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man ihnen wenig anzuhaben. Endlich wurden sie 1398 von dem Deutschen Orden unterKonrad von Gunzingen aus Gottland, dem die Insel von Schweden verpfändet war, ver-trieben. Von der Königin Margarethe sowie von Hamburg und Lübeck wurden siefür gemeinsame Feinde erklärt. Unter solchen Umständen kehrte ein Theil nach der Hei-mat zurück, die große Menge aber wendete sich nach der Westsee, wo sie bei den frie-sischen Häuptlingen willkommene Aufnahme fand. Kein Schiff jetzt war mehr sicher in derWestsee, und Engländer, Dänen, Schweden und besonders die nach England handelndenSchiffe der Hansestädte wurden gleichmäßig beraubt. Am glücklichsten waren endlich dieHamburger in ihren Unternehmungen gegen die so gefürchteten Seeräuber. In dem glän-zenden Siege im I. 1402 bei Helgoland wurden die kühnsten Anführer der Vitalianer,Claus Stortebeker und Wigmann, und noch in demselben Jahre auch Götke Michael nebstWigbold, einem Magister der freien Künste, gefangen und in Hamburg enthauptet. Nurnoch einmal erhoben die Vitalianer ihr Haupt, namentlich gegen die Hansestädte. Alleinim Verein mit den Friesen wurden sie 1422 in Fricsland selbst vernichtet. Zwar suchten sienoch eine Reihe von Jahren hindurch sich wieder zu erheben; doch seit dem 1.1439, wo siezuletzt noch Bergen plünderten und nicderbranntcn, verschwindet ihr Name. Vgl. Joh.Voigt, „Die Vitalienbrüder" in Raumer's „Taschenbuch" (1841).
Vitellins (Aulus), röm.Kaiser imJ.69 n.Chr., der Sohn des Lucius Vitellius,der zu den Lieblingen und Schmeichlern des Claudius gehörte und mehrmals das Consulatbekleidete, war im I. 15 n. Chr. geboren. Als Knabe schon durch die Wollust des Tiberiusauf Capreä verdorben, war er durch Schmeichelei und Ausschweifung beliebt bei Caligula,Claudius und Nero. Galba (s. d.) gab ihm, weil er von dem Schlemmer am wenigstenfürchtete, den Oberbefehl über die Legionen am Niederrhein, die ihn, der um die Gunst derSoldaten in der niedrigsten Weise sich bewarb, zu Anfang des I. 69 ebenso wie bald nachherdie am Oberrhein zum Kaiser ausriefen. Ein Theil seiner Truppen, den er unter Cäcinaund Fabius Valens vorausgesandt, schlug den Otho (s. d.) bei Cremona, der sich daraufam 29. Apr. tödtete. Als V. in Nom eingezogen war, überließ er sich der elendesten Träg-heit und einer Völlerei, durch die er während seiner Regierung über 49 Mill. Thlr. ver-schwendet haben soll, mit der er aber auch Grausamkeit verband. Die pannonischen Legionenerhoben sich zuerst gegen ihn, riefen den Vespasianus (s. d.) zum Kaiser aus, brachenin Italien unter Antonius ein, schlugen das Heer des V. bei Cremona und drangen hieraufin Rom selbst während der Saturnalien ein. V., der vorher schon, doch vergeblich, dadurch,daß er gegen Vespasianus' Bruder, Flavius Sabinus (s. d.), zu Jenes Gunsten sich derKaiserwürde begab, sich hatte retten wollen, von den Soldaten aber gezwungen worden war,seinen Entschluß zurückzunehmen, wurde aus dem Winkel des Palastes, in welchem er sichversteckt, am 24. Dec. hervorgezogen, durch die Straffen unter Hohn und Schimpf geführt,dann langsam ermordet und sein Körper in die Tiber geworfen.
Viterbo, Hauptstadt einer päpstlichen Delegation (76'/, mM. mit 141399 E.),auf der Straße von Florenz nach Rom, liegt an dem waldreichen Monte Cinüno und istbesonders der dasigen warmen Bäder wegen berühmt. Sie ist der Sitz eines Bischofs undder Delegationsbehörden, hat mehre schöne Kirchen und gegen 15999 E., die bedeutendenHandel mit Eisenwaaren treiben. Im Mittelalter war sie häufig päpstliche Residenz undnoch sieht man bei dem Florentiner Thor den Palast, den die Kirchenfürsten bewohnten.