Bischer Visconti (Familie) 747
übler als zuvor, weil jedes Zutrauen erloschen und auch der Privatverkehr gänzlich zerstörtwar. Der Regent warf sich nun dem Schotten Law (s. d.) in die Arme, in dessen großerFinanztragödie Veränderung der Münzen, Herabsetzung der Effecten und zum Schluß dieTaxationen sich wiederholten. Vgl. „üistniro generule et psrtimiliere <In lsit enk>ance"(4 Bde., Haag >743).
Bischer (Pet.), ein ausgezeichneter Erzgießer, wurde zu Nürnberg vor dem I. 1460geboren. Sein Vater, Hermann V., der Altere, ebenfalls ein tüchtiger Erzgießer, ver-fertigte >457 das eherne Taufbecken der Stadtkirche zu Wittenberg. Der Sohn wurde14 80 Meister und arbeitete zunächst noch in der scharfen eckigen Darstcllungsweise des15. Jahrh. die ehernen Grabplatten des Bischofs Johann im Dom zu Breslau und desBischofs Heinrich III. im Dom zu Bamberg (1402—03) sowie den großen Sarkophagdes Erzbischofs Ernst im Dom zu Magdeburg (1403). Vgl. Cantian, „Ehernes Grabmaldes Erzbischofs Ernst" (Verl. 1822). Bald machten seine Kunstwerke ihm einen berühmtenNamen, und erst in späterer Zeit hat man die Frage verhandelt, ob V. die Modelle zu seinenArbeiten selbst gefertigt, oder blos ihre Ausführung besorgt habe. Vom In- und Auslandeerhielt er Bestellungen, und seine Gicßhütte wurde von keinem Fremden, der Ansprüche aufBildung machte, übergangen. Allmälig zeigte sich in seinen Werken ein Zurückgehen aufdie rundern Formen, die idealistischere Auffassung des deutschen Stils im 13. und 14.Jahrh-, so in den Grabplatten der Bischöfe Veit l.(> 503) und Georg II. (>506) im Dom zuBamberg ; ja es treten unleugbar antike Motive hinzu. Man hat um letzterer willen eine odermehre Reisen V.'s nach Italien angenommen; doch würde sich das Phänomen schon darauserklären, daß sein Sohn Hermann V-, der Jüngere, in Italien war und Studien mit nachHause brachte, welche dem Vater und den Brüdern zur Übung dienten. Unter dieser, dem-nach nur geringen ital. Einwirkung entstand V.'s berühmtes Werk, das Grab des heil. Sc-baldus in der St.-Scbaldkirche zu Nürnberg (1506—IS), das durch Nichtigkeit der Zeich-nung, die edeln und abwechselnden Stellungen und den Ausdruck der Köpfe in der großenMenge Figuren (72, ohne die Apostel und Kirchenväter), den Faltenwurf der Gewändersowie durch die Reinheit desBronzcgusses sich den berühmtesten Werken ital. Meister gleich-stellt und selbst viele antike übertrifft. An der Ausführung hatten die fünf Söhne des Mei-sters Thcil, und so wol auch an andern später« Werken. Unter diesen nennen wir die ReliefsChristus bei Martha und Maria (im Dom zu Regensburg) und die Krönung Mariä (imDom zu Erfurt)s das herrliche Grabdenkmal Friedrich's des Weisen vom I. > 527 (in derSchloßkirche zu Wittenberg) und dasjenige Albrecht's von Brandenburg vom I. 1525 (inder Stiftskirche zu Aschaffenburg). Unentschieden ist noch, ob das bronzene Basrelief inder St.-Egidienkirchc zu Nürnberg mit V.'s Zeichen und'derJahrzahl 1522, welches denLeichnam Jesu vor dem Kreuze liegend darstellt, vom Vater oder von einem der Söhne her-rühre. Der MittelmäßigkcitderArbeitwegenhatman meist das Letztere angenommen. Auchdas Denkmal des Ehr. von Stadion, das diesem Reliefgegenübcr eingemauert ist, würde dieseAnnahme bestätigen; dagegen werden V.'s Talente gerechtfertigt durch seine unbestrittenenWerke aus der spätesten Zeit, wie die aus Bronze gegosseneFigur des Apollon, jetzt im Schlossezu Nürnberg, einst die Zierde eines Brunnens; das jetzt vernichtete Gitter mit LabenwolfsReliefs, das Jahrhunderte lang eine Zierde des nürnberger Rathhauses war, bis es > 800 alsaltes Metall verkauft wurde, und die Eedächtnißtafel Ant. Kressen's in der Lorenzkirche. Je-nes kostbare Gitter war die letzte Arbeit V.'s, bei der ihn, noch vor der Vollendung, der Todübereilte. Erstarb am 7.Jan. >520. SeinBild, wie er in der Gießhütte aussah, hatV.untcrden kleinen Figuren am Grabe des heil. Sebaldus angebracht. Nachgüsse der zwölf Apostelvon jenem Denkmale findet man als Träger des Altargeländers in der Domkirche zu Berlin.Vgl. „Die nürnberger Künstler, geschildert nach ihrem Leben undW.irken" (Hft. 4, Nürnb.>831,4.). — Von Herm. V., dem Jüngern, ist das Denkmal.des Kurfürsten Johann inder Schloßkirche zu Wittenberg (>534); von Joh. V. eine Madonna in Bronzerelief vomI. 1530 in der Stiftskirche zu Aschaffenburg.
Visconti (lat. Vicscomite-!) ist der Name einer lombard. Familie, die sich durch ihrepolitische Nolle berühmt gemacht hat. — Der Erste, dessen mit einiger Gewißheit Er-wähnung geschieht, war ein Eripran do, wclcherl037 in den Händeln mit Kaiser Kon-