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Valla Balle
licher Historiograph in seiner Vaterstadt starb, hat einige historische Werke verfaßt, die sichdurch Fleiß, Genauigkeit und Correctheit der Sprache auszeichnen, namentlich die „KotitisOallissum orcline »Iplmbetico <Ii>;estu" (Par. 1875, Fol.) und die „Oestu velerum^ krancnrnm" (8 Bde., Par. 1846, Fol.).
Valla (Laurentius), einer der ersten Wiederhersteller der klassischen Literatur undeinflußreichsten Humanisten des 15. Jahrh., geb. 1487 oder I 415 zu Rom, trat in mehrenHauptstädten Italiens, besonders zu Pavia und Mailand, als Lehrer der schönen Wissen-schaften auf, begab sich aber, als er hier wegen seiner heftigen Ausfälle gegen die scholastischePhilosophie Widerspruch und Anfeindungen erfuhr, 1443 nach Neapel, wo er bei demKönige Alfons V., einem Freunde der Bildung und Wissenschaften, Aufnahme und Schutzfand. Auch hier wurde er bald wegen seiner freimüthigen Äußerungen über religiöse Gegen-1 stände der Ketzerei verdächtig und sollte von der Inquisition zur Strafe gezogen werden. Erflüchtete daher, vom Könige unterstützt, nach Rom und erhielt daselbst, nachdem ihn der! Papst Nikolaus V. begnadigt hatte, eine Stelle als päpstlicher Secretair und Kanonikus ander Kirche zu St.-Johannes im Lateran. Sein Tod fällt in das Z. 1457, nach Andern1465. Die weiteste Verbreitung erlangten unter seinen Schriften die noch jetzt geschätztenlat. Übersetzungen des Hcrodot (zuerst Par. 1518, 4.) und Thucydides (Lyon 1543, 4.),ganz besonders aber die „lülegsntise lat. sLruianiü" in sechs Büchern (Rom > 471 und oft.),! die nicht ohne polemische Tendenz, einen reichen Apparat von Formeln für die Eleganz deslat. Stils darbieten und eine lange Reihe von Jahren als Norm beim Latcinschrciben dien-ten. Dagegen brachten ihn seine „^nnotationes in l>7ovnm Destsmslitnin", die Erasmusherausgab, in den Ruf der Heterodoxie, und seine Abhandlung „De cloimtione Oonstantin,UsFvi", worin er die kirchenhistorische Lüge von der Schenkung Konstantins nachwies,nöthigte ihn später zu einem Widerruf, obgleich die offene Darlegung dieses Betrugs fürdie Folgezeit von Wichtigkeit blieb. Nach seinem Tode ließ Ulrich von Hutten (s. d.) dieseAbhandlung drucken und widmete sie ans Spott dem Papste. Er zeigte in der Erklärungder Alten Geist und Geschmack und wußte seiner Darstellung durch Witz und Abwechslungs immer einen neuen Reiz zu verschaffen. Seine Werke erschienen gesammelt unter dem Titel„Opern" (Bas. 1543, Fol.). Vgl. Helwing, „De Dkuir. V." (Lemgo 1748, 4.).j Valladölid , Hauptstadt der span. Provinz gleiches Namens , im ehemaligen König-
I reiche Leon, in einer schönen Ebene am Einflüsse der Esgueva in die Pisuerga, der Sitz einesI Bischofs, hat etwa 20000 E. , viele schöne Kirchen, eine 1346 gestiftete Universität, Schu-len für Mathematik und Aeichenkunst und eine Akademie der Künste und Wissenschaften.Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus die bis jetzt noch unvollendete Kathedraleund ein alter königlicher Palast, ehemals Residenz der Könige von Castilien, unter denöffentlichen Plätzen der schöne, weite, mit 400 Granitsäulen und Pilastern umgebene Campogrande. Die Stadt, wegen ihrer angenehmen Lage früher die Residenz der castilischen undsvan. Könige, bis Kaiser Karl V. sie mit Madrid vertauschte, hatte früher I >800 Häuserund über 108008 E. Die im Ganzen geringe Industrie beschränkt sich auf Fertigung vonTuch, Gold-, Silber- und Seidenwaaren, Fayence und Leder. -Hier wurden Philippli. undAnna von Ostreich geboren, und Columbus starb hier.
Balle (Pietro della), einer der besten Reisebeschreiber des 17.Jahrh.,geb.zuRom 1586,aus vornehmer Familie, lebte dann in Neapel, wo er sich entschloß, nach Palästina zu wall-fahrten, und sich 1614 nach dem Orient einschiffte. Er besuchte die Türkei, Ägypten, Ara-bien, Persien und Indien und verweilte über elf Jahre in diesen Ländern, deren Sprachen,Beschaffenheit und Einwohner er genau kennen lernte. In Bagdad vermählt« er sich miteiner schönen Georgierin, Sitti Maani, die ihm aber bald durch den Tod entrissen wurde.Dies bewog ihn zur Rückkehr. Im I. > 626 langte er mit einem großen Gefolge von Mor-j genländern in Nom an, wo er sich mit einer ehemaligen Dienerin seiner ersten Gattin,
' ebenfalls einer Georgierin, wieder verheirathete. Er lebte hier in angesehenen Verhältnissen,
beschäftigte sich mit wissenschaftlichen Gegenständen, besonders auch mit der Musik, derengründlicher Kenner er war, und beschrieb seine Reise (4 Bde., Rom >650; beste Ausg.,1662 fg., 4.; deutsch, Genf 1674, Fol.). Dieses Werk, welches aus 54 Briefen besteht,zögt von des Verfassers vielseitiger Gelehrsamkeit, der aber doch von Leichtgläubigkeit und