Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
551
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Usserius Usteri (Joh. Mart.) 551

gerechnet wird, muß er die Entfernung berücksichtigen; so ist er in London für Wechsel ausItalien drei Monate, aus Spanien und Portugal zwei Monate und aus Deutschland einMonat. Verschieden vom Uso sind die Respekttage (s. d.).

Usserius, f. u sh e r (James).

Ussing (Tage Algren-), Bürgermeister vonKopenhagen und Mitglied der Stände-versammlung zu Noeskilde, geb. 1795 zu Fredcriksborg auf Seeland, wo sein VaterPrediger war, besuchte das Gymnasium zu Fredcriksborg und studirte in Kopenhagen dieRechte. Nach vollendeten Studien Notar bei der Universität, wurde er sehr bald Kanzlistbei der dän. Kanzlei mit dem Titel als Kanzleisecretair, in welcher Stellung er sich seinenVorgesetzten als gewandten Kopf und fleißigen Arbeiter empfahl. Erst seit l 836 trat er alspolitischer Schriftsteller auf. Er besaß die Gabe, sich populair und interessant zugleich aus-zudrücken und wurde dadurch bald der populairste Mann in Kopenhagen und ganz Däne-mark. Bei den ersten ständischen Wahlen im I. >831 fiel auf ihn die Wahl als zweiterAbgeordneter der Hauptstadt. Die Ständeversammlung aber wählte ihn nebst dem Bank-director Bang, dem ersten Deputieren der Hauptstadt, zu Redakteuren der Ständezeilung.Ungeachtet dieser bedeutenden Arbeit fand er doch noch Muße zu vielen gründlichen Comite-arbeiten für die Ständcversammlung; auch wurden von ihm mehre wichtige Motionen ge-macht und durchgcführt. Er unterstützte alle liberale Anträge, z. B. auf Öffentlichkeit derStändeversammlung, wegen Communalverfassung u. s. w.; entschieden dagegen sprach er.gegen einen Negierungsantrag auf weitere Beschränkung der Preßfreiheit. Nach der Rück-kehr von der Ständeversammlung erhielt er vielfache Beweise des Wohlwollens seiner Mit-bürger; auch die Negierung, als deren bedeutendsten Gegner er sich bewiesen, erkannte seineLhätigkeit dadurch an, daß sie ihn zum Assessor beim Hof- und Stadtgericht in Kopenhagenernannte. Bei politischen Festen machte er den Volksredner; doch nie überschritt er die Gren-zen der durch das absolute Königsgesetz bestehenden Staatsform. Eine wohlgeordnete Ver-waltung der Finanzen, Preßfreiheit und Öffentlichkeit waren die Themata, über welche ermit dem Feuer eines Republikaners sprach; allein auf eine Verfassung, die damit harmo-nirte, kam er nie; selbst nicht einmal in der zweiten Versammlung der berathenden Pro-vinzialstände im I. 1838, obschon die jetzt erst gegebene königliche Antwort auf die An-träge der vorigen Stände so wenig gewährte und mehre Gesetze, darunter auch das zur wei-tern Beschränkung der Presse, gegen den Rath der Stände erlassen worden waren, dieÖffentlichkeit der ständischen Verhandlungen und die Vereinigung der roeskilder mit derviborger Ständeversammlung, für die sich U. in einer eigenen Schrift ausgesprochen hatte,abgeschlagen und die Finanzanträge mit allgemeinen Redensarten umgangen wurden. Ersprach auch diesmal sehr freisinnig; allein seine Erklärung bei Erörterung der Frage überEinführung einer Constitution, daß ihm eine solche gar nicht so nothwendig erschiene, mußteihn bei den entschiedenen Liberalen nur verdächtigen, zumal er bald nachher von der Ne-gierung als ordentlicher Professor der Rechte an der Universität zu Kopenhagen änge-stellt wurde. Im I. 1836 wieder zum ersten Deputaten der Hauptstadt gewählt, zeigteer sich in seinen politischen Ansichten immer schwankender und unentschiedener. Die Regie-rung ernannte ihn im Febr. 1831 zum außerordentlichen Beisitzer beim höchsten Gericht;zwei Jahre darauf wurde er zum Bürgermeister der Hauptstadt erwählt. DaS größte Auf-sehen machte sein Antrag in der roeskilder Versammlung im I. 183-1, den König ru bitten,durch ein Gesetz die absolute und ewige Verbindung der Herzogtümer mit dem Königreichauszusprechen, was die gleichzeitig versammelten Holstein. Stände veranlaßte, sich entschiedengegen jeden Eingriff der Krone in die Rechte des Herzogthums zu verwahren.

Usteri (Joh. Mart.), ein schweizer. Dichter, geb. zu Zürich im Apr. >763, der Sohneines Kaufmanns, starb als Nathsherr zu Zürich am 29. Juli 1827. Vorzüglich gelangenihm novellenartige Erzählungen in.dcr Mundart seines Vaterlands, in denen er eine Reihehöchst anziehender Bilder schweizer. Lebens uns vorgesührt hat. So vortrefflich er in dieserGattung war, so wenig befriedigen seine hochdeutschen Dichtungen, die sich selten über dasGewöhnliche erheben. Doch hatte seinFreut euch des Lebens u. s. w." das Glück, in dervon ihm gesetzten Weise zu einem allbekannten Volksliede ru werde». Seine hinterlassenenDichtungen in Versen und in Prosa" gab Dav. Heß (3 Vde-, Berl. 1831) heraus.