Biole Violine 739
I'^merigue »u üixiems siöcle" also erläutert. Sowie die alten Normannen den Horizontin acht Weltgegenden (ättir) theilten, so theilten sie auch die Länge eines Tages und einerNacht in acht jenen entsprechende, durch den scheinbaren Gang der Sonne bestimmte, gleicheTheile (oxktir), deren jeder also drei Stunden oder ein Achtkheil eines Tages ausmachte.Die Eintheilung sowie dieses Verhältniß gründen sich namentlich auf das alte ChristenrechtIslands, das im I. > 12?- von den Bischöfen Thorlak zu Skalholt und Ketil zu Holum her-ausgegeben wurde, von welchen der Erstere ein Enkel des in V. geborenen Snorre war.Dieses Kirchenrecht, dem vorzüglich das früher in Island eingesührte des heil. Olaf zumGrunde gelegt ist, bestimmt die Ausdehnung der nördlichen Weltgegend, welcher der EyktMidnä'tti entspricht, von Nordnordwest bis Nordnordost, und so auch die übrigen Achteldes Horizontes, wonach sich die Eintheilung des Tages richtet. Dagmälaeykt entsprach demLandsudrsätt und wurde der in den ersten Zeiten des Christenthums angenommenen Be-stimmung gemäß von 7— I i)'/r Uhr Vormittags gerechnet. Dem dem Utsudrsatt entspre-chenden Eykt, später Nön genannt, wurde in älteren Zeiten auch vorzugsweise der Name Eyktbeigelegt, und der Platz dieses Eykts an dem Tage wird in dem erwähnten Christenrecht Thor-lak's und Ketil's genau bestimmt. Nach de;n Eykt sollte am Sonnabend gefeiert und nichtgearbeitet werden, „und Eykt ist es", heißt es, „wenn die südwestliche Weltgegend in Drittelgetheilt wird, und die Sonne die zwei Drittel durchgemacht hat, aber noch nicht das dritte".Eykt ist also dieser nähern Bestimmung und Beschränkung zufolge von 3'/-—4'/rUhrNach-mittags zu rechnen. Stadr bedeutet Grenze und von dem Auf- und Untergang der Sonnegebraucht, bezeichnet es vor Mittag den Anfang und Nachmittags den Beschluß oder dasEnde des Eykt. Dagmalastadr wird also 7^ Uhr Vormittags und Eyktarstadr 3 UhrNachmittags. Die Sonne ging demnach am kürzesten Tage um 7'/, Uhr auf und um 4/2Uhr unter. Dieser Tag war also neun Stunden lang. Nach dieser Bemerkung läßt sich diegeographische Breite des Orts zu 4l°24^ l<>" feststcllen und auf diese Weise kommt jeneAngabe mit den übrigen Daten in Einklang und deutet auf ebendieselbe Gegend hin. Vgl.Wilhelm!, „Island, Hvitramannaland, Grönland und V." (Hcidelb. >842).
Viöle (Viola) ist das Grundwort, wovon Fidel und fideln abstammen, und un-fehlbar ging von diesem Instrumente die ganze Gattung der Bogeninstrumente (s. d.)aus. Die vorzüglichsten Violen waren die Viola <Ia gamba oder Gambe (s. d.); Violacl'amore, ein bratschenähnliches, ehemals sehr beliebtes, angenehmes Geigeninstrument,und die als Orchesterinstrument noch gegenwärtig allgemein gebräuchliche Viola <li braccio,die am gewöhnlichsten Bratsche genannt wird. Sie hat ganz den Bau der Violine (s. d.),ist aber größer als diese, und steht besonders in Hinsicht des Klanges und des Umfanges ihrerTöne als Mittellaut zwischen derselben und demViol 0 ncell. Die Behandlung der Bratscheist wie bei der Violine, nur werden die Noten für dieselbe nicht in den 6-, sondern in den Alt-schlüssel gesetzt; sie hat ebenfalls vier Saiten, wovon die zwei tiefsten übersponnen sind; dieStimmung aller vier aber ist eine Quinte tiefer als bei der Violine.
Violine oder Geige, ein sehr altes Instrument, dem wahrscheinlich die Viole (s. d.)zu Grunde lag, wurde wol zuerst in Italien vervollkommnet, das noch gegenwärtig(Cremoneser Geigen) nebst dem angrenzenden Tirol die vorzüglichsten Violinen undähnliche Bogeninstrumente liefert. Dort sind die Geigen von Amati(s. d.), Guarncri,Stradivari, hier die von Jak. Stainer, Klotz u. A. vorzüglich berühmt. Die Violine ist mitvier Darmsaiten bezogen und davon die tiefste und stärkste mit Silberdraht übersponnen-.
Diese vier Saiten werden in die Töne g, 6, », e (Quinte, franz.cksnt ereile) gestimmt. Jeweiter man mit dem Aufsetzen der Finger nach dem Stege zu rückt, desto höher werden die dadurcherzeugten Töne, und man redet daher von Lagen oder Positionen. Die Noten für die Violinewerden in den6-Schlüfsel gesetzt, der deshalb auch vorzugsweise Violinschlü ssel genanntwird. Der Umfang der guten Töne der Violine geht vom g bis etwa zum viermal gestriche-nen a; doch ist man erst in neuern Zeiten bis zu dieser schwindelnden Hohe hinaufgestiegen. Allegenannte Töne, ja selbst die kleinsten enharmonischen Verhältnisse, werden blos durch dasAufsetzen der Finger hervorgebracht, daher die Violine sowol dadurch als durch ihren schönen,eindringenden Ton unter die vollkommensten und angenehmsten musikalischen Instrumente
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