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lieb Schubert. Ich genoß mit demselben2 Jahre daselbst guten Unterricht, sah undhörte auch in seinem Umgänge an undvon ihm viel Gutes. Es gefiel aber Gott,denselben nach einer kurtzen Krankheitdie gewünschte Seligkeit ererben zu las-sen. Da nun ebendamals der allgemeineBußtag einfiel, und die gewöhnliche Vor-bereitung dazu von Ihro Hochwürden d.Hrn. Dr. Knapp gehalten wurde: so stelltederselbe der Gesammten Jugendt der lat.Schule das erbauliche Vorbild dieses un-seres Mitschülers vor, und las zugleich ver-schiedene Stücke aus dessen geführtenTagebuch her. Diese gehaltene Ermah-nungsrede wurde auch nachher, nebst demgemeldeten Tagebuche des seel. Schubertsin Druck herausgegeben, und in den dasi-gen Schulen zur Adventszeit ausgetheilt.Dies gestiftete und erneuerte Andenkendes seeligen Schuberts, gab mir denn einenso tiefen Eindruck, daß ich schlüßig wurde,mir sein schönes Vorbild zur Aufweckungund gesegneten Nachfolge dienen zu las-sen, ob ich wohl nicht im Stande bin, diesVerzeichniß meiner Umstände in meinenLebensjahren so abzufassen, wie er ge-konnt. Indeß so ist und bleibt doch dasmein stets gefaßter Vorsatz, durch diejedesmahlige Erfahrung und Erinnerungder hier bemerkten Führungen Gottes, diemir anfänglich wunderlich, manchmal un-begreiflich, und endlich dennoch seelig,und dahero verehrungswürdig gewesen,mich zur selbstthätigen Prüfung, geflißent-lichster Aufmunterung u. dankbaren Hoch-achtung meines Gottes bewegen zu las-sen, Gewiß! der Reichthum seiner unver-dienten Güte und Langmuth, die Tiefe sei-ner unergründlichen Weisheit, der Überflußseiner unendlichen Wohltaten, ja seine un-tadelichen und unwandelbahren Wege derTreue und Wahrheit, wodurch Gott meinganzes Leben geführet hat, das soll nichtsanders sein als eine Quelle, woraus ich
meine eintzige höchste Pflicht herleitenwill, Gott über alles mit Gehorsam undEhrerbietung zu bewundern, zu loben undzu verherrlichen. Was nun die eigentlicheEinrichtung dieses meines Lebenslaufs be-trifft: so habe theils einige Meldung vonmeinen Voreltern, Eltern und Geschwi-stern, Verwandten und andern zu meinerFamilie gehörigen Umständen vorange-schickt, anderen theils aber von Jahr zuJahr die erheblichsten Begebenheitenmeines Lebens angemerkt und zwar nachdrei besonderen Abschnitten, deren dererste die Nachrichten von meiner Ge-burth und Kindheit, der Ilte von denenJahren in der Fremde auf Schule undUniversität und der III. von denen Amts-jahren, wenn ja Gott mich deren würdigenwill, enthalten soll.
Gott aber, des ich bin und Alles, wasich habe, der gebe mir Gnade und reichesMaaß seiner Weißheit zu diesem Vor-haben; er lasse es ihm Wohlgefallen undzum Preiß seines heil. Namens gereichen;er lasse es bei mir zur Ermunterung undund Besserung, zur Demuth und stetenErgebenheit, zum Glauben und wahrenVertrauen, ja zur lebendigen Hoffnungreichlich gesegnet sein; er regiere, erhalteund unterstütze mich auf allen Wegen;er leite und führe mich allerzeit nach sei-nem Rath, und nehme mich endlich mitEhren an, um seiner Verheißungen willen,die in Christo Jesu meinem Erlöser, alle-samt sind Ja und Amen. Halle, den 25.Mai 1745.
Erster Theil, welcher enthält einigeNachrichten von meinen Voreltern, Eltern,Geschwistern, Verwandten und übrigenFamilien-Umständen. Erstes Haupt-Stück,von denen Voreltern und Großeltern.
Erster Abschnitt: von denen Vor- undGroß-Eltern väterlicher Seite: Soviel manNachricht entweder aus mündlicher Er-zählung oder andern Geschichten hat: so