Druckschrift 
14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

76 Tafelwerk Tag

steht, während Wolfram von Eschen bach's (s. d.)Parcival" undTiturcl", an die dannauch der Lohen grin (s. d.) angeknüpst ist, auf der doppelten Grundlage der Artus- undder Graalsagc ruhen. Zu Ende des >5. Jahrh. nahm Ulrich Füterer in seine weitläufigeDichtungBuch der Abenteuer", aus welcher Hofstätter in seinenAltdeutschen Gedich-ten aus den Zeiten der Tafelrunde" (2 Bde., Wien >811) Auszüge gegeben hat, auch dieGeschichten von den Helden der Tafelrunde auf. In derselben Zeit entstanden durch pro-saische Bearbeitung der Gedichte Wirnt's und Eilhart's die Volksbücher (s. d.) vomWigalois und von Tristan und Jsalde.

Tafelwerk, s. Parquet.

Tasfet ist die allgemeine Benennung glatter, leinwandartig gewebter seidener Zeuchemir lauter gleich Licken Fäden in der Kette, wodurch sie sich von den Eros und Camelotsunterscheiden. Marzelline, Avignon, Floren«, Doppeltaffet, Halbtaffct u. s. w. sind nurUnterarten nach der verschiedenen Schwere und Dichtigkeit.

Tafra heißt auf den Antillen bei den Franzosen Das, was die Engländer Num (s. d.^nennen. Der gewöhnliche Tasia wird aus einem Gemisch von Melasse, Syrup und ZuckerWasser bereiter, ist aber im Geschmack und Geruch weniger angenehm als der Num.

Taftlelt oder Tafilet, eine Provinz des Reichs Marokko in Nordasrika, südöstlichvom Altas am Rande der Wüste gelegen, zu der sie den Übergang bildet. Die ganze Pro-vinz ist ein ziemlich ebenes, dürres Steppenland von etwa I5t1»v lüM., mit salzigem Bo-den, der nur an dem Ufer der wenigen Flüsse, die ihn bewässern, anbaufähig und bewohntist. Hauptfluß ist der Ziz, an dem auch der Hauptort, Tafilelt genannt, liegt.

.Tag nennt man im gewöhnlichen Leben die Zeit der Anwesenheit der Sonne über demHorizont.' Die in diesem Sinne genommenen oder natürlichen Tage find wegen der Nei-gung der Erdachse gegen die Ebene der Erdbahn oder Ekliptik von sehr ungleicher Länge.(S. Ekliptik.) Die Dauer des längsten Tages ist aber nicht für alle Orte der Erde gleich,und desto langer, je weiter man sich vom Äquator gegen die Pole entfernt. Unter dem Äqua-tor, wo alle dem himmlischen Äquator parallele Kreise senkrecht auf dem Horizont stehen undvon diesen! in zwei Hälften geschnitten werden, find auch das ganze Jahr hindurch alle Tageden Nächten und untereinander gleich, während unter den Polen der längste Tag ein volleshalbes Jahr dauert. Wegen seiner höchst ungleichen Dauer ist der Tag in dem bisherigenSinne oder der natürliche Tag als Maß für unsere Zeitrechnung nicht geeignet. Man ver-steht aber unter Tag noch ferner die Zeit von einer Culmination (s.d.) der Sonne bis zurandern, und nennt einen solchen Tag einen wahren Sonnentag, auch wol, zum Unterschiedevom natürlichen, einen künstlichen Tag. Allein wegen der ungleichförmigen Bewegung derSonne, die im Winter schneller, im Sommer langsamer ist, müssen auch diese Tage ungleichsein. Daher sind unsere Uhren auf eine angenommene gleichförmig gehende Bewegung derErde gestellt. (S. Zeit.) Der sich zu allen Zeiten völlig gleichbleibende Tag, nach welchemdaher auch die Astronomen am liebsten rechnen, ist der Sterntag. (S. Sternzeik.) Imbürgerlichen Leben pflegt man den Tag gewöhnlich von Mitternacht an zu rechnen und zähltihn durch zweimal zwölf Stunden hindurch, während die Astronomen den Mittlern Sonnen-tag erst von Mittag an zu zählen beginnen und durch volle 2-1 Stunden fortzählen. Sagtman z. B. im bürgerlichen Leben: den 14. Apr. S Uhr Vormittags, so sagt der Astronom denlll.Apr. 2 l Uhr u. s. w. (S. Sonnen zeit.) Der Tag ist übrigens jenes uns von der Naturgleichsam aufgedrungene unveränderliche Urmaß der Zeit, dessen sich alle Völker und Natio-nen bedienen. Während Alles am Himmel, z. B. die Bahnen der Kometen, sowie der Pla-neten und ihrer Begleiter, zahllosen Störungen unterworfen ist, ist die Länge des Tages,die Rotationszeit der Erde, das einzige unveränderliche Element, das sich, den genauestenUntersuchungen der größten Astronomen zufolge, seitdem die Welt steht, auch nicht umeine Sekunde geändert hat. Die Eintheilung des Tages in 21 Stunden findet man schonim grauen Alterthume bei den Juden und Babyloniern, welche Letztere den Tag mit Son-nenaufgang anfingcn. Die Juden, Römer und Griechen thcilten den natürlichen Tag inzwölf Stunden, ebenso die Nacht, sodaß die Stunden in den verschiedenen Jahreszeiten vonungleicher Länge waren. Die Athenicnser und später die Juden fingen den Tag mit Son-nenuntergang an und die Italiener thun dies noch gegenwärtig. In den Rechten ver-