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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
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82
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82 Talgbaum Talisman

Schweinen heißt Schmeer. Höchst bedeutend ist die Talgfabrikation im südlichen Nuß.land und in der Umgegend von Odessa.

Talgbanm (Valeria inckica) ist ein auf der Küste Malabar heimischer Baum vonbedeutender Größe und schnellem Wachsthum. Der Firniß dieses Baumes ist trocken imHandel als Kopal bekannt. Außerdem liefert er noch Talg, der eine feste und geruchloseSubstanz bildet und den thierischen Talg zur Lichtbereitung u. s. w. ersehen kann. Ein Vor-zug dieses vegetabilischen Talgs ist es, daß er weder beim Brennen, noch bei langer Aufbe-Währung einen unangenehmen Geruch hat.

Talion (vom lat. tslw) bezeichnet das Verhä'ltniß des Thuns und Leidens, des Em-pfangens und Leistens, vermöge dessen sich Beides richtig untereinander ausgleicht, also dieVergeltung (s. d.), die sich ebenso als Lohn wie als Strafe darstellt, äus talionis- heißtdas Recht der Vergeltung; gewöhnlich mit der in der Idee der Vergeltung nicht liegendenBeschränkung auf die materielle Identität des vergeltenden Übels, wie sie der Sah: Augeum Auge, Zahn um Zahn, ausspricht.

Talisman ist die Benennung eines Bildes von Metall, Stein u. s.w. oder auf Steinu. s. w. gravirker Schrift, Zeichen, Bilder, welchen die Kraft beiwohnen soll, dem Besitzer Glückzu sichern. Der Name sowol wie die Sache selbst rühren sicher aus dem Orient, wahrscheinlichaus Indien her. Für die Erfinder der Talismane werden gewöhnlich die Chaldäer, Sabäeru. s. w. gehalten, die die himmlischen Kräfte der Gestirne, bei gewisser vorgeschriebener''Weihung, auf Figuren von Stein und Metall übertrugen und durch die Kraft dieser ge-weihten oder gefeyten Figuren Schätze zu bewahren oder zu erschließen, Glück oder Unglückzu wenden, Liebe oder Haß erregen zu können glaubten. Don diesen, oder wahrscheinlichervon den Indiern ging der Gebrauch der Talismane zu den Persern, Hebräern, Arabern undGnostikern über, daher die für gleichbedeutend gehaltenen Namen Abraxas (s. d.), Stoicheiaund Teraphim. Die alten Perser trugen den Talisman in der Form kleiner Cylindcr oderHalbkugeln mit eingegrabene» Figuren und Schriftzügen. In neuerer Zeit hat sich dieAnsicht festgestellt, daß der Talisman immer von Stein sei, das Amulet aber von Zeug,Papier u. s. w.; erstcrer habe seinen Namen von dem Gebirge Talisman, dessen Steinlediglich zu dessen Anfertigung verarbeitet werde. Dieses Gebirge werde nach dem Glaubender Perser von allerlei Geistern bewohnt, und dadurch dem Gestein eine besondere magischeKraft beigelegt. Telesin nennt der Perser den Talisman, und ihn tragen die Frauen auf derBrust und am Gürtel, die Männer meist in kleinen Beuteln am ganzen Körper; oft sind sieganz bedeckt damit. Zu den Mohammedanern übertragen, änderte sich der Inhalt der Zu-schriften der Talismane sofort nach den Bestimmungen des Korans. Ihre Talismane sinddurchweg arabisch, also in der Sprache des Korans abgrfaßt. Die Hauptlehren des Islamverwehrten jeder Anrufung dämonischer Kräfte den Eingang, und so konnte der Inhalt derTalismaninschriften nur aus Anrufungen Gottes, Bezeichnung seiner Attribute, ausWortendes Korans oder Gebetformeln bestehen, und so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben.Gegenwärtig ist der Talisman ein Modeartikel, selbst unter den Christen geworden. Mansicht ihn zu allerlei Schmuck verwendet und der Begehr ist so groß, daß Künstler sich finden,welche nach dem Muster echter Talismane des Orients andere anfertigen, welche denn auchvielfach gekauft werden. Diese Nachbildungen können aber dem Kenner nicht entgehen, dennes ist selbst dem geschicktesten Künstler unmöglich, die Feinheit derZügedesNeschioderTaalik,ohne genaue kalligraphische Kenntniß der arab. Sprache, nachzubilden. Eine besondere ActTalismane sind diejenigen, welche aus Ziffern oder kabbalistischen Zeichen zusammengesetztsind. Sie enthalten manchmal Zahlen statt Buchstaben, manchmal umgekehrt, und sindmeist nicht zu entziffern. Zu den Talismanen gehören auch die sogenannten Prophetensiegel,deren Abdrücke auf Amuleten und in Gebetbüchern häufig Vorkommen. Das Siegel Sa-lomo's, dem Menschen und Geister dienstbar waren; die Siegel Joseph's, Seth's u. A., de-nen allen die Kraft Unglück abzuwenden und Glück zu bringen beigelegt wird, gehören eben-falls hierher. Der Unterschied zwischen Siegel und Talisman besteht hauptsächlich darin,daß die Siegel immer verkchrt gestochen sind und erst durch den Abdruck lesbar werden, wäh-rend der Talisman gleich auf dem Stein gelesen werden kann; daß in Siegeln nie der Namedes Besitzers fehlen darf, wogegen er sich auf dem Talisman niemals findet, und daß die Sie-