Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
741
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Viper Virgilius (Publins) 741

sngemeiner Fertigkeit die reizendste Einfachheit. Seine Compositionen, darunter viele Violin-concerte und Duette, sind häufig für andere Instrumente zugerichtet worden.

Viper (Vipera), eineEattung von Giftschlangen, von welcher in Deutschland nur eineArt, die gem eine Viper oder Otter (Vipern der,is), vorkommt. Sie wird anderthalbbis zwei Fuß lang, hat sehr kurzen Schwanz und den Vorderkopf mit kleinen Schildchenbekleidet; ist obcnher grünlich grau, auf der Nückcnsirste mit einer schwarzbraunen Zickzack-binde und längs der Seiten mit schwarzbraunen Flecken gezeichnet. In offenen Gegendenmeist ausgerottet, wird sie nur in wenig besuchten feuchten und waldigen Orten derGebirgs-länder einzeln angetroffen. Sie ist wie alle Giftschlangen träge, und beißt nicht ungereizt.Obgleich ein solcher Biß nicht mit Leichtsinn betrachtet werden darf und in der Regel sehrunangenehme Folgen hat, so ist er doch selten tödtlich. Das beste Mittel ist schnelles Scari-ficiren der Wunde, Aussaugung ihres Blutes durch Schröpfköpfe und Ätzen oder Ausbrennenderselben. Zum innern Gebrauche eignet sich allein Ammonium. Mit allen anderenPflanzenmitteln, welche von Landleuten hochgehalten werden, sollte um so weniger die kost-bare Zeit verloren werden, als sic bestimmt nichts helfen. Übrigens hängt die Giftigkeit derBisses von Nebenumständen ab, z. B. von der Größe der Schlange, der Menge des einge-drungenen Giftes, der Jahreszeit, sogar von der herrschenden Temperatur, von dem Orte derWunde und der Individualität des Gebissenen. Die Viper gebärt einmal im Sommer1220 Junge, die erst im sechsten Jahre ihre völlige Entwickelung erreichen. Im nörd-lichsten Europa und in den Pyrenäen tritt die spannenlange, aber giftigere kleine Viper(Vipern cliersea) an die Stelle der erstgenannten gemeiner» Art.

Virgilius (Polydorus), s. Vergilius (Polydorus).

Virgilius (Publius), mit dem Familiennamen Maro, der gefeiertste epische unddidaktische Dichter der Römer, geb. um 70 v. Ehr. zu Andes, einem Flecken unweit Mantua,wo sein Vater ein kleines Landgut besaß, besuchte seiner weitern Ausbildung wegen mehregrößere Städte, besonders Mailand und Neapel, und begab sich dann ini 30. Lebensjahrenach Rom, um zunächst seine Ländereien, welche die Soldaten des Octavius und Antoniusnach dem Kampfe gegen die Republikaner an sich gerissen hatten, zurückzufodern. Hier fander bald Zutritt bei Octavius und gewann die Gunst und den Einfluß des Mäcenas für sich,durch dessen Vermittelung er auch das Versprechen auf Wiedererstattung des ihm genom-menen Gutes erhielt; doch vermochte er erst bei einem zweiten Besuche in Nom und nachwiederholtem Verlangen seinen Zweck zu erreichen. Nachdem er während dieser Zeit schonmehre glänzende Beweise seines dichterischen Talentes gegeben hatte, stieg er allmälig in derZuneigung und Achtung bei Augustus so sehr, daß er mit diesem sogar in einen vertrantenBriefwechsel trat. Hierauf ging er nach Griechenland, um daselbst in ungestörter Muße seinHauptwerk, die Äneide, dessen Plan er bereits entworfen hatte, auszuarbciten. Nach mehr-jährigem Aufenthalte entschloß er sich, mit Augustus, der aus seiner Reise aus dem Orientmit ihm in Athen zusammentraf, in seine Heimat zurückzukehrcn. Allein schon in Megarabefiel ihn eine Krankheit, die während der Überfahrt in bedenklicher Weise zunahm und. ihnzu Brnndusium, nach Andern zu Tarent, im 1.10 v. Ehr. aufrieb. Seinem letzten Wunschegemäß wurde der Leichnam nach Neapel gebracht und daselbst an der Straße von Pnteolibeerdigt, wo man noch jetzt sein vermeintliches Grabmal in einer Grotte zeigt. Als hervor-stechende Charakterzüge rühmen die Alten an ihm große Milde und Sanftheit der Sitten,Anspruchslosigkeit im Umgänge mit seinen Mitmenschen und Treue und Tiefe der Freund-schaft. Seine zwei Hauptgedichte sind die ,,-Vene'is", ein großes Epos in zwölf Büchern(s. Epos), das jedoch der letzten Feile entbehrt, daher der Dichter selbst noch in seinen letztenStunden die Vernichtung desselben angeordnet haben soll; sodann die(Georgien", ein didak-tisches Gedicht über den Landbau in vier Büchern (s. Lehrgedicht), zu denen noch einedritte Gattung kommt, nämlich zehn bukolische Gedichte, die von den alten Grammatikernmit dem NamenLclogne" bezeichnet wurden. (S. Ekloge und Idylle.) Außerdemwerden ihm noch einige andercPoesien im daktylischen Versmaße, die meist nicht ohne höher»Gehalt sind, beigelegt, namentlich ein scherzhaftes GedichtCulex" in 413 Hexametern,worin derSchatten einergetödteten Mücke auftritt und Beerdigung verlangt; fernerCiris"in 540 Versen eine Behandlung des Mythus vom Nisus und der Scylla; sodann