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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
Entstehung
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Im Spätherbst und Winter kehren die Truppensiegreich zurück, werden wiederum einquartiert undziehen unter den Hochrufen der aufatmenden Bürgernach Hause. Friede. Ter kurze, ereignisschwan-gere Friede von fünfundsechzig.

Und zwischen zwei Kriegen, unberührt und ruhe-voll in den Falten seines Schürzenkleidchens unddem Gelock seines weichen Haares, spielt der kleineJohann im Garten am Springbrunnen oder aufdemAltan", der eigens für ihn durch eine kleineSäulenestrade vom Vorplatz der zweiten Etage ab-getrennt ist, die Spiele seiner 4^/» Jahre . . . DieseSpiele, deren Tiefsinn und Reiz kein Erwachsenermehr zu verstehen vermag, und zu denen nichtsweiter nötig ist, als drei Kieselsteine oder ein StückHolz, das vielleicht eine Löwenzahnblüte als Helmträgt: vor allem aber die reine, starke, inbrünstige,keusche, noch unverstörte und uneingeschüchtertePhantasie jenes glückseligen Alters, wo das Lebensich noch scheut, uns anzntasten, wo noch wederPflicht noch Schuld Hand an uns zu legen wagt,wo wir sehen, hören, lachen, staunen und träumendürfen, ohne daß noch die Welt Dienste von unsverlangt... wo die Ungeduld derer, die wir dochlieben möchten, uns noch nicht nach Anzeichen understen Beweisen quält, daß wir diese Dienste mitTüchtigkeit werden leisten können. . . Ach, nichtlange mehr, und mit plumper Übermacht wird allesüber uns herfallen, um uns zu vergewaltigen, zuexerzieren, zu strecken, zu kürzen, zu verderben. . .