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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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554 Uttmann

thron bestiegen und dadurch cinc bedenkliche Macht in sich vereinigt hatte, so neigte sich derengl. Hof zur Erneuerung der schon öfter vergeblich angcknüpften Fricdcnsuntcrhandlungen.

Gras Tallard, der als Kriegsgefangener in England sich befand, machte dem Minister Vo-lingbrocke die ersten Eröffnungen; im Oct. >711 war man bereits über die Hauptpunkteeinig und machte sie als Präliminarien bekannt. Die Königin, durch Verträge zu gemein-samem Unterhandeln verpflichtet, benachrichtigte sogleich die Verbündeten davon. DerKaiserfand zwar diese Artikel nicht angemessen und beharrte auf der Fortsetzung des Kriegs; Eng-land aber erklärte, daß cs einen Separatfrieden schließen werde, wenn man nicht zu einemCongrefse zusammentreten wolle. Also wurde U. zum Versammlungsorte und der > 2. Jan.

1712 zur Eröffnung des Congrcsses bestimmt. Die ausgezeichnetsten unter den hier ver-sammelten Gesandten waren der Marschall d'Uxelles und der Abbe Polignac von SeitenFrankreichs, der Bischof von Bristol von Seiten Englands, der Graf von Sinzendorfvon Seiten des röm. Kaisers u. A. Frankreich erbot sich, die Dynastie des Hauses Hannoverin England und ihre Erbfolge anzuerkennen, die Festungswerke von Dünkirchen zu schleifen,die Insel» St.-Christoph, Terreneuve ki. s. w. und dieHudsonsbai mit Vorbehalt des Stock-sischfangs an England abzutretcn, den Generalstaaten Apern, Knocke u. s. w. zu überlassenund einen angemessenen Handelsvertrag mit denselben zu schließen, wogegen es Douay,Bouchai» u. s. w. begehrte; ferner auf die ital. Reiche der span. Monarchie zu verzich-ten, wogegen das Haus Habsburg alle Ansprüche auf die span. Erbfolge aufgeben sollte;am Rhein sollten die Grenzen dieselben bleiben, wie sie vor dem Kriege gewesen; dieKurfürsten von Köln und Baiern sollten in alle ihre Rechte wieder eingesetzt werden, wiesie vor dem Kriege gewesen; dagegen wollte es Preußen in seiner königlichen Würde aner-kennen; Frankreichs und Spaniens Kronen sollten nie auf einem Haupte vereinigt werdenn. s. w. Kaiser und Reich begehrten, daß Frankreich alles durch die Friedensschlüsse zuMünster, Nimwegen und Nyswijk ihm Zugefallene, sowie alle in Spanien, Italien und inden Niederlanden eroberten Platze wieder herausgebcn und daS ganze span. Erbe dem Habs-burger Hause zufallen solle. England foderte die Anerkennung der protestantischen Erbfolge,die Entfernung des engl.Kronprätcndenten Jakob III. aus Frankreich, Abtretung der Inseln 'St.-Christoph u. f. w., die Errichtung eines Handelsvertrags und eine billige Entschädigungfür die Verbündeten. Die ersten Besprechungen waren fruchtlos und die franz. Gesandtenfanden bald Veranlassung, sie zu unterbrechen, in der Absicht, England zu einem Separat-frieden zu bringen. In diesem Falle hoffte man sodann gegen die übrigen Verbündeten, ent-weder im Gange der Unterhandlungen oder durch das Glück der Waffen, gemäßigtere Fode-rnngcn zu erringen. Wirklich wurden die Unterhandlungen mit England insgeheim mit Er-folg fortgesetzt, und am l N. Aug. waren Frankreich und England bereits über die Haupt-punkte einig; die Gcneralstaaten, Portugal, Preußen, Savoyen, das Sicilien erhielt, undandere Staaten traten diesen Unterhandlungen bei, und so brachte Frankreich am 11. Apr.

17 13 inU. nenn einzelneFriedensschlüsse zu Stande. England erlangte dadurch von Frank-reich alles Vorerwähnte und von Spanien Gibraltar und Minorca, nebst dem Negerhandetfür das span. Westindien. Zugleich legte es den Grund zu seiner darauf so furchtbar er-wachsenen Herrschaft zur See. In dieser Hinsicht ist der an demselben Tage Unterzeichnete >Handels- und SchiffahrtLvertrag merkwürdig, dessen Grundsätze Napoleon hundert Jahre 'später gegen England wieder geltend machen wollte. Vgl. traite ü'vtroclit röclamep:,r !i, i'i-iince etc." (Lpz. 1811). England erfuhr schon bei diesem Friedensschlüsse, welchenEinfluß es auf die Mächte des Festlandes äußern könne; denn nur sein Abfall zwang dieübrigen zu gleichen Unterhandlungen. Durch diesen Abfall konnte es sich günstige Resultateerkaufen; denn das furchtbare Dünkirchen verschwand, es gewann die Hudsonsbai undgroße Wichtigkeit in Westindien, Gibraltar und damit den Schlüssel zum MittelländischenMeere. Mit Kaiser und Reich kam in U. kein Friede zu Stande, sondern I7I1zuNastadt(s. d.) und Baden. Spanien und Ostreich aber versöhnten sich erst durch den wiener Vertragvon 1727. Vgl. Mahon,klistni-)- k>f tbe war vf succession in 8;>->in" (Lond. 1832).

Uttmann (Barbara), die edle Frau, welche zuerst im sächs. Erzgebirge das Spitzen-klöppeln lehrte, stammte aus dem Geschlechts von Elterlein, einer nürnberger Patrizier-familie, die sich des Bergbaus wegen nach dem sächs. Erzgebirge gewendet und hier bedeu-