Taback 69
liegt jenseit des Flusses. Der Ort hat 3300 E., theilr Magyaren, thcils Deutsche, Naizcn,Armenier und Juden, welche Handel treiben. — Ein anderes Szig eth im MarmaroscherComitat, an der Theiß, hat 10500 E., ein katholisches und ein protestantisches Gymnasiumund in der Umgegend wichtige Salzgruben.
T.
Aaback (>Hcotianri), ein im südlichen Amerika einheimisches Kraut, wurde durch den span.Mönch Roman Pane, der es >496 in der Provinz Tabaco in Domingo kennen lernte, zuerstnach Europa gebracht, wo man es nach dem Fundorte benannte, und anfangs nur als Arzneigebrauchte. Im I. > 559 kam der erste Tabackssamcn nach Portugal, und l 560 überreichteJeän Nicot, franz. Gesandter in Portugal, die ersten Tabackspflanzcn der Königin Katharinavon Medici. In Frankreich versuchte man nun zunächst im botanischen Garten den Anbaudes Tabacks, den man hier Nicot zu Ehren I^icoiisnu oder auch Königinkraut nannte. DieEngländer lernten die Tabackspflanze erst > 585 kennen, und durch den Engländer Naphe-lengi, der inVirginicn das Tabackrauchen bei den Wilden gesehen hatte, wurde diese Sitte insein Vaterland übertragen. König Jakob I. gab >604 eine strenge Verordnung gegen dasTabackrauchen; doch Karl I. ließ >637 gegen eine Abgabe Erlaubnißscheine zum Handelmit Taback austheilen, was für England überaus ersprießlich war. In Holland fing man>615 an, Taback zu bauen. In Deutschland wurde der Taback namentlich durch die span.Soldaten unter Karl V. bekannt und seit >659 zu Suhl im Hennebcrgischen, seit >676 inder Mark Brandenburg und seit 1697 in der Pfalz und in Hessen angebauk. Der Bann-strahl Urban's V'III. im 1.1664, das Verbot in der Schweiz unter Androhung vonGcfäng»niß, Pranger und Geldstrafe, und die wiederholten strengen Verbote des Eroßherr», sowie dasEifern der Prediger, die das Tabackrauchen als ein Werk des Teufels verdammten, vermoch-ten nichts gegen den neuen Genuß; selbst der Verlust der Nase, bei welchem 1634 das Ta-backrauchen in Rußland verboten wurde, vermochte nur wenig dagegen zu wirken, sodaß cs jetztwol wenig Gegenden geben möchte, wo man nicht Taback rauchte und schnupfte. Der Be-darf ist daher sehr groß und der Tabacksbau so lohnend, daß man in vielen Landern ihm einebesondere Aufmerksamkeit schenkt. Die vorzüglichsten Tabackssortcn kommen indessen nochimmer aus Amerika, namentlich aus Maryland, Virginien, Havana, den Antillen und Bra-silien. Die gelben Havanablättcr sind die theucrste Art aller Bläctcrtabacke. Die bestenSorten nennt man Darin askan erster. Sie heißen Kanaster, weil man sic in Körben vongespaltenem Rohr (c-mastrs) nach Europa bringt, und wachsen in der Nähe von Varinas,Cumana, Angosturaund in der Provinz Maracaibo im Staate Venezuela. Der Brasilien-taback wird in Lcgittimo und Curassao unterschieden und theils in Suroncn von 5oo Pf.,theilsin Fässern nach Europa gebracht. Der Virg i nicntab a ck kommt inFässcrn von95o—1550 Pf. in den Handel. Der feinste ist die Carottcngattung, der trockene Nauchtaback die ge-ringste Sorte. Auch in Asien, besonders in China, wird viel Taback gebaut. In Europa lie-fern den meisten und besten Taback die Türkei und Ungarn. Don den türk. Tabackcn, diemeist in Macedonien gebaut werden, sind der Petrich, der Jenigdcn (Tjenidsche) und derKaradagh die geschätztesten; sie haben eine braun- oder lichtgelbe Farbe und einen angen.h-men Geruch, betäuben aber leicht. Der Ungar. Taback wird hauptsächlich bei Eyarmarh,Palanka, St.-Eokthardt, Janoschhaza, Debrö u. s. w. gebaut und in Neusatz am besten zu-bereitet. Auch Slawonien, vorzüglich die poscganer Eespanschaft, liefert viel Taback, der demtürkischen gleicht, desgleichen Podolien und die Ukraine, wo man zwei Hauptsorken hat,Titun und Dakun, der zu Schnupstaback benutzt wird. In Frankreich liefern Eisatz undFlandern viel Taback, der meist zu Schnupstaback verarbeitet wird. In Holland zeichnensich der amersforter, utrcchkcr und gcldernsche Taback aus, die besonders gut zu Schnupf.