wohlpointierte Entgegnung des HerrnGosch anzuhören. Das dauerte wohl zwei Stunden