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2 (1901) Buddenbrooks : Verfall einer Familie ; Roman
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Nie hätte ich gedacht, daß du mich so zu kränkenvermöchtest!"

Nie hätte ich gedacht, daß du mir so rücksichts-los ins Gesicht zu schlagen vermöchtest. . .!"

Tom! . . . Aber Tom!" ließ sich Frau Per-maneders verängstigte Stimme vernehmen. Sie saß,die Hände ringend, am Fenster des Landschafts-zimmers, während ihr Bruder mit furchtbar er-regten Schritten den Raum durchmaß und die Kon-sulin, aufgelöst in Zorn und Schmerz, auf dem Sofasaß, indem sie sich mit einer Hand auf das Polsterstützte und die andere bei einem heftigen Wort aufdie Tischplatte niederfallen ließ. Alle drei trugenTrauer um Clara, die nicht mehr auf Erden weilte,und alle drei waren bleich und außer sich. . .

Was ging vor? Etwas Entsetzliches, Grauen-erregendes, etwas, was den Beteiligten selbst alsmonströs und unglaublich erschien: Ein Streit, eineerbitterte Auseinandersetzung zwischen Mutter undSohn!

Es war im August, an einem schwülen Nach-mittage. Zehn Tage schon, nachdem der Senatorseiner Mutter mit aller Vorsicht die beiden Briefevon Sievert und Clara Tiburtius überreicht hatte,war ihm die schwere Aufgabe geworden, die alteDame mit der Todesnachricht zu treffen. Dannwar er zum Begräbnis nach Riga gereist, war zu-sammen mit seinem Schwager Tiburtius zurückge-kehrt, der einige Tage bei der Familie seiner ent-