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Bidimirung Vidocq
undAnmuth des Vortrags, sowie durch harmonischen Rhythmus auS, obgleich die Nach-ahmung Virgil'S überall hervortritt und seinen religiösen Gesängen ein heidnisch-mythologi-sches Gepräge aufdrückt. Unter den religiösen Gedichten nimmt die „6Kristiss" in sechsBüchern (Cremona >535, 3.; auch Leyd. 1636), wovon Müller eine deutsche Übersetzunglieferte (Hamb. 18l l), die erste Stelle ein; zu den didaktischen gehören die „De arte poetica"in drei Büchern (herausgeg. von Klotz, Altenb. 1766); „De bamb^ce", d. i. über denSeidenbau (zuerst Rom 1527, 3.), und „De lucko scacckoruw", d. i. über das Schachspiel(metrisch übersetzt von Hoffmann, Mainz 1826), in welchem letzter» er einen den Römernfremden Gegenstand auf kunstvolle und gefällige Weise behandelt. Auch besitzen wir mehreSammlungen seiner sämmtlichen Gedichte, besonders von Vulpi (2 Bde., Padua 1731,4.;auch Lond. 1732). Außerdem schrieb er in Prosa Dialoge, Briefe und Reden, die sich eben-falls durch fließende Latinität empfehlen.
Bidimirung nennt man die gerichtliche Bestätigung, daß die Abschrift einer Urkundemit dem Originale gleichlautet. Der Ausdruck kommt von dem lat. Worte vüiimus, d. i. wirhaben eS gesehen, her. Andere schreiben Fidemirung und leiten dies von der bei solchen >
Bestätigungen gebräuchlichen Unterschrift „in lickem", d. h. beglaubigt, ab, mit dem auch I
wol eine unter gerichtlicher Beglaubigung gefertigte Abschrift irgend einer Urkunde selbst be-zeichnet zu werden pflegt.
Vidocq (Eugen Franc.), einer der größten Abenteurer neuester Zeit, wurde 1775 zuArras geboren, wo sein Vater ein wohlhaben der Bäcker war. Er bestahl als Knabe sehr oft seineAltern, nahm endlich seincrMutterauf den Rath eines schlechten Freundes 2666 Francs undging damit nach Ostende, um sich nach Amerika einzuschiffen. Ehe er aufdie See gelaugte, wurdeihm jedoch daS Geld in der Trunkenheit von Gaunern entwendet. V. trieb sich nun längereZeit mit Eauklerbandeu herum, spielte vor der Bude eines Wunderdsctors den Bajazzo,suchte aber im höchsten Elende die Aussöhnung mit seinen Altern nach und kehrte nach ArraSzurück. Beim Ausbruch der Revolution ließ er sich als Soldat aufnehmen, ging jedoch inBelgien zu den Östreichern über. Als er eines Tages Stockprügcl erhielt, verließ er das feind-liche Lager und trat wieder in ein franz. Regiment. Auch von diesem suchte er loszukommen 'und wendete sich nach Arras, wo ihn der berüch tigte Revolutionsmann Lebon insGefängnißwarf. Ein Freund rettete ihn durch Fürsprache, und Lebon's Schwester verliebte sich in ihnund beredete ihn zur Herrath. Von der Untreue seiner Frau überzeugt, verließ er dieselbebald und trat in ein Freiwilligenbataillon, von dem er sich ebenfalls entfernte. Er spielte jetztin Belgien bei einer Baronin einen emigrirten Offizier von Adel, wollte dieselbe heirathen,entdeckte sich ihr aber auSFurcht vorStrafe der Bigamie. DieDame ließ ihm 15660Francszurück und reiste ab. V. trieb sich nun mit Spielern in den Niederlanden umher und gelangteendlich mit anderen Abenteurern nach Paris, wo er in Gesellschaft von Weibern, Diebenund Landstreichern lebte und allerlei Spitzbübereien beging. Er kam deshalb auf die Galeeren,entwischte, wurde abermals ergriffen, wußte sich aber wiederum loszumachen. Nun lebte erals Hausirer, Ladcndiener, Schneider lange Zeit bald in den Provinzen, bald in der Haupt-stadt. Endlich ließ er sich von der pariser Policei als Spion (bloiicbarcl) anwerbcn und !
leistete durch seine ausgebrciteten Bekanntschaften mit Dieben und Gaunern große Dienste. ^
Man machte ihn deshalb zum Chef der sogenannten Lrigacks 6s «uretch einer aus Spionenund entlassenen Sträflingen zusammengesetzten Policeitruppe, an deren Spitze er mit außer-ordentlichem Erfolg zur Sicherheit von Paris beitrug. Im I. 1817 bewirkte er über 766Verhaftungen. Die Beschuldigung, als habe er den Bourbons auch als politischer Spiongedient, hat er mit Entrüstung zurückgewiesen. Zm 1.1818 erhielt er völlige Begnadigungseiner vormaligen Verurthcilungen wegen. Neider suchten ihn zu verderben und seinen Vor-gesetzten verdächtig zu machen, was er aber stets zu Hintertreiben wußte. V. wurde für seineDienste reichlich belohnt und galt als wohlhabender Mann. Im I. >827 erhielt er zumallgemeinen Erstaunen aus unbekannten Gründen seine Entlassung. Er schrieb nun seine,Memoire," (4 Bde., Par. 1828), die zwar viel Stoff zum Nachdenken über die menschlicheNatuisgeben, aber doch moralischen Ekel erwecken. Zu Saint-Maude bei Paris legte er einePapierfabrik an und beschäftigte sich mit Erfindung eines Papiers, von dem die Tinte nichtausgelöscht werden kann. Zm 1. 1832 richtete er in Paris eine Privatpolicei ein, durch