Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

S.

<Iueven (8uevi) ist in der altern Zeit der Gesammtname eines german. Volkerver-eins, später einzelner Volksname. Cäsar, der die Sueven zuerst erwähnt, benennt so diehinter den Ubiern und Sigambern wohnenden, zunächst also die nachher unter dem Namender Katten (s.d.) hervortretcnden Germanen, und erzählt, daß sie sich vor ihm, als er überden Rhein gegangen, weit zurück, nach dem Walde Bacenis, dem Har;, hin, der sie vonden Cheruskern scheide, zurückgezogen hätten, daß ihr durch eine weite Wüste, ben von denKelten verlassenen Strich zwischen Main und Donau, begrenztes Land hunderr Gaue um-fasse, in denen sie, ohne feste Sitze, wohnten, und daß alljährlich ein Theil der Bevölkerungauf Krieg ausziehe, wie denn dem Ar i ovist (s. d.) auch Sueven folgten. Tacitus, der diebei ihnen allgemeine Sitte, das zurückgestrichene Haar auf dem Scheitel zusammenzubindcn,als ihnen eigenthümlich bezeichnet, kennt die Sueven nicht mehr so weit im Westen. DieHermunduren (s.d.) sind ihm das vorderste, die Semnonen (s. d.) das älteste und ange-sehenste unter den suevischen Völkern, zu denen er, wie cs scheint, die meisten der Völkerrechnet, die den östlichen Theil Germanien«, der von einem Gebirge, dem Erz- und Sudecen-gebirge, durchschnitten wird, von der Donau aus bis zur Ostsee, die er suevischeS Meernennt, und von deren Zuflüssen der eine, wol die Oder, noch bei Ptolemäus Suevus heißt,ja über sie hinaus Skandinavien bewohnen. Die Völker, die der Markomanne Marbod(s. d.) eine Zeit lang unter seiner Herrschaft vereinte, waren suevische, und von ihnen er-scheinen die Markomannen (s. d.) und Quaden (s. d.) noch weit später, in den Kriegenmit Marc Aurel und mit Aurelian, mehrmals unter dem Namen Sueven. Nachdem der-selbe als GefammsbEnnung längst verschwunden, tritt er "älS Nilllw einzelner Volker, dievermüthlich einst dem Bunde angchort hatten, wieder hervor. Zuerst im I. -it'6, wounter den Völkern, die in das von rom. Truppen entblößte Gallien von der Mainmündungher einbrachen, mit den Vandalen (s. d.) und Alanen (s. d.) auch Sueven, die nachEinigen für Quaden, nach Zeuß für Semnonen zu halten lind, genannt werden, die mitjenen, nachdem sie das Land drei Jahre verwüstet und sich mn ,-m in Britannien zum röm.Kaiser erhobenen Konstantin herumgcschlagen hatten, im I. 469 durch die Pyrenäenpässenach Spanien drangen, wo ihnen durch einen Vergleich mit Kaiser H onorius (s. d.) Landeingeräumt wurde. Die Sueven erhielten mit einem Theil der Vandalen Galicien; ihrKönig Hermerich vertrieb die letzter« unter Gunderich, und nachdem Spanien von den Van-dalen ganz verlassen worden war, breiteten sich die Sueven unter Rechila, der -139 Merida,4-I I Hispalis (Sevilla) eroberte, nach Süden über Lusitanien und Bätica aus und behaup-teten sich gegen den von Valentinian IIl. geschickten röyi. Feldherrn Vitus. Rechila's Sohn,Rechiar, der das Christenthum, und zwar das katholische, annahm, wurde von dem in Gal-lien erhobenen Kaiser Avitus und von Theoderich II., dem König der Westgothen, mit denendie Sueven schon früher gekämpft hatten, geschlagen und zu Porto imJ. 456 getödket; nachihm wurde Nemismund, der sich zur Lehre der Arianer bekannte, durch Vergleich mit Theo-derich wieder selbständig und breitete um 465 seine Macht auch von Galicien wieder überdas nördliche Lusitanien aus. Die nächsten hundert Jahre der Geschichte der Sueven, wäh-rend deren das westgoth. Reich erstarkte, bedeckt Dunkel; um das I. 561 nahm ihrKönig Theodemir oder Ariamir wieder die katholische Lehre an; sein Sohn Theodemir II.oder Mir, unterstützte den Hermenegild, Sohn des Königs der Westgothen (s- d.) Leovi»gilb, gegen diesen, der ihn 583 besiegte und seine Oberherrschaft anzuerkennen zwang. Alsstonv.-Ler. Neunte Aufl. XIV 1