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der Sucht, wunderbare Dinge zu erzählen, nicht frei ist. Als er einst auf dem quirinalischenPlatze einer Procefsion zusah, fielen unter des PapsteS Augen die Diener desselben über seinMorgenland. Gefolge her. V. eilte den Seinigen zu Hülfe; da aber Worte nicht helfenwollten, so stieß er einen päpstlichen Diener nieder. Der Rache des Papstes zu entgehen,lloh er nach Neapel und blieb dort, bis es seinen Freunden gelang, ihm Verzeihung undWiedereinsetzung in seine Güter auszuwirkcn. Er starb zu Rom 1652.
Valmy, ein Dorf im Bezirke Saint-Menehould des franz. Departements der Marne,mit einem Schloß und etwa 500 E., ist geschichtlich merkwürdig durch die Kanonade am2V. Sept. NS2 zwischen den Preußen unter dem Herzog Karl Wilh.Ferdinand von Braune'chweig und den Franzosen unterKellermann (s. d.), die Frankreich rettete und von derKellermann bei der Kaiscrkronung den Titel als Herzog von Valmy erhielt.
Valois, eine ehemalige Landschaft in Frankreich, die erst Grafschaft, dann Herzog. >
« hum war und von der ein Seitenzweig der Capetinger, das königliche Haus der Valois, ^
welches von 1328—1589 den Thron von Frankreich innehatte, den Namen erhielt. Gegen-wärtig bildet die Landschaft das Departement Oise. In älterer Zeit nannte man das Valoisoft nach dem Hauptorte die Grafschaft Crcpy. Die alten Grafen von V. gehörten einemjüngern Zweige des Hauses Vermandois an. Die letzte Erbtochter dieses Hauses heirathcteHugo, den Sohn Heinrich's I. von Frankreich, und brachte demselben V- und Vermandoiszu. Aus dieserEhe entsswangen die capetingischen Vermandois, die in der sechsten Generationerloschen. Philipp II. August schlug nach dem Erlöschen dieGüter und Titel der Vermandoiszur Krone und zog demnach 1215 auch die Grafschaft V. ein. Erst König Philipp Hl-, derKühne, gab die erweiterte Grafschaft V. 1285 seinem jünger» Sohne Karl zur Apanage.
Dieser Karl von V., geb. 1270, der Bruder König Philipp's IV., des Schönen,wurde nun der Gründer des königlichen Hauses der Valois. Der Papst Martin IV. belehnteihn 1283 mit dem Königreiche Aragon, auf das er aber 1290 verzichtete. Durch seine Ver-mählung mit Margarethe von Anjou-Sicilien erhielt er die Grafschaften Anjou und Maine. §Im Rechte seiner zweiten Gemahlin, Katharina von Courtenay, nahm er den Titel einer >
Kaisers von Konstantinopel an. Eine dritte Ehe schloß er mit Mathilde von Chatillon. Karl >
nahm an den Ereignissen während der Regierung seines Bruders großen Antheil, und starb j1325 zu Nogent. Er hinterließ viele Töchter, die sämmtlich hohe Verbindungen eingingen,und zwei Söhne, von denen der ältere, Philipp, König von Frankreich wurde. Derlängere, Karl, Graf von Alencon, gest. 1346, stiftete die Valefische Linie derAlenxons.Dieselbe erlosch in männlicher Nachkommenschaft 1525 mit dem Connetable Karl, erstemPrinzen von Geblüt, der sich über sein feiges Benehmen in der Schlacht bei Pavia zu Todegrämte. — Nachdem die drei Söhne Philipp's IV., des Schönen: Ludwig X., Philipp V.md Karl IV., ohne männliche Erben gestorben, bestieg 1328 der älteste Sohn Karl's vonL., Philipp VI. (s. d.), als der nächste männliche Nachkomme der erloschenen Capetingerven franz. Thron. Diese Erhebung des Hauses V. wurde der Vorwand zu langen, blutigenKriegen der Könige von England mit Frankreich. Eduard III. (s. d.) von England, vonmütterlicher Seite ein Enkel Philipp's IV., des Schönen, legte nämlich das franz. Königs-geseß zu seinen Gunsten aus und nahm sogar, wie alle seine Nachfolger bis auf Georg UI.aus dem Hause Hannover, den Titel eines Königs von Frankreich an. König Philipp VI.hinterließ aus erster Ehe mit Johanna von Burgund zwei Sohne, seinen Nachfolger, Jo-hann, denGuten, und Philipp, geb. 1336. Letzterer wurde 1375 zum Grafen vonV.undHerzog von Orleans erhoben, starb aber 1375 ohne Nachkommen. — Johann derGute, geb. 1310, bestieg 1350, nach des Vaters Tode, den Thron. Er sah sich genöthigt,iwn Krieg gegen die Engländer fortzusetzen und wurde am 19. Sept. 1356 bei Poitiers vomSchwarzen Prinzen, dem Sohne Eduard's III., geschlagen und gefangen genommen. Wäh-rend der Dauphin Karl unter den wildesten Stürmen für den Vater die Regierung führte, >
erbrachte Johann zu London, am Hofe Eduard's Hl., eine vierjährige Gefangenschaft, answelcher ihn erst der harte, am 8. Mai 1360 zu Bretigny geschlossene Friede befteite. UmKe Friedensbedingungen zu mildern, machte Johann 1363 noch eine freiwillige Reise nahLondon, wo er erkrankte und am 8. Apr. 1364 starb. Er hinterließ von seiner ersten Ge-mahlin, Bona von Luxemburg, der Schwester Kaiser Karl's IV., vier Töchter und vier Sohr«