572 Vandalen
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Kaisers Probus neben Gothen und Gepiden im ehemals röm. Dacien an der Donau. Nachdes JornandcsErzählung vernichtete an der Marosch derGothenkönigGeberich einen großenThcil der Vandalen mit ihrem König Wisumar aus dem Geschlecht der Asdinger; der Resterbat sich von Konstantin dem Großen Sitze im röm. Pannonien, wo sie 69 Jahre in Friedenweilten. Zu Anfang des 5. Jahrh. aber erhoben sie sich, wie es heißt, von Stilicho aufge-fodert, und verließen, bis auf einen kleinen Nest, für dessen Nachkommen Zeuß die Bewohnervon Gottschce (s. d.) zu halten geneigt ist, ihr Land. Sie zogen westlich und brachen mitSueven (s. d.) und Alanen (s. d.) im I. 496 unter ihrem König Godegisil, der nachherden Franken unterlag, in Gallien ein, das sie, nachdem sie es drei Jahre lang grauenvoll ver-wüstet, und mit dem von den britann. Legionen zum Kaiser erhobenen Konstantius gekämpfthatten, im I. 499 verließen. Durch die nachlässig bewachten Pyrenäcnpässe zogen sie nunnach Spanien, das von ihnen nicht minder verwüstet wurde, bis sie sich im Nordwcsten nebenden Sucvcn, die Silinger in dem Land am Dätis (Guadalquivir) niedcrließen. Die Letzter»,vernichtete Wallia, der Westgothe, in dem Rom einen Bundesgenossen gewonnen hatte, imI. 416. Bald nachher aber zogen die Vandalen, nachdem zwischen ihnen und den SucvenStreit ausgebrochen war, unter dem König Gunderich, Godegisil's Sohn, in das von jenenbesessene Land, das von den Vandalen her den Namen An dalusien (alt Vsiulslitio) be-halten hat; der rom. Feldherr Castinus, anfangs glücklich, unterlag 422 durch die Vcr-räthcrci seiner westgoth. Hülfstruppen, und das südliche Spanien, wo um 425 Sevilla undKarthagcna erobert wurden, sowie die Balkarischen Inseln wurden von den Vandalen verheert.Eunderich's Bruder Eaiserich (s. Genserich), seit 428, folgte dem Rufe des rom. Statt-halters in Afrika, Bonifacius, der durch die Kabalen desA'etius und des röm. Hofes vonRavenna aus zur Empörung gedrängt worden war, und führte im Mai 429 die Vandalen,deren Stärke auf 8909V M. angegeben wird, mit Haufen von Gothen und Alanen, weiterals irgend ein german. Stamm gedrungen war, über die Meerenge nach Afrika. Die afrik.Ketzer (s. Donatisten) schlossen sich den Vandalen, die den Arianischen Glauben ange-nommen hatten, an und mit der Wildheit und Grausamkeit, welche die Vandalen vor denübrigen german. Stämmen fürchterlich auszeichnete, wurde Afrika von ihnen gepeinigt.Bonifacius, der selbst von ihnen litt, söhnte sich mit seinem Hofe aus; als die Vandalen seinerAuffoderung, nach Spanien zurückzugchen, nicht folgten, zog er gegen sie, ebenso Aspar, dender oström. Hof mit einem Heere gesendet hatte. Aber Beide wurden besiegt und zogen sichzurück; die feste Stadt Hippo (jetzt Bona), wo während der Belagerung im 1.430 der heil.Augustinus (s. d.) starb, wurde von den Vandalen erobert. Im I. 439 brach Eaiserichden Frieden, den er 435 mit Valentinian lll. geschlossen hatte, und eroberte Karthago. Nacheinem neuen Frieden erstreckte sich das Van dalische Reich über die Nordküste von Afrikavon dem Ocean bis an die Grenzen von Kyrene, auch die Balkarischen Inseln, ein Theil Si-ciliens, Sardinien und Corsica gehörten den Vandalen, die Eaiserich zu kühnen Seefahrerngemacht hatte. Von Eudoxia, die an dem Mörder ihres Gatten, Maximus, sich rächenwollte, gerufen, führte Eaiserich im I. 455 ein Heer nach Italien; die Bitten des röm.Bischofs Leo l. vermochten Rom nicht, wie früher gegen Attila, so gegen Eaiserich zu schützen;cs wurde >4 Tage lang geplündert; die Roheit, mit der die Vandalen auch die Werke derKunst nicht schonten, sondern zerstörten, was sie nicht rauben konnten, hat zu derBenennungVandalismus für solche Frevel Anlaß gegeben. Mit reicher Beute und vielen Ge-fangenen, die mit grausamer Härte behandelt wurden, kehrten die Vandalen zurück, auchEudoxia und ihre beiden Töchter hatten ihnen folgen müssen. Vergeblich von den west-lichen und östlichen Römern bedroht, starb Eaiserich im I. 45 7. Ihm folgte sein SohnHunnerich (bis 484), der die Katholiken grausam verfolgte, mit maurischen Stämmen, dieabgcfallen waren, vergebliche Kriege führte und das Mittelländische Meer durch seine Naub-schiffe beunruhigte. Nach Gaiserich's Anordnung folgte ihm als der älteste des Hauses seinNeffe Guntamund (bis 499), diesem sein Bruder Thrasamund (bis 523), Beide duldsamerund milder, der Letztere ein Freund wissenschaftlicher Bildung; zugleich aber hatten die Van-dalen, auf die das Klima und die von den Besiegten angenommenen Lüste ihre verweich-lichende Wirkung äußerten, an ihrer alten Kraft verloren; von den Mauren, die sich inder Landschaft von Tripolis empört hatten, wurden sie geschlagen, und Thrasamund mußte