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welche er Bestohlenen und Betrogenen gegen Vergütung zur Wiedererlangung ihre-EigenthumS verhalf. Er kam aber hierdurch bald mit der Staatspolicei in Colliston, dieihn vor Gericht stellen und sein Bureau schließen ließ. Gegenwärtig lebt er in Belgien.
Viehversicherung, s. Versicherungswesen.
Viehzucht begreift in sich die Paarung, Aufzucht, Pflege und Wartung derjenigennutzbaren Thiere, die sich der Mensch nach und nach zu Hausthieren gebildet hat. Da aberdie Hausthiere zu einem besondern Zweck dienen, ohne dessen Erreichung der ganze Nutzender Viehzucht wegfallen würde, so macht es sich nothwendig, dahin zu trachten, aus denViehständen auch den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Die Viehzucht hat es deshalb nichtnur damit zu thun, bestimmte den örtlichen Verhältnissen angemesseneRacen von landwirth-schastlichen Hausthieren hervorzubringen, diese aufzuzichen und in ihrer Reinheit, Form undEigcnthümlichkeit zu erhalten, sondern es dürfen auch dieNegeln zu deren zweckmäßigster Be-nutzung nicht unbeachtet gelassen werden. DieNegeln derVichzucht sind entweder allgemeine,auf alle Arten von Vieh gleich anwendbare, oder specielle, nur für bestimmte Geschlechter oderArten von Thieren geltende. Erster« werden aus den allgemeinen Gesetzen des thierischenLebens abgeleitet, letztere zeigen die Anwendung der allgemeinen Lehren bei den verschiedenenVieharten, wie sie durch die Verschiedenheit ihrer eigenthümlichen Natur und durch die Lage,in welcher sich die Thiere befinden, bedingt wird. In Folge dieserVerschicdenheit der Regelnder Viehzucht ist diese selbst ebenfalls eine allgemeine und eine specielle. Die Lehre von derallgemeinen Viehzucht zeigt, wie Thiere von bestimmter Form durch die Paarung hervor-gebracht werden können, und wie die gegebenen oder neuerzeugtcn Viehraccn in ihrer Rein-heit, Form und Eigenthümlichkeit zu erhalten und zu verbessern, wie ferner die Thiere in denverschiedenen Perioden ihres Alters zu verpflegen und zu behandeln sind, und auf welchenGrundsätzen ihre Mästung beruht. Die Lehre von der speciellen Viehzucht gibt dagegen An-leitung zur Wartung, Pflege, Behandlung und Benutzung der verschiedenen Arten undAbarten der landwirthschastlichen Hausthiere. (S. Pferde-, Rindvieh-, Schaf-,Schweinezucht und Mästung.)
Bieleck oder Polygon nennt man jede von einer beliebigen Anzahl gerader Linien(Seiten) eingeschlossene ebene Figur. Die Durchschnittspunkte der Seiten werden Spitzenoder Ecken, die Summe der Seiten wird der Umfang oder Perimeter genannt. Jede geradeLinie, welche zwei nicht nebeneinander liegende Ecken miteinander verbindet, heißt Diagv -nale(s. d.). Die von den Seiten «»geschlossenen Winkel nennt man innere Viclecks-oder Polygonwinkel. Die Außenwinkel des Vielecks erhält man, wenn man die Seitenüber die Ecken hinaus verlängert. Nach der Anzahl der Seiten werden die Vielecke einge-theilt und benannt, sodaß man ein Vieleck ein Dreieck, Viereck, Fünfeck», s.w: nennt,wenn es von drei, vier, fünf Seiten u. s. w. gebildet wird. Regelmäßig heißt ein Vieleck,wenn alle Seiten und alle Winkel desselben gleich sind. Sphärische Vielecke sind solche, dieauf der Oberfläche einer Kugel durch Bogen größter Kreise gebildet werden. — Vielecks-zahlen, s. Polygonalzahlen.
Bielfraß (6ulo doreslis), ein großes Naubthier aus der Familie der Sohlengänger,zur Hälfte größer als ein Dachs, von dunkelbrauner Farbe mit einem dunkeln Sattelfieckenauf dem Rücken und buschigem Schwänze. An Grausamkeit übertrifft der Vielfraß alleVerwandte und nähert sich den Mardern hierin sowie durch sein Gebiß; auf Bäumenlauernd, stürzt er sich auf vorübergehende Säugthiere, wagt sich selbst an Hirsche, klammertsich auf ihrem Rücken an und tobtet sie durch Aufbeißung der Halsadern. Die Sagen vonseiner unersättlichen Gefräßigkeit sind unbegründet und aus einer verkehrten Übersetzungseines skandinav. Namens (Fjäll-fraß, d.h. Felsenbewohner) entstanden. Er bewohnt denNorden von Europa und Asien und liefert ein gutes Pelzwerk. Der nordamerik. im Rauch-Handel viel vorkommende Vielfraß scheint eine eigene Art auszumachen.
Vielgötterei, s.Polytheismus.
Vieltheilige Größe, s. Polynom.
Vielweiberei, s. Polygamie.
Vien (Jos. Marie, Graf), franz. Maler, geb. zu Montpellier am l 8. Juni 1716, ging1740 nach Paris und 1744 nach Rom, wo er eines seiner trefflichsten Bilder, den Eremiten,