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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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553
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Uteriili

Utrechter Friede 553

das zunehmende Bedürfniß es heischte, die Anzahl der Hcxachorde oder nunmehrigenHeptachorde. Gegenwärtig bedienen sich die Italiener beim Singen statt der Silbe blt auchder Silbe I)n.

Utertni, Schoosgcschwister, heißen die Kinder einer nnd derselben Mutter.

Utlca, eine von den Phöniziern gegründete Stadt auf der Nordküste von Afrika, west-lich von Karthago gelegen, in dem Theil des Landes, der Zeugitana genannt wurde. Aga»thoklcs (s. d.) hatte U., da es von ihm abfiel, mit Sturm erobert, doch blühte es bald wiederempor und stand mit dem mächtigen Karthago im Bunde. Vom altern Scipio Africanuswurde es vergeblich belagert; im dritten pun. Kriege ging es zu den Römern über, und nachKarthagos Fall wurde es der Hauptort und die blühendste Handelsstadt der rvm. ProvinzAfrica. Im Bürgerkrieg hielt es Cato für die Pompejanische Partei besetzt. Nachdem jener,

. der daher den Namen Uticensis erhielt, auf die Nachricht von Cäsar's Sieg beiThap -sus (s. d.) sich ermordet, ergab sich die Stadt dem Cäsar, berste mild behandelte. UnterAugustus erhielt sie das Bürgerrecht. Die Ruinen einer großen Stadt westlich vom FlusseI Mejerdah (dem Bagrada der Alten), südlich von Porto Farina im Tunesischen, werden fürdie des alten U. gehalten.

, Utopien, nach dem Griechischen so viel als Nirgendswo, nannte der engl. Kanzler

Thom. Morus (s. d.) die fabelhafte Insel, auf welcher er seinen Staatsromanve optimoreipublicao statu, clegue nova insula lätopia" (Löwen 1516 und oft.) spielen ließ. Diesepolitische Fiction, die den Leser i» das Schlaraffenland der Deutschen versetzt, wo die ausge-! suchtesten Genüsse ohne Anstrengung erworben werden, fand zahllose, mehr oder wenigergeistreiche Nachahmungen. (S. Socialreformer.) Der östr. GeneralSchrebelin entwarfgegen Ende des 17. Jahrh. unter dem Titel'Ladula Iltopiae oder Schlaraffenland" einehumoristische Karte, die zu ihrer Zeit als eine ausgezeichnete Satire galt. In neuerer Zeitbelegt man die Politiker und Socialreformer, welche den Boden der Wirklichkeit verlierenund sich mit phantastischen Weltverbesserungsplanen beschäftigen, mit dem Namen der. Utopisten.

' Utraquisten, s. Calixtiner.

Utrecht, die Hauptstadt der gleichnamigen niederländ. Provinz von 26 lüM. mitI5I200 E., liegt in einer angenehmen Gegend am alten Rhein, ist eine sehr ansehnlicheStadt, aber freilich noch sehr alterthümlich gebaut und zählt gegen 50600 E., worunter20000 Katholiken. Sie hat schone Gebäude, viele Kirchen, darunter der zum großen Theilzur Ruine gewordene Dom mit hohem Thurm, und angenehme Spaziergänge, unter welchenletztem die an der Ostseite der Stadt angelegte, aus acht Alleen Lindenbäume bestehende,über 2000 Schritt lange Maillebahn die vorzüglichste ist. Von Fabriken sind die in Tuch,Sammet, Spiegeln und Gewehren zu erwähnen. U. ist der Sitz eines Bisthums, einer Uni-versität, eines Gymnasiums und einer Gesellschaft der Wissenschaften und Künste. Die Uni-versität wurde I636von denStänden der Vereinigten Niederlande gestiftet und 1666 einge-weiht. Die Zahl der Studirenden belief sich 18-16 auf 365; die Sammlungen sind vonkeiner großen Bedeutung. Das dasige vortreffliche Wasser wird zu Schiff nach Amsterdamgebracht. U. ist unstreitig die älteste batavische Stadt (Drsseclnm iokerius) und wurde von' den Römern Trajectum S<I Rlieoum, d. i. die Furth am Rhein, und später lältr» 1>s-jectum genannt. Die Erzbischöfe des Niederstifts zu U. waren im Mittelalter sehr mächtigePrälaten und von großem Einfluß. Die Stadt kam nachher an Lothringen, dann an dasDeutsche Reich und war später öfters des Kaisers Sitz. Daselbst wurde am 23. Jan. 1579die Union der sieben vereinigten Provinzen abgeschlossen, welche die Unabhängigkeit derNiederlande (s. d.) begründete. Auch versammelten sich hier die Generalstaaten, bis sie1593 nach dem Haag verlegt wurden.

Utrechter Friede. Dieser Friede, vom 1 1.Apr. 1713, beschloß den span. Erb folge-krieg (s.d.) zwischen Ludwig XIV. auf der einen Seite und dem Deutschen Reiche und Eng-land auf der andern Seite. Er macht Epoche in der Geschichte des europ. Gleichgewichts-systems, weil er die brit. Macht in der Reihe der Hauptstaaten voranstellte und dadurchFrankreichs Politik zuerst in feste Schranken zurückwies. Nachdem der Krieg mit abwcch-, selndem Glücke geführt war, König Karl VI. (s. d.) von Spanien aber auch noch den Kaiser-