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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
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taback sich eignen; zu Rauchtaback benutzen ihn in Holland nicht einmal die niedrigstenVslksclassen. An die holländischen schließen sich dir deutschen Landkabacke an, von denen dievorzüglichsten in der Pfalz, in Hessen, im Kleveschen, Kölnischen, Magdcburgischen, in derMark, im Henncbergischcn und in manchen Theilen Sachsens gezogen werden. Von denvielen nach und nach bekannt gewordenen Tabacksarten baut man gegenwärtig vornehmlichdrei an, von denen jede wieder mehre Spielarten hat; nämlich den Virgin. Taback(N. Isbscum), den maryländ. (?>>. macrnpkzülu) und den Veilchen- oder Ungar. Taback(iV. riistiaa). Die erste Art wird in Deutschland noch inimer am häufigsten culkivirt, obgleichdie zweite, welche die besten amerik. Sorten, z. V. die Maryland- und Varinasblätter, liefert,manche Vorzüge besitzt. Von der dritten kommen fast alle ungar. und türk. Tabackc.

Der Taback gedeiht in Deutschland am besten auf einem stark- und frischgedüngten,wohl und tief bearbeiteten, mehr lockern als schweren Erdreiche, vorzüglich auf Neubrüchen,alten Luzernefeldern und gebranntem Boden. Die Aussaat geschieht gegen Ende März inganz feine Mistbeeterdc auf erhabene Mistbeete (Ta backskutschen). Im Juni werden diejungen Pflänzchen auf das Feld, 22'/, F. weit voneinander, versetzt, Haben sie eine gehö-rige Hohe erlangt, so werden sie, noch vor Bildung der Blutenknospen, abgeköpst, und dieSeitenäste (Geizen) ausaebrochen. Zu Samen läßt man nur die schönsten Pflanzen unge-köpft in Blüte übergehen. Die Reife der Blätter erkennt man daran, wenn sie gelbe Fleckebekommen. In Büschel gebunden oder aus Stäbchen oder Fäden gereiht, werden sie sodann aneinem luftigen Ort zum Trocknen aufgehängt. Je luftiger und lockerer der Taback hängt,desto schöner wird er an Farbe. Vom Jan. bis März wird er wieder abgenommen, in Bün-del gebunden und diese auf große Haufen dicht zusammengesetzt, damit die Blätter in Gäh-rung übergehen. Dabei müssen die Haufen oft umgesetzt werden, sodaß die äußern Bündelnach innen und die am meisten feuchten nach oben kommen. Ist der Gährungsproceß vor-über, so wird der Taback in Hausen bis zum Verkauf aufbewahrt und gegen den Zutritt derLust etwas geschützt. Das angegebene Verfahren der Erzeugung und Behandlung der Ta-backsblätter ist das in der Pfalz gebräuchliche, welches gegenwärtig als das dem deutschenKlima angemessenste überall angesehen wird. In Amerika dagegen findet, vom Klima be-günstigt, eine ganz andere Behandlung statt. Nur wenig TabackSblätter sind ohne besondereVorbereitung genießbar; sie werden erst in den Fabriken durch besondere Zubereitungen,auch wol mannichfaltige, oft geheimgehalkene Beizen, die besonders bei dem Schnupftabackvon Wichtigkeit sind, wohlschmeckend und gutriechend gemacht. Dieser jetzt sehr wichtigeFabrikationszweig wird am stärksten in Holland und Bremen, doch auch an viele» anderndeutschen Orten mit Glück betrieben. In mehren Staatenfist der Taback ein Monopol derRegierung und dann gewöhnlich schlecht und theuer, wie in Ostreich.

Die eigenthümlichen Wirkungen, welche man vom Rauchen und Schnupfen des Ta-backs wahrnahm, mußten auch die Idee erzeugen, ihn medicinisch anzuwenden. Man bereiteteAufgüsse, Abkochungen, Tincturen, Extracte und Salben von Tabacksblättern und benutztediese Präparate in den verschiedenen Fällen. Im Allgemeinen wirkt diese Pflanze den scharf-narkotischen Mitteln analog, wa§ dem in ihr enthaltenen Pflanzenalkaloid, dem von Vau-quelin entdeckten Nicotianin, zuzuschreiben ist. In kleinern Gaben vermehrt der Tabackdie Absonderungen der Schleimhäute, namentlich des Darmkanals und der Urinwerkzeuge,und erregt daher in größer» Erbrechen und Durchfall ohne bedeutende Schmerzen, jedochmit dem bekannten, auch bei nicht daran Gewöhnten durch Tabacksrauchen entstehenden Un-wohlsein, und hat endlich bei gleichzeitiger erst schwächer dann stärker lähmender Einwirkungauf das Nervensystem eine deutlich narkotische Vergiftung zur Folge. Diese Wirkungensuchte man namentlich bei Wassersucht, Krankheiten der Urinwerkzeuge, Wundstarrkrampf,Kolik, Brustkrankheiten, Scheintod, eingeklemmten Brüchen, chronischen Hautausschlägen,Geschwüren und bei manchen Augenkrankheiken zu benutzen. Den größten Widerstand je-doch finden kleinere Gaben durch die überall verbreitete Gewohnheit des Rauchens undSchnupfens, welche den Körper im Allgemeinen dagegen abstumpfk, während größere Gabenbei der noch so unvollkommenen Erfahrung über dieses Mittel Gefahr bringen, sodaß die mei-sten der angeführten Präparate wieder aus denPharmakopöen verschwunden sind. Am häu-figsten werden noch die Tabacksklystiere in Gebrauch gezogen, wobei man entweder cineiz