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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Ja, es stand schlecht um ihren Magen in dieserZeit; an den Donnerstagen konnte die gesamte Fa-milie die Verschlimmerung beobachten. Wie mandie Klippe zu vermeiden suchte das Gesprächstrandete an dem Prozeß Hugo Weinschenks, FrauPermaneder selbst führte es unwiderstehlich daraufzu; und dann begann sie, zu fragen, Gott und alleWelt furchtbar erregt um Antwort anzugehen, wiees möglich sei, daß Staatsanwalt Moritz Hagen-ström nachts ruhig schlafen könne! Sie begriff esnicht, sie würde es niemals fassen. . . und dabeiwuchs ihre Aufregung bei jedem Worte.Ich danke,ich esse nichts," sagte sie und schob Alles von sich,indem sie die Schultern erhob, den Kopf zurücklegteund sich einsam auf die Höhe ihrer Entrüstung zurück-zog, um nichts als Bier zu sich zu nehmen, kaltes,bayerisches Bier, das sie seit der Zeit ihrer Münche-ner Ehe zu trinken gewöhnt war, in ihren leerenMagen hinabzugießen, dessen Nerven in Aufruhrwaren, und der sich bitter rächte. Denn gegen Endeder Mahlzeit mußte sie sich erheben, in den Gartenoder den Hof hinuntergehen und dort, gestützt aufJda Jungmann oder Rieckchen Severin, die fürch-terlichsten Übelkeiten erdulden. Ihr Magen entledigtesich seines Inhaltes und fuhr daun fort, sich qual-voll zusammenzuziehen, um in diesem Krampfzu-stande minutenlang zu verharren; unfähig, nochetwas von sich zu geben, würgte und litt sie so langeZeit. . .

Es war etwa 3 Uhr nachmittags, ein windiger,