Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
742
Einzelbild herunterladen
 

742 Virginia Virginien

in .18 Versen, eine lockende Einladung zur Einkehr;Noretum" in >21 Versen, worin dieBeschäftigungen in den Morgenstunden des Tages auseinandergesetzt werden, und endlich>4 kleinere Gedichte, die sogenanntenOatslsota". (S. Katalektcn.) Als Dichter be-hauptet V. in seinem an großen Talenten so reichen Zeitalter den ersten Rang. Obgleichihm die Originalität im hohem Maße abgeht, da er in der Äneide den Homer, in dem Ge-dichte vom Landbau den Hcsiod, in den Eklogen den Theokrit als Muster sich wählte, so zeigter doch durchgängig eine seltene Meisterschaft in der Kunst des Ausdrucks, der ihm in allenAbstufungen von den einfachsten und sanftesten Empfindungen der Jdyllenwelt bis zu denerhabensten und glänzendsten Darstellungen des Epos zu Gebote steht, in der Reinheit undSchönheit des Versbaues und in der geschmackvollen und kunstreichen Anwendung desübrigen poetischen Zubehörs überhaupt. Daher ist er stets der Liebling aller Gebildeten ge-wesen, zahllose Dichter der frühem und später« Zeit nahmen ihn als Vorbild oder stelltenaus seinen Versen besondere Gedichte zusammen, wie namentlich Proba Falconia zu Endedes 1. Jahrh. n. Ehr. (s. Cento), und selbst in den dunkeln Zeiten des Mittelalters, wo ihnder Volksglaube zu einem Wunderthäter und Zauberer umschuf, wurden seine Verse zuprophetischen Zwecken als Loose (sortes VW^ilionse) benutzt. (S. Stich oman tie.) Vgl.Siebenhaar,De tadulis, c;uae meckia astste cke kut>I. V. Narnns cireumiersimntur"(Berl. >817). Daher sehen wir eines der ersten mittelhochdeutschen Heldengedichte, dieÄncis" des Heinr. von Veldeke (s. d.) aus dem >2. Jahrh., in seinem Stoffe und seinerAnlage ganz dem V. nachgebildet. Aus demselben Grunde haben auch schon viele alteGrammatiker, vorzüglich Tib. Claud. Donatus (s.d.),-Servius(s.d.) und Philargyrius,theils seine Lebcnsverhältnisse erzählt, theils werthvolle Commentare zu den verschiedenenGedichten verfaßt. (S. Scholien.) Unter den großem Eesammtausgabcn heben wir außerder ersten (Nom 1169, Fol.) als die vorzüglichsten hervor die von de la Cerda (3 Bde.,Madr. >698 fg., Fol.), Burmann (1 Bde., Amst. >716, 4.) und Heyne (4 Bde., Lpz.>76775; I.Aufl., 1803), wovon Phil. Wagner eine treffliche neue Bearbeitung (5Bde.,Lpz. > 83041) geliefert hat; unter den Prachtausgaben die von Didot (Par. >79l und>798, Fol.), Bodoni (2 Bde., Parma >793, Fol.), die mit ital., span., franz., engl, unddeutscher Übersetzung (Lond. >826) und den besonder« Prachtabdruck der Heyne-Wagner'-schen Ausgabe mit 200 Kupfern und Vignetten, sowie dieFünfzig Bilder zur Aneide"mit franz. und deutscher Erklärung von Frommel (Karlsr, > 810). Gute Hand- und Schul-ausgaben besitzen wir von Wunderlich und Nuhkopf (2 Bde., Lpz. >822), I. Ehr. Jahn(Lpz. >825; 2. Ausl., >838), Forbiger (3 Bde., Lpz. >836-39; 2. Aust., >846) undPhil.Wagner (Lpz. >845); ebenso vorzügliche Bearbeitungen einzelner Gedichte, namentlichder6eorAick>" mit deutscher Übersetzung und Erklärung von I. H. Voß (2 Bde., Altona>800), derLclvAse" von demselben (2. von Abr. Voß besorgte Aust., 2 Bde., Altona1830) und derKenels" von Thiel (2 Bde., Berl. > 83438), Peerlkamp (2 Bde., Leyd.>843) und Goßrau (Quedlinb. und Lpz. >846), und die besten deutschen Übersetzungensämmtlicher Gedichte vonJ. H.Voß(2.Aufl., iBde., Braunschw. >82l), derÄneis"vonNeuster (2. Aust., 2 Bdch., Stuttg. >830), derIdyllen und Gevrgika" von Osiander(2 Bdch., Stuttg. >83435). Genaue Vergleichungen V.'s mit anderen, besonders dengriech. Dichtern gaben, außerUrsinus in seinemVirgilius cum Arsec. soriptorilms collatus"(herausgeg. von Valckenaer, Leeuward. 1745), in neuester Zeit Eichhoffin denDruckes grec-guos sur V." (3 Bde., Par. I 825), Tiffot in denDruckes sur V., cnmpare avec r»us >eszmetes e'sngues et cklsmutiguss ckes sncieus et ckes mockernes" (4 Bde-, Par. > 826) undWcdewer in der SchriftHomer, Virgil, Tafso" (Münst. > 843). Endlich erwähnen wirdasVollständige lat.-deutsche Wörterbuch zu den Werken V.'s"von Crusius (Hannov. noch>846) und als besonders wichtig die/inüguitstes Virgilisnae ack vitsm j> 0 j)icki rom.ckescriptae" (Bonn 1841).

Virginia, s. Appius (Claudius Craffus) und Volumnius (Lucius).

Virginien, einer der Vereinigten Staaten von Nordamerika, grenzt gegen Nor-den an H)ennsylvanien, gegen Osten an Maryland und das Atlantische Meer, gegenSüden an Nordcarvlina und Tennessee, gegen Westen an Kentucky und Ohio, und hateinen Flächenraum von 3 i 2 l UM. Ungefähr 20 M. landeinwärts erheben sich die Ge-