Schutt zusammen, und über geräumigen Kellern er-wuchs, während der Winter hereinbrach und wiederan Kraft verlor, Thomas Buddenbrooks neues Haus.Kein Gesprächsstoff in der Stadt, der anziehendergewesen wäre! Es wurde tip-top, es wurde dasschönste Wohnhaus weit und breit! Gab es etwain Hamburg schönere? . . . Mußte aber auch ver-zweifelt teuer sein, und der alte Konsul hätte solcheSprünge sicherlich nicht gemacht . . . Die Nachbarn,die Bürgersleute in den Giebelhäusern, lagen inden Fenstern, sahen den Arbeiten der Männer aufden Gerüsten zu, freuten sich, wie der Bau empor-stieg, und suchten den Zeitpunkt des Richtfestes zubestimmen.
Es kam heran, und ward mit allen Umständlich-keiten begangen. Droben auf dem flachen Dachehielt ein alter Maurerpolier eine Rede, an derenEnde er eine Champagnerslasche über seine Schulterschleuderte, während zwischen den Fahnen die groß-mächtige Richtkrone aus Rosen, grünem Laub undbunten Bändern schwerfällig im Winde schwankte.Dann aber ward in einem nahen Wirtshause densämtlichen Arbeitern an langen Tischen ein Fest-mahl mit Bier, belegtem Butterbrot und Cigarrengegeben, und mit seiner Gattin und seinem kleinenSohne, den Madame Decho auf dem Arme trug,schritt Senator Buddenbrook in dem niedrigen Raumezwischen den Reihen der Tafelnden hindurch undnahm dankend die Hochrufe entgegen, die man ihmdarbrachte.
Mann, Buddenbrooks. II.
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