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eingelassen hat. Der Gouverneur wird von der gesetzgebenden Versammlung auf drei Jahreerwählt, nach Ablauf derselben ist er für die nächsten drei Jahre nicht wieder wählbar. Ihmstehen drei Staatsrälhe zur Seite, mit welchen er sich besprechen muß, ohne jedoch an ihreMeinung gebunden zu sein. Die Richter derDistrictsgerichte werden von der gesetzgebendenVersammlung ernannt und können vom Amte entfernt werden, wenn zweiDrittheile der Mit-glieder jedes Hauses einstimmen. Die Staatseinkünfte belaufen sich auf mehr als eine halbeMillion Dollars, fast ebenso hoch dieAusgaben. DieSchulden des Staats beliefen sich 1816auf 7,37-1068 Dollars. Die Armen werden durch Zwangsteuern unterhalten. In älternZeiten war die bischöfliche Kirche die herrschende; später wurden die Kirchenländereien denGemeinden zu milden Zwecken übergeben, doch behielten die Prediger, die im Amte waren,ausLebzeiten ihre Einkünfte und die kirchlichen Gebäude wurden nicht als öffentliches Eigen-thum eingewgen. Die bischöfliche Kirche schien nach dieser Maßregel anfangs ihrem Unter-gänge nahe zu sein, hat sich aber seit zwei Jahrzehnden durch freiwillige Beiträge ihrer Mit-glieder gehoben. Baptisten und Methodisten sind die zahlreichsten Elaubensparteien.
Viriäthus, ein lusitanischer Hirt, entging, als Servius Sulpicius Galba (s. d.)im I. 130 mehre Tausende von Lusitaniern, die er an sich gelockt hatte, verrätherisch nieder-metzcln ließ, dem Tode, sammelte eine Schar um sich und brachte bald ganz Lusitanien zumAufstande gegen dieNömer. Der Prätor Marcus Vetilius wurde von ihm imJ. IlSgefan-gen genommen, der Prätor CajusPlautius im I. > -is besiegt. Glücklicher kämpfte der Pro-consul Quintus Fabius Maximus Ämilianus gegen ihn im I. Ili; dennoch blieb er imGanzen unbesiegt, und die Gefahr wurde noch drohender für die Römer, als auch die kelti-berischen Völker, deren Hauptsitz Numantia (s.d.) war, mit ihm gemeinsameSache mach-ten. Daher schloß der Cvnsul Quintus Fabius Maximus Servilianus, nachdem er, währendQuintus Cäcilius Metellus (s.d.) die Numantiner bekämpfte, nicht ohne Erfolg gegenihn den Krieg geführt hatte, dennoch im I. l 41 einen Frieden mit ihm, in welchem die Unab-hängigkeit Lusitaniens anerkannt wurde. Der Frieden wurde vom röm. Volk bestätigt, aberschon im 1.110 übte der nächste röm.Statthalter des jenseitigen Spaniens, Quintus Ser-viliu s Cäpio (s. d.), schändlichen Verrath. Durch Geschenke und Versprechen bewog erFreunde des V., daß sie ihn hinterlistig tödteten. Ein gewisser Tantalus, der an seine Stelletrat, wurde bald besiegt, und in den I. l 38 und 137 die Unterwerfung Lusitaniens durchDecimus Iunius Brutus (s. d.), der den Beinamen Galläcus empfing, beendet.
Virilffimmen (Vota virilis) hießen im Fürstencollegium auf dem deutschen Reichs-tage im Gegensätze zu den Curiat- oder Gesammtstimmen (s. Curie) der unmittelbarenReichsprälaten und Reichsgrafen die dem einzelnen Stande zustehenden Stimmen. Eingleicher Unterschied findet bei dem enqern Rathe des Deutschen Bundes statt, wo die 38Bundesmitglicder zusammen nur 17 Stimmen haben, von denen 11 Stimmen Viril- undsechs Curiatstimmen sind.
Virtuosen nenntmanimAllgemeinen Diejenigen, dieindenschönennKünsten ihrTalentzu einem hohen Grade der Vollkommcnheit auSgebildet haben. Im Deutschen wird Virtuos nurvon Meistern im Gesänge oder auf einem musikalischen Instrumente gebraucht. Was die Mu-sik betrifft, so ist im Allgemeinen zu bemerken, daß die Virtuosität, sei sie nun Vocal- oderJn-strumentalvirtuosität, erst den später» Zeiten der Kunstentwickelung angehört. Die Neigungdafür, sowol bei den Künstlern als im Publicum, tritt erst dann hervor, wenn die Kunstschon ihre größten und bedeutendsten Schöpfungen gegeben hat. WaS Deutschland betrifft,so beginnt erst mit der Zertrümmerung der objectiven, dem kirchlichen Standpunkte der Mu-sik entsprechenden Kunstformen nach Seb. Bach und Händel, mit dem Auftreten des welt-lichen und subjectiven Elements bei Eman. Bach, die erste Ausbildung der Kunst der Aus-führung als selbständiger, abgesonderter Kunst, beginnt speciell die stufenmäßige, geordneteEntwickelung des modernen Pianofortespiels, derjenigen Kunst, welche in Deutschland zu-gleich mit der des Violinspiels die höchste Steigerung und weiteste Verbreitung erlangt hat.In Italien folgte die erste Blüte des-Kunstgesanges oder der Virtuosität auf dem Gebiet desGesanges, als die Periode des erhabenen Stils durch die Herrschaft der neu ins Leben ein-trctenden Oper gestürzt war. Der Weg derKunst in ihrem durch innere Nothwendigkeit be-jiimmkefl Ltzeiterschreiten geht pon der Darstellung allgemeiner Zustände zu der des persöy,