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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
751
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Visirstab Vitalianer 751

den gemeinen Maßstab oder durch den Visirstab (s.d.) und befolgt dabei gewöhnlich eine vonfolgenden beiden erfahrungsmäßig gefundenen Regeln: I) der Inhalt eines gleichförmig ge-krümmten Fasses ist fast genau gleich dem eines geraden Cylinders von gleicher Länge, dessenGrundfläche der Spundkreisfläche -j- der Bodenkreisfläche betragt; 2) der Inhalteines am Halse weniger gewölbten Fasses ist fast genau gleich dem eines geraden Cylindersvon gleicher Länge, dessen Durchmesser V-des Spunddurchmessers -f- V- des Bodendurch-Messers beträgt. Die letztere Regel empfiehlt sich durch Leichtigkeit der Berechnung, gibtjedoch den Inhalt der gleichförmig gewölbten großem Fässer etwa um '/,ra zu klein an.

Visirstab nennt man einen Maßstab zur Ausmessung des Inhalts eines Hvhlgefä'ßes,insbesondere eines Fasses. Man unterscheidet hauptsächlich zweierlei Visirstäbe, quadra-tische und c u bisch e. Die erster» enthalten auf einer Seite, der sogenannten Längenseite,den Durchmesser einer Hohlmaßeinheit, z. B. einer Kanne, d. h. eines Cylinders, dessenInhalt eine Kanne beträgt und dessen Höhe dem Durchmesser der Grundfläche gleich ist,so oft als es angeht, aufgetragen; auf der andern, der Flächenseite, die Durchmesser vonCylindern, die bei gleicher Höhe mit einer Kanne einen Inhalt von l , 2, 3, 4 u. s. w. Kan-nen haben. Um nun den Inhalt eines cylindrischen Gefäßes in Kannen zu bestimmen, mißtman nnt der Längenseite die Länge, mit der Flächcnseite den Durchmesser des Cylindersund multiplicirt die bestehenden Zahlen. Soll aber der Inhalt eines Fasses bestimmtwerden, so mißt man die Länge wie vorhin, dann mit der Flächenscitc den Spund- undBodendurchmcsser, woraufman V-ihres Unterschiedes zum Bodendurchmcsser addirt, oderauch ihres Unterschiedes vom Spunddurchmeffer abzieht; die gefundene Zahl multiplicirtman mit derLänge des Fasses. Bequemer, aber auch weit weniger zuverlässig ist der cubischeMaßstab, der sich darauf gründet, daß sich ähnlich gestaltete Fässer wie die dritten Potenzenihrer entsprechenden Linien verhalten. Man mißt mit einem solchen Viflrstäbe die Diago-nale der einen Hälfte des Fasses von der Spundöffnung bis zum untersten Punkte desBodens; die dabeistehende Zahl gibt dann ohne alle Rechnung den Inhalt eines Fasses an,das die gemessene Diagonale hat. Streng genommen sind aber cubische Viflrstäbe nur fürj solche Fässer anwendbar, bei denen dasselbe bestimmte Verhältniß zwischenBodendurchmcsser,Spunddurchmesser und Länge stattfindet, für welches der Maßstab construirt ist. Auchquadratische Viflrstäbe geben den Inhalt nur bis auf '/>o<> bis genau an.

Vista oder ^ vists, d. i. Ansicht, im Deutschen: Nach Sicht, heißen Wechsel, diegleich nach Vorzeigung oder Ansicht bezahlt werden müssen.

Vi8limrepertiun, karere meelicum oder Fundschein nennt man den auf gericht-liche Veranlassung verfaßten schriftlichen Bericht eines Arztes über die bei einer medicinisch-gerichtlichen Untersuchung gefundenen Resultate nebst den darauf gegründeten Schluß-folgerungen. Über die be i der Hec jia^ na solcher Berichte in formeller und materiellerBeziehung zu beobachtenden Regeln vgl. Bernt,Anleitung zur Abfassung medicinisch-gerichtlicher Fundscheine und Gutachten" (Wien > 82 l).

Vitalianer, s. Apollinaris.

Vitalianer oder Vitalienbrüder, eine Seeräuberschar im deutschen Norden,die gegen Ende des > -1. Jahrh. zuerst auftrat. Als die Königin Margarethe (s. d.) vont Dänemark den König Albrecht von Schweden nebst seinem Sohn Erich i 389 bei Falko-ping besiegt und gefangen genommen hatte, Stockholm aber und andere feste Schlösser demKönige treu blieben, riefen dessen Verwandte, die Herzoge von Mecklenburg, im Verein mitden Städten Rostock und Wismar Freibeuter auf, denen sie alle ihre Häfen zu offnen verspra-chen, wenn sie auf eigene Gefahr Kaper gegen die drei nord. Reiche ausrüsten und zugleichStockholm mit Zufuhr versorgen wollten. Vitalianer wurden diese Scharen genannt, weilsie ohne allen Grund, blos um den Lebensunterhalt zu gewinnen, diesem kriegersschen Unter-nehmen sich anschlossen. Andere nennen sie Virtual ienbrü der, weil sie Stockholm mit, Victualien oder Proviant versahen. Auch heißen sie wegen gleicher Vertheilung der BeuteLiekendceler,d. i. Gleichbeuter. Glückliche Erfolge gegen die Dänen und Schweden ver-mehrten die Zahl der Vitalianer, zugleich aber die Unsicherheit de§ Seehandels, der baldganz daniederlag. Sie eroberten >394 die Insel Gottland und schonten nun weder Freundnoch Feind. Es entstanden Bündnisse einzelner Städte gegen die Räuber, doch vermochte