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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
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745
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Virues Visa 745

lichen und individuellen Lebens, von der Herrschaft des Geistes zu immer größerer Emancipa-tion der äußern Mittel der Darstellung, von dem unmittelbaren Schaffen aus dem Vollen undGanzen zu einem von Reflexion Zersehten, von dem naiven Gebrauch der äußern Mittel zubewußter Erkcnntniß derselben. Anfangs, auf der ersten Stufe des Schaffens, in jenen Zei-ten, wo die Künste allein Dienerinnen des Religiösen sind, ist der Künstler fern von jederRücksicht auf die Art, Das, was ihn erfüllt, dem Genießenden möglichst eingänglich zu machen,fern von allem Dem, was spätere Zeiten mit dem Namen des Effects bezeichnen, fern auch vonder Rücksicht auf die äußere praktische Darstellung seiner Tonschöpfungen. Erst im weiternFortgange, mit dem Heraustretcn aus jener frühern Naivetät, mit der Herrschaft, deren sichdie Reflexion mehr und mehr bemächtigt, mit der Geltung des subjektiven Elements geselltsich dem Verlangen, die innern geistigen Mächte der Welt der Erscheinung einzubilden, dasStreben, dies in der angemessensten Form und durch die zweckmäßigsten Mittel zu thun, dasStreben auch, das so Geschaute durch eine selbständig und unabhängig ausgebildete Kunstder Ausführung zu möglichst vollendeter, unmittelbarer Darstellung zu bringen, und dies istder Punkt, wo auf dem Gebiet der musikalischen Kunst die Virtuosität geboren wird, undihre stufenweise geordnete Entwickelung beginnt. So ccklärt sich, wie gerade in den gegen-wärtigen Zeiten Virtuosenleistungen ein Hauptinteresse der Musikliebhaber bilden, es erklärtsich, wie dieselben jeht die höchste Stufe der Vollkommenheit erlangen mußten.

Virues (Cristöval de), dramatischer und epischer Dichter, wurde zu Valencia um1550 geboren, als der Sohn eines Arztes, und erhielt eine sorgfältige Erziehung. Er tratfrüh in Kriegsdienste, focht in der Schlacht bei Lepanto mit, die er später in seinem epischenGedichtLI Nonserrste" als Augenzeuge beschrieb, diente dann im Mailändischen und inFlandern, und scheint bis an seinen Tod, der ums Z. 1610 erfolgte, in Kriegsdiensten ge-blieben zu sein, wo er den Posten eines Hauptmanns bekleidete. Sein episches Gedicht er-schien zuerst zu Madrid 1588, und dann sehr oft (auszugsweise in Quintanws ,Musa epica",Madr. 1855, mit kritischen Bemerkungen). Außerdem hat man von ihmObras trägicas> Iiricas" (Madr. 1609), worin sich fünf Tragödien befinden, die, um 158090 aufge-führt, auf der Bühne Epoche gemacht und seinen Namen auf die Nachwelt gebracht haben.Auch scheint sich die Eintheilung des Schauspiels in drei Acte durch seine Stücke zum allge-meinen Gebrauch festgestellt zu haben, wiewvl die Ehre derErfindung davon dem weit alternFrancisco de Avendano gebührt. Sein episches Gedicht zeichnet sich durch nichts vor den vie-len gemachten Epopöen aus, ja es leidet sogar an chrvnikenartiger Trockenheit. Auch seinedramatischen Arbeiten sind aus einem misverstandenen Streben, Antikes mit Modernem zuverschmelzen, oft wahre Ausgeburten des Ungeschmacks, verrathen aber durch einzelne Zügewahrhaft dramatisches Talent, das bei geläuterten theoretischen Ansichten Bedeutendes ge-leistet hätte, wie namentlich seine TragödieDiclo" zeigt.

Visa nannte man in Frankreich unter der Regentschaft des Herzogs Philipp vonOrleans (s.d.),während der Minderjährigkeit Ludwig's XV., die Einziehung, Prüfungund Herabsetzung der Staatspapiere. ES waren hiermit noch mehre berüchtigte Finanzopera-tionen verbunden, die man gewöhnlich zusammen unter derGeschichte des Visa begreift. AlsLudwig XlV. 17 >5 starb, bcliefsich die franz. Staatsschuld auf die damals ungeheure Summevon 5 1 10,9-14000 Livres. Hiervon existirte der größere Theil in Staatsrentenbriefen, dieden Schatz mit einer Zinsenlast von 86,009510 Livres beschwerten. Der übrige Theil warals schwebende Schuld im Betrage von 710,994000 Livres Papiergeld vorhanden, das inallen Kanälen des Privatverkehrs stagnirte, durch Zwang im Curs erhalten wurde und durch-schnittlich eine Entwerthung von 50 Procent erlitt. Man machte anfangs eine Reihe vonVersuchen, um das Finanzwesen, das sich in der höchsten Verwirrung und in den Händenvon Räubern befand, durch Reformen von Grund aus zu heben, gerieth aber durch Unge-schicklichkeit und Ungeduld nur um so tiefer in den Abgrund. Der Herzog von Noailles(s. d.) griff daher alsbald wieder zu den Künsten der alten Finanz. Er befahl als Präsidentdes Finanzraths im Dcc. 1715 eine Umprägung der Münzen; alle Gold - und Silbermün-zen sollten gegen Scheine in die Münzstätten abgeliefcrt werden. Weder das Gewicht nochder Titel, sondern nur das Bild des Fürsten sollte eine Änderung erleiden. Man nahm aberden Louisd'or von > 4 Livres zu 1 6 an und gab ihn zu 20 wieder aus, und in gleichem Pep«