68 Systole Szigeth
Systole mimt man in dcr Prosodie die Verkürzung einer an sich langen Silbe durchdie Aussprache, welche regelmäßig in dcr Thesis oder Senkung des Versfußes unmittelbarvor dcr folgenden Hebung cintritt, wie in dem Hexameter des Virgilius „Ob-tu;»ii steto-r!„>t>,ue o»n:>e, v«x luncilxis Imesil", wo „stetermit" statt „rtetvrunt" gesprochen wer-den m -ß. Entgegengesetzt ist dieDiastole (s. d.).
Syzysiieu nennt man die Stellungen zweier Planeten in ihrer Zusammenkunft oderim Gegenschein (s. A sp ecte), wo sie sich mit dcr Erde fast in gerader Linie befinden. Diesist bei Sonne und Mond, von welchen man dieses Wort bciweitem am hänfigstcn zu brauchenpflegt, zur Zeit des Neu- und Vollmondes dcr Fall. Die Syzygicn der Mondbahn fallenin die Mitte zwischen die sogenannten beiden Viertel oder Quadraturen. — In der Metrikgebraucht man Syzygie gleichbedeutend mit Dipodic (s. d.).
Szechenyl (Stephan, Graf von), östr. Geh. Nach und Präses der Commission inAngelegenheiten der Landescommunicationcn in Ungarn, geb. zu Wien am 2I.Sept. 1792,stammt aus einem sehr alten ungar. Geschlecht, das von MichaelS., dem WaffenbruderNiklas Zrinyi's, bis herab auf Georg S., der > 697 von Leopold I. in den Erafcnstand er-beben wurde, eine Reihe ausgezeichneter Männer lieferte, die thcils in den Kriegen gegen dieTürken sich glänzenden Waffenruhm erwarben, theils später durch großartige Stiftungenin ihrem Vaterlande sich ein bleibendes Eedächtniß stifteten. Wie sein Vater, ErafFranzvon S., gcst. am 29. Der. 1829, dcr namentlich durch Stiftung des von ihm mit Freige-bigkeit ansgestattcten ungar. Nationalmuseums sich ein unvergängliches Denkmal errichtete,so widmete auch er mit großer Aufopferung an Vermögen und Kräften seinem Vaterlandeeinen seltenen Patriotismus. Schon in früher Jugend beim Znsurrectionsheere dienend,machte er seit seinem Übertritte in die Armee die wichtigsten Feldzüge des europ. Völkerkrie-aes mit und erwarb sich hierdurch, sowie auf später» Reisen durch fast alle europ. Landereine umfassende Kenntniß der europ. Staats - und Nationalverhältnisse. Der Reichstagvon 182 i—2 7 veranlaß« ihn, aus dcin Militairdienste zu scheiden, um sich mehr der Beför-derung dcr geistigen und industriellen Interessen seines Vaterlands widmen zu können. Hier-her gehören vorzüglich seine Mithülfe zur Errichtung der für Förderung ungar. Nationalitätso wichtig ge rordencn ungar. Akademie, dcr er ein Capital von 60000 Fl. Conv.-Münzeüberwies; der im I. > 826 durch seine Bemühungen begründete Verein zur Beförderung dcrungar. Pferdezucht; seine Verwendungen im 1.1832 zur Errichtung eines ungar. Central-schanspiclhanses und Conscrvatoriums der Musik, sowie seine gleichzeitigen Bemühungenfür die Begründung eines Vereins zur Erbauung einer stabilen Donaubrücke zwischen Pesihund Ofen, zu welchem Dchufc er l 833 nach England reiste und über seine Berathungen mitden dortigen vorzüglichsten Technikern einen detaillirtcn Bericht (Pesth 1833) veröffent-lichte. Eine im Jahre darauf wiederholte Reise nach England unternahm er als bevollmäch-tigter königlicher Commissar für die oberste Leitung dcr hydraulischen Arbeiten am eisernenThore, und bereits am I I.Nov. >834 passirle das erste Schiff den gereinigten Kanal, womitdas wichtigste Hindcrniß dcr ununterbrochenen Verbindung Deutschlands mit demSchwar-zen Meere gehoben war. Wesentlich trug er sowol hierdurch, wie durch seine anderweitigenBemühungen zur Begründung dcrDvnau-Dampfschiffahrt bei. Auf dem Reichstage zeigteer sich fortwährend als einen eifrigen Freund des Fortschritts, dagegen erklärte er sich wieder-holt gegen den ungar.Ultraliberalismus. Von seinen Schriften erwähnen wir als dievorzüg-lichsten „Uber den Credit" (deutsch, Lpz. >830); „Über Pferde, Pferdezucht und Pferde-rennen" (deutsch, Pesth l 830); „Licht, oder aufhellende Bruchstücke und Berichtigung eini-ger Jrrthümer und Vorurtheile" (deutsch, Pesth 1832); „Vorschläge zur Verbesserung"(deutsch, Lpz. 1833); „Über die Donauschiffahrt" (deutsch, Ofen 1836); „Einiges überUngarn" (deutsch, Pesth 1839) und „Über die ungar. Akademie" (deutsch, Lpz. 1843).
Szekler, s. Siebenbürgen.
Szigeth, ein Marktflecken in Niederungarn, zum Unterschied von andern Ortengleiches Namens in Ungarn auch Nagyszigeth oder Grenzszigeth und Szigethvargenannt, auf einer morastigen Znsel, welche die Almas bildet, ist historisch merkwüroig durchdie heldenmükhige Verthcidigung des Niklas Zrinyi (s. d.) gegen die Türken im I. 1 56S.Von der alten Feste sind nur noch wenige Ruinen vorhanden; das stark befestigte Schloß