ist die Göringische Familie, zu welcherich gehöre, eigentlich aus Engelland ent-sprossen, und hat sich nachher in Pom-mern festgesetzet und ausgebreitet; esmüße denn der in Joechers Lexico, gemel-dete Göring in Thüringen einerlei Vor-eltern mit den meinigen gehabt haben,und folglich meine Urväter so genannteSachsen gewesen sein.
Jedoch ist gewiß und wenigstens ausväterlicher Überlieferung soviel bekannt,daß nämlich der:
I. und also mein UrOberaelter Vater,N. N. Göring, aus Engelland mit einemHertzog oder Fürst v. Croye nach Stolpegekommen und bei demselben als gehei-mer Secretair in Diensten gestanden hat.Dessen Sohn, und folgends
II. mein Oberälter Vater, N. N. Gö-ring, ist Prediger zu Barzewitz, einemDorf in Hinterpommern gewesen und hatnoch plattdeutsch gepredigt. Seite 47 u. 48Nr. II.
III. der Aelter Vater, und zwar dererste auf väterlicher Seite ist gewesen:1. N. N. Göring, ein Bürger in Schla(ge)(später verbessert we), 2. dessen Ehefrauaber als meine Aelter Mutter ist darummerkwürdig, weil sie eine geborene Boyengewesen, eine Halbschwester derjenigenFrau Elisabeth Boyen, welche mit HerrnPhilippo Palovis Archiacono zu St. Nicolaiin alt Stettin und rühmlichen Stifter einesdaselbst gestifteten Familien Stipendii, ver-ehelicht gewesen, aus [welchem Grundemeine Familie ein eigentliches Recht angedachtem Stipendio hat, wovon Theil I.Seite 48 ein mehreres zu finden ist.
IIII. Mein Groß Vater hat geheißenMichael Göring 1. daß an Umstände be-treffend, so ist er Amtmann in Rügen-walde vermuthlich sowohl noch zu Bo-gislai XIV. Herzogs in Pommern, als auchzu Friedrichs I. Königs in Preussen Zeitengewesen, von dem letzteren hat er durch
ein allergnädigstes Handschreiben, einensogenannten Bruch geschenkt bekommen,welchen er mit vielen Kosten uhrbar ge-macht, auch ein schönes Haus danebenaufgebauet. Als aber König Fr. Wilh. zurRegierung kommen, hat der damaligePraesident der pommerschen Kriegs- undDomainenkammer v. Osten bei dem Be-such meines Großvaters sich obgedachtenSchenkungsbrief zeigen lassen, aber den-selben, man weiß selbst nicht wie, weg-genommen, so daß darauf mein GroßvaterHaus und Hof räumen, und mit Frau und10 Kindern leer ausgehn müssen. Worüberer dann aus Gram und Verdruß bald ge-storben ist.
2. Meine Großmutter hat geheißenAnna Judith Schünemann, eine frommechristliche Frau, welche bey dem Ablebendes seel. Großvaters sich mit denen un-versorgten Kindern kümmerlich durchhel-fen müßen, auch nachher, nachdem Gotteinige versorget, bei ein und anderen sichaufgehalten hat. Wie sie dann 1722 nachFoebejün gekommen, und meines VatersHauswesen beßtens einrichten helfen, bissie nach seiner Verheiratung wieder nachCöslin gezogen und endlich daselbst ge-storben ist. Ihr Vater, also a) mein zwei-ter Aelter Vater ist gewesen N. N. Schüne-mann, regierender Bürgermeister undFandkreyseinnehmer zu Cöslin, von wel-chem man weiß, daß er Hertzog Bo-gislaw viel Geld geliehen, aber nichts wie-derbekommen. Deßen Vater als b) meinzweiter Ober Älter Vater N. N. Schüne-mann ist Prediger zu Coeslin gewesenund c) der zweite UroberälterVater N. N.Schünemann ist aus Capup in Frankreichals Apotheker nach Cöslin gekommen.
V. Aus diesen Vor- und Groß Elternist denn mein Vater Carl Friedrich Göringentsproßen und hergekommen, wie ausder Geschlechtslinie auf folgender Seitezu sehen ist: