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1 (1911) Vorarbeit zu einer Geschichte unserer Sippe : Als Ms. gedr. [Hauptw.].
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in das Schlüterisch-Hertzogische Leichen-Gewölbe beigesetzet wurde, wurde ihmvon dem Hrn. Diacono Streubel eine Ge-dächtnißrede gehalten über den Spruchaus Nehemia, welchen es oft zu lallenpflegte: Gedenke meiner mein Gott imbeßten allezeit, Amen!

VII. Ein Bruder Friedrich Chri-stian zu Löbejün, geb. 26. III. 1736.(O 29. III. Paten: Herr Friedrich Sigis-mund von Krosigk zu Merbitz, Herr Reg.-Quart.-Mstr. Göring, Frau ArchidiakonAnna Elisabeth Palzow geb. Buntebart.1. Er frequentirte die Stadtschule zu Löbe-jün aber mit schlechtem Succes; wurdeauch durch mancherlei häußliche Hinder-nde von Fleiß und Sitte abgehalten, undwar eigentlich die Chyrurgie zu lernenbestimmt. In seinem 11. Jahre also an.1747 nahm ich ihn mit nach Halle, undschrieb nach Hause, daß ich ihm die Bene-ficia d. W.-H. daselbst ausgemacht under die lat. Schule daselbst zu frequentirenLust habe. Die Eltern schickten demnachBetten, Bücher und Wäsche nach, obgleichder Papa viele Schwierigkeiten der Kostenwegen machte. 2. Jedoch dieser mein ein-ziger 1. Bruder war zu einem höherenPosten bestimmt. Er nahm auf dem W.H.vorlieb und solange ich in Halle war,unterstützte ich ihn nach aller Möglich-keit. Von Vllma latina avancirte er allehalbe Jahre in den Classen als einer derBeßten fort, ausser daß er an 1750 wegeneines Schadens an der Hand nach Hausegehen und beinahe D /2 Jahr zubringenmußte, eh er geheilet worden, und wie-der nach Halle gehn konnte. 3. Anno1754, nachdem er von der Schule des W.H.öffentlich mit einer deutschen Ode vale-dicirte, bezog er die Universität und hörteMeyer in Exicis, Stibritz in Sprache undBaumgarten in theologicis. Er pre-digte zu Weihnacht desselbigen Jahres,daß ihn noch der Papa daselbst hörte,

aber als dieser im Febr. 1755 starb, schienmein Bruder zu seinem Fortkommen vie-les verloren zu haben, Gott aber half ihmdurch mit Beihilfe des Stadtstipendii ausLöbejün, und mit den Magdeburgsch. Pro-vincial Freitisch, an welchen ihn der H.Abt Steinmez sogleich mit einer Stelle pro-vidirte; auch ich gab ihm von Aschers-leben aus neue Kleidung, Wäsche undGeld, besonders zu der öffentlich unterMag. Oesfeldt gehaltenen Disputation deautochiria Catonis. 4. Als ich 1757 nachAcken befördert wurde, that ich undmeine 1. Schwieger Eltern noch ein meh-reres mit baaren Vorschüßen zu diesesBruders Fortkommen; Ob er nun gleichmancherlei Vorschläge hatte, besondersvon dem Seel. D. Baumgarten, daß erin dessen Haus ziehn und Lehrer undFührer seines blöd- ja schwach-sinnigenSohnes werden sollte; so nahm doch meinBruder auf meinen Rath und auf Vor-schlag des Hrn. Insp. Langens zu Laub-lingen lieber die Informator-Stelle in demHause des II. Reg.-Praesidenten zu Hal-berstadt Hrn. Heyligenstaedt 1757 zuOstern an, welchem Patrone er viel zudanken hatte. Dann: 5. Anno 1759wurdeer Conrector an der Martins Schule zuHalberstadt, womit zugleich die PredigerStelle an der heil. Geist Kirche daselbstverbunden ist. Und als nach geendigtemKriege sogleich der Feldprediger Bien-roth beim Regt, des General-Lieutenantsvon Hülsen in Halberstadt verstorben,wurde mein Bruder zum Feldprediger wie-der berufen, und mußte auf Befehl undKosten seines Chefs, seine anno 1763.D. III. Trinitatis gehaltene Anzugspredigtüber 2 Cor. V. 20 in Druck geben. Alsauch der General L. v. Hülsen als Gou-verneur nach Berlin geholt wurde, brachteer es dahin, daß mein Bruder anno 1764zum dritten Prediger an der St. PetriKirche zu Berlin gestellt wurde, und er