Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
550
Einzelbild herunterladen
 

! --

550 Usen Uso

bei, einem Dorfe an der Stelle des heutigen Odessa, und der Insel Tendra, und denentscheidenden Sieg über die türk. Seemacht beim Vorgebirge Kalen-Burni am 11. Ang.1791. Im franz. Kriege wurde er unter Kaiser Paul I. zum Oberbefehlshaber der ver-einigten russ. und türk. Flotte ernannt und eroberte >798 und >799 die Ionischen In-seln durch die Siege bei Korfu und Kephalonia, wobei er sich nicht nur durch sein ener-gisches Commando, sondern auch durch eigene Tapferkeit und Unerschrockenheit rühmlichauszeichnete. Er stand auch bei Alexander l. in großer Achtung, und starb auf seinem Gutein der Nahe von Petersburg im Oct. >817.

Usen (der große und kleine) heißen zwei beträchtliche Ströme in Rußland, zwischender Wolga und dem Uralflusse, welche beide am Südgehänge des Obschtschei-Sirt-Gcbirgesentspringen und nach einem von Nordwest nach Südost gerichteten ziemlich parallelen Laufevon SU55 M. sich plötzlich in kleinen Salzseen verlieren, an denen die Steppe, der sieangehörcn, reich ist. Sie sind daher recht eigentlich als kolossale Steppcnflüsse zu betrachten.Der kleine Usen bildet auf eine bedeutende Strecke die Grenze der Gouvernements Orenburgund Astrachan. An den Ufern beider Flüsse nomadisiren kirgisische Völkerschaften.

Usher (James), bekannter unter dem Namen Usserius, Erzbischof von Armagh,einer der berühmtesten brit. Theologen des 17. Jahrh-, wurde am 1. Jan. > 589 zu Dublinvon protestantischen Altern geboren. Er überließ das väterliche Amt eines Secretairs beider irländ. Kanzlei seinem Bruder und widmete sich zu Dublin mit größtem Eifer dentheologischen Wissenschaften. Seine Talente, womit er die Katholiken in Schriften undDisputationen widerlegte, setzten ihn in hohe Gunst bciKönig Jakob l. Derselbe verlieh ihm1697 eine theologische Lehrkanzel an der Universität zu Dublin und erhob ibn 162-1 zumErzbischof von Armagh. In dieser Stellung und als Mitglied des irländ. GeheimrathSsetzte er seine Controvcrsen gegen die Katholiken fort und suchte in zahlre'chen Schriftennamentlich zu beweisen, daß der Lchrbegriff und die Einrichtungen der ältesten katholischenKirche von den Neuerungen Calvin's nicht sehr verschieden wären. Diese Ansichten brachtenihn aber auch mit der engl. Hochkirche in Conflict, indem er besonders den Begriff des Epi-skopats viel freier auffaßte als die engl.Theologen. Aus Anhänglichkeit für das Königthumund Treue gegen Karl I. unterdrückte er indessen seine Hinneigung zu den Presbyterianernund erkannte 1635, von Wcntworth und Land gedrängt, den Erzbischof von Eanterburyals Primas der protestantischen Kirche in Irland an. Beim Ausbruch der Revolution inEngland und Schottland und des Aufstandes der Katholiken in Irland verlor er seine Ein-künfte und seine wcrthvolle Bibliothek. Letztere ließ ihm zwar das engl. Parlament zurück-stcllen; allein Vieles ging auf dem Transport zu Grunde. Als Karl l. gefangen gesetztwurde, suchte er den König auf und begleitete denselben sogar zur Hinrichtung. Der Car-dinal Richelieu lud ihn jetzt unter Zusicherung völliger Glaubensfreiheit zur Niederlassungin Frankreich ein, was jedoch im Augenblicke der Einschiffung verhindert wurde. U. fandnun einen Zufluchtsort zu London selbst, wo ihn die Gräfin von Pctcrborough aufnahm undunterstützte. Er starb zu Nyegate, einem Landsitze dieser Dame in der Grafschaft Surrcy,am 29. März >656. Cromwell, der den sanften und biedern Mann hochachtetc, befahl, ihnin der Westminsterabtei beizusetzen, bewilligte aber nicht die Kosten, sodaß es unterblieb.Seinen Kindern hinterließ U. eine Bibliothek von 19999 Bänden an Manuscripten nndgedruckten Werken, welche später die Universität zu Dublin erwarb. Die vorzüglichstenSchriften, die U. binterlassen, sind dieUritsniiiciir. eoclosmrnm ii»tignit!>te5" (Dubl.1639; vermehrt, Lond. 1687) und^nosles Veteris etidlovi Hstameuti" (Lond. 1659;

Par. >673; Genf 1722 u. oft.).

Uso (ital.), eigentlich Gebrauch oder Gewohnheit, bedeutet bei Wechselgcschäften dieNachsichtsceit, welche zur Zahlung des Wechsels nach Sicht, d. i. bei Vorzeigung, Dem-jenigen gestattet zu werden pflegt, auf welchen der Wechsel gezogen ist, der nicht auf einebestimmte Zeit, z.B.zwci Monate nach cinto oder 13 Tage nach Sicht, ausgestellt ist. DieseNachsichtsfrist wird bald von der Ausstellung des Wechsels an gerechnet, wie in Englandund Frankreich, bald von derPräsentation und Acceptation an, wie in den meisten deutschenLändern. Hier muß der Usowechsel 13 Tage nach Sicht bezahlt werden. Auch gibt eshalbe (7), doppelte(28) und anderthalb Usi(21 Tage). Wo der Uso von derAusstellung an