Valuta Vandalen 57l
Zufluchtsort für die Priester. Auch gegenwärtig »och wird das Kloster von Andächtigenund Reisenden häufig besucht.
Valüta (rulem-, Villne) heißt der Werth oder Betrag eines Wcchsc l s (s. d.). Dadas Wechselgeschäft und scineStrengc darauf beruht, daß der Wechselaussteller eine Summewirklich erhalten hat, welche er sogleich an einem airdcrn Orte wieder auszahlcn lassen soll, somuß auch der Wechsel dies Bekcnntniß enthalten. Nur in England ist dies nicht nöthig undein engl. Wechsel gültig, wenn auch des Werths darin nicht gedacht wird. Dieser Werth,welchen der Wcchselempfängcr (Remittent) dem Aussteller gewähren muß, kann auf ver-schiedene Weise gegeben werden, entweder durch baare Zahlung (Werth baar erhalten,oder Werth erhalten), oder durch Tilgung einer Federung des Wcchselempfängcrs an denAussteller (Wechsel per Sukio), oder durch Waaren (Wechsel in Waaren), oder durch künf-tige Berechnung beider Theile (Wechsel in Rechnung). Nach den meisten deutschen Wechsel-ordnungen genügt cs, daß der Empfang der Valuta im Allgemeinen angegeben ist; Frank-reich aber fodert eine genauere Angabe der Art, durch welche sie gewährt wurde.
Valvation, franz. evsluatinil, im Allgemeinen die Schätzung des Wcrthes oderPreises einer Sache, nennt man die gesetzliche Würdigung einer Geldwrtc oder die auf einenfestgesetzten Münzfuß sich gründende Bestimmung des Werthes gewisser Geldsorten, nachwelchem sie in einem Lande gelten sollen. Das Verzcichmß der Münzsorten mit der Angabedes Preises heißt Valvationstabelle oder Münztarif. Dergleichen Tabellen erschienenfrüher nothwendigerweise sehr häufig, da es zu vielerlei Herren gab, die die Münzgerechtigkeitübten. Die in diesen Tabellen nicht enthaltenen Münzsorten sollten, ebenso wie die wirklichverrufenen, keine Geltung haben, doch im Handel und Wandel kamen hierbei mancherleiAusnahmen vor.
Vampyr, der gemeinsame Name mehrer Arten von Fledermäusen, welche verschie-denen Gattungen (kl^IIustoma und OlnssoplinF») angehören, theils auf den ind. Inseln,theils im tropischen Amerika und Afrika Vorkommen, bisweilen eine nicht unansehnlicheGröße erreichen, hauptsächlich von Nachtinsekten leben, indessen auch schlafenden Säug-thiercn und Menschen leichte Hautwunden beibringen, durch welche sie Blut aussaugen. Esfind diese Angriffe sehr übertrieben geschildert worden, denn während gewöhnliche Vorsichthinreicht, sie abzuwenden, können sie nur durch Nachblutung unangenehme Folgen haben,nie aber den Tod eines Schlafenden herbeiführcn. Vielleicht entsprang die Sage von denHarpyien aus undeutlichen, von Indien nach Griechenland gekommenen Nachrichten von blut-saugcnden Flederthicren. Das Wort Vampyr soll serb. Ursprungs sein. Der Glaube anblutsaugcndc Gespenster, welche man ebenfalls Vampyre nennt, ist sehr alt. Die Neu-griechen nennen ein solches Brukolakas, aber schon die älteren Griechen harten ihre Em-pusen, und die Lamien (s. Lamia) und die Lemures (s. Lemur) der Römer sind aus dem-selben Volkswah* hervorgegangen. Im I. 1732 entstanden in Ungarn und besonders inSerbien große Bewegungen über vermeinte menschliche Vampyre, welche Untersuchungenvon Seiten der Negierung und in Deutschland verschiedene Schriften für und wider dieSache veranlaßten. Das gemeine Volk jener Länder glaubte nämlich und glaubt cs in Dal-matien zum Theil noch jetzt, daß die Leichname Derer, die wegen Verdachts der Zauberei oderanderer Vergehungen im Kirchenbanne gestorben, nicht verwesen, sondern an sich selbst nagen,des Nachts aus ihren Gräbern gehen, Personen, mit denen sie ehemals in Verbindung ge-standen, das Blut aussaugen und sie so umbringen.
Vandälcn (Vanüsli) sind ein german. Volk. Ihr Name bezeichnet bei Tacitus undPlinius, bei welchem er Vinüili lautet, wahrscheinlich einen Verein mehrer Völker desöstlichenGcrmaniens- Als einzelnes Volk erscheinensie in derGeschichte zuerst in der zweitenHälfte des 2. Jahrh. n. Ehr. als Gefährten der Markomann en (s. d.) und Qua den(s. d.), bei deren Raubzügen nach Pannonien und ihremKriege mit Marc Aurel. Ihre Sitzesind in jener Zeit am nordöstlichen Abhang des Riesengcbirgs, welches das asciburgischeoder nach ihnen das Vandalische genannt wurde, und an dessen nordwestlicher Seite eineAbtheilung von ihnen, die Silinger, wohnten. Von da aus scheinen sic auch noch unter Au-relian in der zweiten Hälfte des 3. Jahrh. Einfälle nach Pannonien gemacht zu haben.Bald darauf aber haben sie ihr Land verlassen und erscheinen unter der Regierung des