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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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berufen und bestellt worden, ver-ehelichte er sich mit meiner ältestenSchwester Sabine Christiana Göringen am27. Febr. 1754, zu welchem Hochzeits-tage ich und mein Bruder in einem ge-druckten Gedicht Glück wünschten. An.1756 wurde er durch eine Köngl. Cabinets-Ordre aller dagegen gemachten Intriguenohnerachtet, als Pastor der Gemeinde zuCamern und Wulkow bey Sandow imMagdeburgischen gesetzt, und lebet nochdaselbst, wiewohl ohne eheleibliche Kin-der; Jedoch war nachher hier ein Zu-fluchtsort, für uns. 1. Mutter und dieSchwestern, sonderlich für die Mundt-schen Kinder; weshalb ich und mein Bru-der von Zeit zu Zeit baare sowohl alsandere Beyhülffen an H. Koehnsen ge-than haben, ja haben thun müssen, ß) Lud-wig Koehnsen mußte sich in seiner Ju-gend durch Dienste bey anderen durch-zubringen suchen. Und ob er gleich nichtstudiret, hat er's doch so weit gebracht,daß er Secretär bey vornehmen Herrschaf-ten werden konnte, wie er denn ann. 1748bei meinem Daseyn in Berlin, aus denDiensten des Pohlnischen Fürsten Radci-vil kam, dessen deutsche Correspondenceer hatte führen müßen. Nachher wurdeer Actuarius auf dem Königl. Amte Alt-Ruppin; jetzt aber steht er als erster Bür-germeister zu Oranienburg in der Mittel-Mark, in recht glücklichen und gesegnetenUmständen, b) circa 1730 verehelichte sichdiese Frau Tante und Wittwe Koehnsenmit dem wohlverdienten Prediger und Ar-chidiaconus Hr. Paltzow in Neu-Ruppin;mit welchem sie eine Tochter NamensLouisa erzeuget. Aber sie wurde nachherbald zur Wittwe und starb auch bald dar-auf. Die hinterbliebene Tochter wurdenach Löbejün genommen und verpfleget;bis sie nach dem Tode der Großmutter indas Prediger-Wittwenhaus zu Ruppin auf-genommen und ihr manche Pensionen zu

Theil wurden, woselbst sie denn nacheinigen Jahren gestorben. Sie war vonKindesbeinen an, an der einen Hüfte lahm,aber geschickt in weiblichen Arbeiten undverdiente sich damit ihr reichliches Aus-kommen.

Zweyter Theil in welchem die Füh-rungen Gottes in meinem Leben selbstangemerket sind.

Erster Abschnitt von den Geburts-und Kindheits-Jahren: So erhaben undköstlich die Gedanken eines Davids vorGott waren, die er in Psalm 139, 1417entdecket: so sind und bleiben sie es auchmir, wenn ich an die unvergeßlichen Tagemeiner Geburth gedenke. Es war solchesder 25. des Monats Maij 1725, an wel-chem ich das Licht der Welt erblickethabe. Das erste wars freylich, daß ichdieser Welt entgegen weynte; doch prei-seten meine lieben Eltern den Herrn desLebens, daß ich gesund und ohne leib-lich sichtbare Gebrechen geboren war;ja sie freuten sich mit ihren Freunden,daß ich als ihr zweites Kind ihr erst-gebohrener Sohn war. Aber mein Gott!Leben und Wohltat hast du ja an mirgethan, und dein Aufsehn meinen Odembewahret. Jedoch die leibliche Geburtmag in dieser Welt so glücklich sein undscheinen als sie wolle, so sind wir Men-schen von Natur nichts als Kinder desZornes vor Gott; denn wir sind in Sün-den empfangen und gebohren. Meine lie-ben Eltern eylten daher mit mir zu demBade der heil. Taufe, welche ich den Tagnach meiner Geburt, (nach d. Kirchen-buch 29. V. Paten Nr. 2, sodann DiaconEmanuel Dietrich Kohnsen in Cottbus undFrau Hauptmann v. Cölns in Magde-burg) durch den damaligen Diakon Hrn.Hertzog zu Löbejün empfing, und dabeimeinen mir ehrwürdig bleibenden Tauf-nahmen Carl Dietrich, den ersten von mei-nem 1. Vater, und den anderen von einem