Visconti (Ennio Lbnidino)
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heerten. Zu seiner Zeit wurde das Kriegswesen der Condottieren durch Piccinino, Fr.Sforza, Carniagnvla u. A. aus die höchste Stufe der Vollkommenheit gehoben, deren dieseArt der Taktik fähig war. Er starb 14-17 ohne männliche Erben. Seine natürliche Toch-ter, Bianca, war an Franc. Sforza (s. d.), einen der berühmtesten Feldherren je-ner Zeit, verheirathet, welcher 14.70 durch List und Gewalt Herzog von Mailand wurde.— Viscvnti'sche Nebenlinien bestehen noch jetzt in der Lombardei; die röm. Visconti(s. Visconti, Ennio Quirino) haben aber wol andern Ursprung. Vgl. Litta in den „Ks-miglis celebri itsliaiie", und Verri, „8toris lii iVlilano" (Bd. I).
Visconti (Ennio Quirino), der gefeiertste Archäolog der neuern Zeit, wurde zuRom am l.Nov. >75> geboren. Sein Vater, Giambattista Anton. V., geb. am 26.Dec. 1722 zu Vernazza in derDiöces Sarzana, warPräfect der Alterthümer in Rom unterClemens XIII., Clemens XIV. und Pius VI., einer der angesehensten Männer seines Fachs,und starb am 2. Sept. >784. Vom Vater selbst unterrichtet, legte V. schon in zarter Ju-gend Proben eines frühreifen Talents ab und galt für ein Wunder. Im > 4. Jahre über-setzte er die „Hecuba" des Euripides in ital. Verse (gedruckt 1765). Ebenso zeigte sich dieLiebe zum Alterthum in V. sehr früh; er wurde zum Nachfolger sein'es Vaters bestimmt,welchem zu Gefallen er nebenbei die Rechte studirte; der Papst ernannte ihn zum Ehren-kämmerer und Unterbibliothekar im Vatican, auch war er bei der von seinem Vater begon-nenen Herausgabe des ,Muse« kivOIementino" (Bd. I, Rom 17 82) thätig. Im I.1787, wo der von ihm besorgte zweite Band herauskam, ernannte ihn Pius zum Konser-vator des Xluseiin, cspitoimum. Das große Werk über die vaticanischen Sammlungenrnachte,den Verfasser alsbald in ganz Europa berühmt. Schon 1780 hatte er bei Gelegen-heit der Entdeckung des Grabes der Scipivnen eine Dissertation, ,Monumenti lie^Ii 8ci-pioni", herausgegeben. Im I. >787 erschienen von ihm die,Monument! scritti «lei museo «leisiZnor T'oinmsso äenkins", denen 1788 der vierte Band des ,Museo kio-tllemelitmo"folgte, während der dritte noch zurückblieb. Letzteres Werk erregte eine wahre Begeisterungin der philosophisch-archäologischen Welt. Jetzt erst war eine Mythologie möglich. Es er-schien dann 1790 der dritte, 1792 der sechste, 1796 der fünfte Band; der siebente wurdezu Paris geschrieben und zu Nom 1807 gedruckt. Inzwischen war auch zu Padua die wich-tige Dissertation V.'s, „Osservssioni soprs iin sutico csrnmeo, rappresentante (liovoklgioo»", erschienen. Von seinen Arbeiten geringer« Umfangs möge nur noch die kleine,aber inhaltreiche Schrift,Monumei>ti 6sl»ini ckells vills kmcians" (Rom 1797) erwähntwerden, eine Übersicht der durch Nachforschungen des Fürsten Borghese in den Ruinen derVilla bei Gabi! gefundenen Alterthümer. Die röm. Revolution in Folge des Einfalls derFranzosen im I. 1797 veranlaßte V., der sich der neuen Gestaltung der Dinge günstig ge-zeigt hatte, für Auswanderung nach Frankreich, wo er 1799 zum Aufseher der Samm-lungen des Louvre und zum Professor der Archäologie ernannt wurde. Denon wurde 1803Generaldirector des Museums, V. Conservator der Alterthümer; gleichzeitig nahm ihn dieClasse der schönen Künste und ein Jahr später die Claffe der Geschichte und alten Literatendes Instituts zum Mitgliede auf. V. organisirte nun seine Abtheilung des Museums undgab den Katalog heraus, dessen letzte von V. besorgte Ausgabe 1817 unter dem Titel „ve-scriptiou lies sntilpies clu Xlusee rv)-sl" erschien; ebenso 1802 die „vescriptiou lies vssespsiiit8liuN,isee"und 1803 die„LxpIicstion <Ie Is tspisserie cis Is reine INstbilcie". Dannfolgte sein Hauptwerk, wozu Napoleon die Anregung und die Mittel gab, nämlich die un-vergleichliche „lconogrspdie grecgue" (3 Bde., 1808, 4.) und die „IconoAiapbie ro-msine" (3 Bde., Par. >818—20), ein Werk der seltensten Gelehrsamkeit. Bei allendiesen großen Arbeiten blieb V. noch Zeit zu fast zahllosen Abhandlungen, Dissertationenu. s. w. Im1.1817 wurde er nach England eingeladen, um die Statuen, welche Lord Elgin inden Trümmern des Parthenon gefunden hatte, abzuschätzen. Bei seiner Rückkehr gab er das,Memoire sur lies ouvrsAes tie seulpliire liu ksrliienon etc." (Par. 1818) heraus. Eswar sein letztes Werk; er starb am 7. Febr. >818. Seine „lllustrsrioni <ii monumentiscelti Lorgbesisni" gaben Gio-Gherardi de Rossi und Stefano Piale (Rom 1821) heraus.Eine vollständige Ausgabe seiner Werke wurde von G. Labus (Mail. 1818 fg ) unter-nommen; sie umfaßt die Museumswerke, die beiden Ikonographien und die vermischten
Li.