Utzschneider Uwarow 55L
tendes Vermögen erworben hotte. Sie wurde >514 geboren, wie man amnnnnt, zu Elter-lcin, welchem Orte ihre Familie den Nomen gegeben, oder, wos wahrscheinlicher ist, von demdieselbe den Nomen entlehnt Hot. Ihr Vater wor Hcinr. von Eltcrlcin, geb. 1485, gcst.1582, keineswegs aber ein armer Bergmann, den eine unverbürgte Sage ihr zum Vatergibt. Barbara war an einen reichen Bergherrn zu Annabcrg, Christoph Uttmann,verheirathct, der daselbst in hohem Ansehen stand. Einer alten Sage zufolge lernte sie dieKloppclkunst von einer Brabanterin, die, als Protestantin durch Alba'sTyrannei vertrieben,bei ihr eine Zufluchtsstätte gefunden hatte. Als den Zeitpunkt, wo Barbara diese noch gegen-wärtig für das sächs. Erzgebirge so ersprießliche Kunst zuerst in Annaberg zu lehren ansing,gibt man das Jahr l äti l an. Barbara, von einer zahlreiche» Nachkommenschaft gesegnet,starb als Witwe zu Annabcrg >555 und wurde auf dem dastgen Kirchhofe unweit dergroßen Linde begraben. Ein Denkmal ließ ihr der Postmeister zu Annaberg, der gegen-wärtige Negierungsrath, Neichc-Eisenstuck errichten.
Utzschneider (Jos. von), ein höchst industriöser Mann, geb. am 2. Mär; >765 zuRieden am Staffelsen in Oberbeuern, machte seine Studien zu München und auf der Uni-versität zu Ingolstadt. U. hatte schon l778 und 177g einige Monate die geheime Korre-spondenz der Herzogin Maria Anna von Baiern geführt, nach beendigten Studien wurde- er >785 an der herzoglichen Mariam'schen Akademie angestellk. Wider seinen Willen in dieJlluminatengeschihte hineingezogcn und deswegen verfolgt, suchte er in Preußen eineAnstellung. Seine Gönnen», die Herzogin, hielt ihn aber davon zurück und verschaffte ihm1781 die Stelle eines bair. Hofkammcrraths. Seine Verdienste, die er sich auf dieser Stelleerwarb, veranlaßten seine Ernennung zum Geschäftsträger und ersten bair. Salinenadmini-strator im Fürstenthume Berchtesgaden. Im I. >799 wurde er bei der neuerrichtetenGencrallandcsdirection als einer der sieben Direktoren angestellt, aber bald als Geh. Re-ferendar für landständischc Angelegenheiten in das Geh. Finanzdepartemcnl verseht. SeineVerbeffcrungSplane missielcn aber einem großen Thcilc der Stände und so wurde er 1801^ von allen Staatsgeschäften entfernt. Hierauf errichtete er eine Lcdcrmanufactur in Mün-chen und > 80-1 mit Georg von Neichcnbach (s. d.) und Jos. Liebherr das mechanische In-stitut in München, welchem die von ihm zu Bencdictbeurn angelegte Kunstglashütte das^ nöthige Crown- und Flintglas lieferte. Aus letzten» wurde, nachdem er sich 1800 mitFraunhofer (s. d.) vereinigt, das optische Institut, welches nachher fast ganz Europa mitI astronomischen Instrumenten versah. Während dieser Zeit war U. 1807 wieder als General-Salinenadministrator und zugleich als Geh. Finanzreferendar in den Staatsdienst getreten.Unter seiner Leitung wurde der Bau der Saline zu Nosenheim ausgeführt, und als > 800 denbair. Salinen großer Nachtheil drohte, da die östreichischen in franz. Besitz kamen, so wußte erden franz. Generalintendanten der Armee für den Vertrag zu gewinnen, nach welchem außerderSalineBerchtesgaden auch die zu Hallern in bair. Administration überging. Eine anderevorzügliche Anstalt, welche unterst.'S Leitung in Baiern Wurzel faßte, war das Grund-kataster. Auch wurde er I8II Vorstand der Staatsschulden-Tilgungsanstalt. Als abernach dem pariser Frieden von >814 dieser Anstalt nicht die Hülfe wurde, die er dafür inr Anspruch nahm, so legte er alle seine Stellen im Staatsdienste nieder und erhielt bei dieser' Gelegenheit den Titel als Geh. Nath. Hierauf errichtete er eine große Brauerei und eine'Tuchmanufactur, deren Gedeihen jedoch hämische Gerüchte, welche von seinen Gegnern überseine Vermögensumstände in Umlauf gebracht wurden, hinderten. Näch Einführung derneuen Verfassung in Baiern im I. 1818 wurde er erster Bürgermeister von München undbald darauf auch zumLandtagsdeputirten fürMünchen gewählt; doch in beiden Beziehungenvermochte er so wenig den Wünschen seiner Commitkenten zu entsprechen, daß er >821 dasAmt alsBürgermeister niederlegte. Hierauf widmete er sich wieder seinen Jndustricgcschäftcnund wurde l 827 Vorstand der Münchner polytechnischen Centralschule. Der Ankauf vonErching in der Nähe von München im I. 1820 gab ihm Veranlassmig zu einer Mengeneuer Versuche und Leistungen im Gebiete der Landwirthschast. In Folge des Durchgehensder Pferde fand er seinen Tod am 51. Jan. >840.
Uwcrrow (Serge! Gras), russ. Staatsminister der Volksaufklärung und Wirklicherj E-h. Rath, seit 1818 Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Petersburg, war früher