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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
Seite
82
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und eines Tages, als sie unversehens mit der Kon-sulin Julchen Möllendorpf geb. Hagenström auf derStraße zusammentraf, blickte sie ihr mit einem sotriumphierenden und herausfordernden Ausdruck insGesicht, daß Frau Möllendorpf sich dazu verstand,zuerst zu grüßen. . . Stolz und Freude wurdenin ihrer Miene und Haltung zur ernsten Feierlich-keit, wenn sie die Verwandten, die kamen, das neueHeim zu besichtigen, darin umherführte, währendErika Weinschenk selbst fast ebenfalls wie ein be-wundernder Gast dabei erschien.

Tie Schleppe ihres Schlafrockes hinter sich her-ziehend, die Schultern ein wenig emporgezogen, denKopf zurückgelehnt und am Arme den mit Atlas-schleifen besetzten Schlüsselkorb sie schwärmte fürAtlasschleifen zeigte Frau Antonie den Be-suchern die Möbel, die Portieren, das durchsichtigePorzellan, das blitzende Silberzeug, die großen Öl-gemälde, die der Direktor angeschafft hatte: lauterStillleben von Eßwaren und unbekleidete Frauen-gestalten, denn dies war Hugo Weinschenks Geschmack und ihre Bewegungen schienen zu sagen: Seht,dahin habe ich es noch einmal gebracht im Leben.Es ist fast so vornehm wie bei Grünlich und sicherlichvornehmer, als bei Permaneder! >

Die alte Konsulin kam, in grau und schwarzgestreifter Seide, einen diskreten Patschuliduft umsich verbreitend, ließ ihre Hellen Augen geruhig überalles hiugleiten und legte, ohne laute Bewunderungzu äußern, eine anerkennende Befriedigung an den