404
Lausnitz stand, auf Köngl. Ordre alsKriegs- und Steuer-Rath, auch Commis-sarius loci, der Städte in der GrafschaftMark südwärts der Ruhr. An. 1754 aberals Kriegs- und Domainen-Rath bey derClev. Maerckischen Kammer gesetzet,weshalb er zu Hagen wohnet und dasDepartement über die Factoreyen in derGrafschaft Marek hat. — Er hat übrigensunserm Hause mancherlei Gutes gethan,vielleicht aus gutem Andenken; da umseinetwillen meine Eltern einsmals allepraetiosa versetzt und ihm ausgeholfen,ob er gleich eine vorgegebene und reich-lich empfangene Erbschaft aus Pommern,meinem Papa mit 10 Rth. abgekauft; auchvormals die Frau Koehnsen meiner MamaSchwester heyrathen wollen. Hernachaber als Kriegsrath hat er sich verehelichetmit N. N. Willemssen, eines Weinhänd-lers Tochter zu Wesel, deren Bruder ebendie Handlung daselbst fortgesetzet, undhernach nach erfolgtem Ableben derEltern Vormund der beyden hinterlasse-nen Kinder gewesen ist, nehmlich desSohnes a) C. H. Göring, Assessor desLand-Gerichts zu Wesel, anno 1771 miteiner Demoiselle Lüps verhelichet, b) undder Tochter .... Göringen. 3. Hr. Sa-muel Ludwig der 4. Sohn u. 6. Kind mei-nes Großvaters; ich habe selbigen kennengelernt an. 1751, da er als Feldscherr beyBredowischen, jetzt Driesenschen Caval-lerie-Regiment gestanden und von seinergeführten Ehe mit N. N. Beyern 12 Kin-der erzeuget hatte; wovon noch lebet:a) eine Tochter, b) Einen Sohn, welcherauch Feldscherr beym Driesenschen Re-giment und aus seiner doppelten Ehe,nachdem er sich zu Calbe in der Altmarkgesetzet, a) mit N. N. Wassern, eines säch-sischen Regiments-Feldscherrers Tochter,noch eine Tochter am Leben; b) mit N.N.Caritaen aber anno 1755 einen Sohn er-zielet hat. 4. Martin Heinrich, soll zu
Schiffe gegangen sein und sich nirgends-wo mehr haben finden und sehn lassen.5. Ernst Bogislaus, das jüngste Kind undSohn meines Großvaters ist zu Löbejünerzogen und hat mein Papa ihm die Kauf-mannschaft zu Berlin lernen lassen, erhat darauf zu Breslau in Condition ge-standen und viele Reisen in Polen, Un-garn, Holland etc. gethan; auf einer derletzen Reisen kam er an. 1744 nach Löbe-jün, nahm von dem ältesten Bruder, daderselbe als Kriegsrath nach Cleve zurück-ging, sein Gelde 1000 Rth., wollte sichin Cöthen etablieren, ging aber fort überLeipzig in alle Welt und soll zu Breslauals Buchhalter stehn, oder laut anderenNachrichten als Cämmerey-Controlleurdaselbst, wo er auch geheirathet und eineTochter nachgelassen.
B. Des Vaters Schwestern sind:
I. Frau Anna Maria Grantzowen, geb.Göring das 3. Kind ihres Vaters. Einekluge und durch Erfahrung und Wirtschaftgeübte Frau, war verehelicht an Hm. Ni-colaus Grantzow, damaligen Goldschmidtund nachherigen Raths-Cämmerer zuWittstock, besage eines Glückwunschesvom Ehesieg, so mein Papa damals alsConrector zu Wittstock an. 1719 gethanhat. Aus solcher Ehe hat sie gesehen:a) Eine Tochter N. N. Grantzowen, welchean einen Prediger auf dem Lande, namensPrielen zu Königsberg ohnweit Havelbergverheyrathet worden. Von welcher dieFrau Grantzow schon an. 1748 vier Enkeloder Enkelinnen gesehn hat. b) EineTochter, welche eine lange Zeit ganz con-tract gewesen, c) Noch eine Tochter, diejüngste ist verehelicht gewesen an Hr.
J. A. Buchholtz, welcher der 7. von 9Söhnen seines Hm. Vaters eines Predi-gers zu N. gewesen, (von welchen 9 Söh-nen der 3. seinen Hrn. Vater adjungiret,der älteste aber als damahls Leutnant vonder Armee bey der Königl. Guarde, jetzt