556
Uz
Curator der Universität und des Lehrbezirks von Petersburg, von welcher Stelle er1821 zurück,trat. Im folgenden Jahre wurde er Director des Departements der Manufacturcn und desinnern Handels, sowie der Reichs-, Leih- und Commerzbank. Hierauf wurde er 182-1 Wirk-licherGeh. Rath, I832Minister der Volksaufklärung und 18-16 in dcnErafenstand erhoben.Durch sein „?rnjet 6'une ac-ulemie ssir>tique"(!8I V) hatte er zum Studium der Morgen-land. Sprachen in Petersburg die erste Veranlassung gegeben; es wurden bei der Akademieeine Stelle für diese Literatur und ein asiat. Museum, sowie bei der Universität zwei Lehr-stühle dafür gegründet, und 1823 trat eine besondere vom Departement der auswärtigenAngelegenheiten abhängige oriental. Lehranstalt ins Leben, welche Zöglinge für oriental.Diplomatie bildet. Von seinen auch im Auslande rühmlich bekannten Schriften nennen wir„Lsssi sur Iss masteres ll'LIensis"; „Uber das vorhomerische Zeitalter"; seine Ausgabedes Nonnus von Panopolis (Petersb. 1817); das „Lxsmen critigne «le la takle clUer- iciile", gegenDupuis' „Orions <1e Ions lescultes" gerichtet, und die „Notice sur 6oetke",die Stöckhardt ins Deutsche übersehte. In seinem eigentlichen Berufskreise hat er sich durchGründung neuer Lehranstalten in allen Theilen des weiten Reichs unstreitig ein großes Ver-dienst erworben, wenn auch viele jener Institute nicht den Stempel der Humanität trugen,den U. selbst ihnen gern ausgeprägt hätte. Aber sein Wille scheiterte oft an der Unbiegsam-keit und Ungelehrigkeit Derer, die ihm zur Ausführung seiner freisinnigen Plane dienensollten. Zum richtigen Vcrständniß Dessen, was U. als Minister des öffentlichen Unterrichtsin den ersten zwölf Jahren seiner Amtsthätigkeit geleistet hat, dient die treffliche Schrift vonAlex, von Krusenstern „krecis clu Systeme <1es progres et tle I'etat tls I'instruction znikli-gue en Kussie". Uber 700 Lehranstalten, mehr als ein Drittheil sämmtlicher Institute desUnterrichts, verdanken ihm ihre Entstehung. Auch zur Gründung der Wladimiruniversitätin Kiew hat U. die erste Anregung gegeben. Ferner erwarb er sich großes Verdienst durchErrichtung und Erweiterung mehrer Museen, botanischer Gärten, Sternwarten, physika-lischer Cabinete, Bibliotheken und gelehrter Gesellschaften, durch bessere Dotirung des Lehr-personals und überhaupt durch geist- und einsichtsvolle Leitung der Nationalbildung, wobeiihn seine Kenntniß und Vorliebe für die Literatur des Auslandes und seine elastische Bildung 'sehr unterstützten. Er hat keine Gelegenheit ungenutzt vorübcrgehen lassen, wo er zur Be-reicherung des wissenschaftlichen Lebens unter den Russen beitragen konnte. Durch ihnwurde zu wissenschaftlicher Untersuchung bei Gelegenheit der totalen Sonnenfinsterniß am8. Juli 1811 die astronomisch-geographische Sendung angeordnet, wie er denn auch zurUnterstützung und Ausrüstung mehrer wissenschaftlichen Expeditionen, zur Begründung undErweiterung der Archävgraphischen Commission, welche durch seine Bemühungen seit 183-1permanent geworden ist, und zur Herausgabe vieler gelehrten Werke mit größter Humanitätdie Hand geboten hat. — Noch gedenken wir eines seiner Verwandten, des russ. Generalsvon der Cavalerie Fedor Petrowitsch U., Chefs des kaiserlichen Gardecorps, der alsGeneraladjutant am 2. Dec. 182-1 in Petersburg starb. Er war am 27.Apr. >789 zuChruslowka im Gouvernement Tula geboren. Durch Heldenmuth zeichnete er sich aus wäh-rend des Kriegs mit Frankreich in den 1.1805 und 1807, mit der Türkei im I. 1810, indem Kriege von > 812 bei Borodino, wo er als Generallieutenant ein Cavaleriereservecorps .Hei der ersten Westarmee unter Barclay de Tolly commandirte, bei der Verfolgung des franz. lHeeres, sowie in den I. >813 und 1811. Zur Errichtung eines Triumphbogens zu Ehrender kaiserlichen Garde legirte er 100000 Rubel.
Uz (Joh. Pet.), Dichter, geb. zu Ansbach am3.Oct. 1720, studirte seit 1739 in Halle,wo er mit Gleim einen engen Freundschaftsverein schloß, dem sich später G ö,tz (s. d.) beige-sellte, und kehrte >713 nach Ansbach zurück. Mit Götz ließ er damals seine Übersetzung desAnakreon (1716) erscheinen. Im I. 1718 nahm er die Stelle als Secretair bei dem Justiz-collegium in Ansbach an, welche er zwölf Jahre lang ohne Gehalt bekleidete. Die Muße,welche ihm diese Stelle gewährte, benutzte er zu fortgesetzten Versuchen im lyrischen Fache;so entstand die kleine Sammlung „Lyrischer Gedichte", welche Gleim 1719 zum Druck be-förderte. Nachdem bereits durch diese sein Ruf als Dichter begründet war, erschienen vonihm der „Sieg des Liebesgottes", ein erzählendes Gedicht; die „Theodicee" (>755), welcheunter allen seinen Gedichten den meisten poetischen Werth hat, und das in Alexandrinern