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566 Valerius Flaccus Valesius
I. 67 als Legat des Lucullus von Mithridakes bei Zela im Pontus geschlagen wurde, undCasus V. Triarius an, ein Freund des Cicero, der imJ. 51 Volkstribun war, imBürgerkrieg im I. 49 die asiat. Flotte des Pompejus commandirte, und auch an der !Schlacht bei Pharsalus Theil nahm. — Das Geschlecht der Valerier dauerte die Kaiserzeit 'hindurch und noch in den letzten Zeiten des röm. Reichs, Ende des 4. Zahrh. n. Chr.,wird der Senator Valerius Proculus bei Symmachus als einer der wahrheitsliebend-sten und rechtschaffensten Römer gefeiert.
Valerius Flaccus (Casus), ein späterer röm. Dichter unter Vespasian und Do-mitian, war aus Setia in Campanien, nach Andern aus Padua gebürtig, wo er in völligerZurückgezogenheit, nur mit dem Studium der Poesie beschäftigt, den größten Theil seinesLebens zubrachte und im I. 89 n. Chr., noch in der Blüte seiner Jahre, starb. Sein un-vollendetes Gedicht „^rgonautica" in acht Büchern, obgleich es im Ganzen nur eine Nach-bildung des Werks des Apollonius von Nhodus (s. d.) genannt werden kann undnicht frei von überladenem Bilderschmuck ist, enthält doch einzclneschöneStellenundwahrhaftdichterische Schilderungen. Dasselbe wurde nach dem ersten Drucke (Bologna 1474, 4.)am besten von N. Heinsius (Amst. >580, 12.), P. Burmann (Leyd. 1724, 4.), Harles(2 Bdc., Altenb. 1781), I. A. Wagner (2 Bde., Gott. 1895) und W. E. Weber im„(üorpus poetarum lat." (Franks. 1833), das achte Buch besonders von Weichcrt (Mciß.1818) herausgcgeben. Eine deutsche Übersetzung gab Wunderlich (Erf. 1805). Vgl. iWeichert, „Lpistola critica (le 6. Valerii klacci ^rgonauticia" (Lpz. 1812).
Valerius Maxlmus, ein röm. Historiker im I. Jahrh. n. Chr., im Zeitalter des >Tiberius, ist der Verfasser der „Victarum factorumcpie memorabilium libri IX", welcheeine reiche Sammlung von allerhand Äußerungen, Anekdoten, Charakterzügen und Hand-lungen berühmter Personen des Alterthums enthalten und je nachdem die einzelnen Er-zählungen geborene Römer oder Ausländer betreffen, in den einzelnen Abschnitten wiederin exempla interna und externa geschieden sind. Zwar verräth das Werk Mangel anCorrectheit der Sprache und an Urtheil, ist aber wegen des Inhalts dennoch nicht unwichtig, 'weil viele Quellen, aus denen das Ganze geschöpft ist, jetzt nicht mehr vorhanden sind. Die ^besten Ausgaben besorgten Lipsius (Lyon >581), Thysius (Leyd. 1651), Torrenius (Leyd.1726), Hase (Par. 1822) und Salvin.de Lennemas (2 Bde., Par. 1,838 fg.); ein „lXovse ^eclitiouis specimen" lieferte Calmberg (Hamb. 1844), eine deutsche Übersetzung Hoffmann !(.5 Bdch., Stuttg. 1828—29). j
Valerius (Quintus), mit dem Beinamen AntiaS, von seiner Vaterstadt Ansium inMittelitalien, einer der ältern röm. Historiker, schrieb unter dem Titel „banales" ein größeresGeschichtswerk in vielen Büchern, welches die Zeit von der Gründung Roms bis auf Sulla >umfaßte und von Livius (s. d.) häufig benutzt wurde, der ihm freilich Übertreibung in derDarstellung vorwirft.
Valesius (Heinrich), eigentlich de ValoiS, ein um die alle Literatur mehrfach ver-dienter franz. Gelehrter, geb. am 19. Sept. 1603 zu Paris, lebte daselbst, nachdem erseine juristischen Studien zu Bourges vollendet hatte, eine Reihe von Jahren als Rechts-anwalt, ohne jedoch seine Lieblingsbeschäftigung mit den klassischen Sprachen zu vernach-lässigen, wurde 1669 zum königlichen Historiographen ernannt, und beschloß den 7. Mai1676 sein für die Wissenschaften thätiges Leben. Einen Ruf erwarb er sich schon dadurch,daß er die von Konstantinus Porphyrogenneta aus dem Polybius verfertigten Auszüge,von denen Peiresc (s. d.) eine Abschrift aus Griechenland erhalten hatte, zuerst unterdem Titel „Lolxbii excerpta" (Par. 1634, 4. und 1648, Fol.) bekannt machte. Späterfolgten seine geschätzten Äusgaben des Ammianus Marcellinus (Par. 1636, 4.; 2. ver-besserte Ausg. von Hadrian Valesius, Par. 1681, Fol.), der „Historia ecclesisstica" desEusebius (Par. 1659 und 1678, Fol.) und des Harpokration (Leyd. 1683 und l 695, 4.). ,
Auch in der Kritik leistete er Erhebliches durch seine „Llmsnciatianum libri V et cls criticalibri II" (herausgeg. von Burmann, Amst. 1749,4.). Sein Leben beschrieb Hadr. Vale-sius in „Nenrici Vslesü vita" (Par. 1677), und in der Folge erschienen die „Valssisiia"(Par. 1694). — Sein jüngerer Bruder, Hadrian V., geb. am I4.Zan. 1697 zuParis, der seine gelehrte Bildung den Jesuiten verdankte und am 2. Juli 1692 als könig- ,