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14 (1847) Sueven bis Viterbo
Entstehung
Seite
67
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System 67

mengesetzte Ganze, insofern die Zusammenordnung und Verknüpfung dieserTheile unter derHerrschaft einer durchgreifenden Regel steht, und entweder die letztere erkennen läßt, odergeradezu durch die Anwendung und Befolgung derselben zu Stande kommt. In diesemSinne spricht man z. B. von dem Planetensystem, insofern man voraussetzt oder weiß,daß die Bewegungen der Planeten von einer bestimmten durchgreifenden Beziehung dersel-ben aus ihren gemeinschaftlichen Centralkörper, die Sonne, abhängen und nach einer be-stimmten Regel erfolgen; man nennt die Verknüpfung der Nerven in dem organischen Kör-per das Nervensystem, insofern diese Verknüpfung ihr Zusammenwirken zu den Zweckendes organischen Lebens je nach der Stufe seiner Ausbildung bedingt; man nennt die Reihen-folge der Töne nach bestimmten Intervallen das Tonsystem, die Bezeichnung derselbennach einer durchgreifenden Regel das Notensystem; man spricht von Eisenbahn-systemen; von Systemen des Ackerbaus, der Verwaltirng, der Regierung u. s. w.Vorzugsweise wichtig wird der Begriff des Systems und der Systematik da, wo einMannichfaltiges absichtlicher Thäligkeit bewußtvoll auf die Einheit eines Zwecks bezogenwird; daher er auch in dem Gebiete der auf das Erkennen gerichteten geistigen Thätigkeit,in dem Streben nach wissenschaftlicher Erkenntniß darauf Anspruch macht, die Regelmäßig-keit des wissenschaftlichen Verfahrens überhaupt zu bezeichnen. (S. Methode.) Wennnämlich Wissenschaft im allgemeinsten Sinne des Worts ein vollständiger Inbegriff gleich-artiger, nach gewissen durchgreifenden Hauptgedanken geordneter und unter sich verknüpfterErkenntnisse ist, so ist die Systematik jene Anordnung und Verknüpfung nach diesen Haupt-gedanken, und das systematische Verfahren dem blos fragmentarischen, rhapsodischen undtumultuarischen entgegengesetzt. Der Begriff der Systematik modificirt sich aber dabei jenach der Art, wie ein Ganzes wissenschaftlicher Erkenntniß zu Stande kommt, verschieden-artig. Die niedrigste Form derselben ist die Classification (s.d. und Eintheilung),die sich lediglich nach den Verhältnissen logischer Über- und Unterordnung richtet. Der Zu-sammenhang des Mannichfaltigen ist hier mehr ein äußerer; wo man dagegen den innernBeziehungen dieses Mannichfaltigen, also namentlich dem Verhältnisse zwischen Grund undFolge nachzugehen anfängt, wird die Systematik die Form der Begründung, der Ableitungdes Mannichfaltigen aus Principien. (S. Prinzip.) In diesem Sinne ist keine Wissen-schaft systematisch, die nicht ihre Lehrsätze aus Principien ablcitct oder auf sie zurück-sührr. Eine ganz unbegründete Federung ist es dabei, daß ein System nur ein einzigesPrincip haben dürfe und daß mit der Einheit des Princips die ganze Form der Systematikwegfalle; sowie ein Gebäude nicht darum unhaltbar wird, weil es auf mehren Stützpunktenruht, so hört ein System nicht auf systematisch zu sein, wenn es mehre Principien hat; viel-mehr besteht das Wesentliche der Systematik in dem ununterbrochenen Zusammenhänge,in den innern Beziehungen der Theile eines wissenschaftlichen Ganzen, und in einer solchenArt des Fortschritts von einer Erkenntniß zur andern, daß sie durch ein vvllständiges Be-wußtsein der Grunde, die von einem Satze zum andern treiben, nothwendig wird. Die Sy-stematik wird sich deshalb auch je nach der verschiedenen Natur und Erkenntnißquelle dereinzelnen Wissenschaften sehr verschieden gestalten können; ja innerhalb jeder einzelnen Wis-senschaft werden im Laufe ihrer Entwickelung große Verschiedenheiten des systematischenBaues eintreten müssen, je nachdem man bald diese, bald jene Ausgangspunkte für die Ab-leitung und Begründung des zu ihr gehörigen Mannichfaltigen benutzen zu müssen glaubt,und demgemäß nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt der Wissenschaft verschiedenausfällt; daher in der Philosophie, der Astronomie, der Chemie, Physik u. s. w. sehr ver-schiedene Systeme sich zeitweilig geltend zu machen gesucht haben. Die von gewissen Prin-cipien aus vollständig durchgeführtcDarstellung einer Wissenschaft nennt man ein Lehrge-bäude; eine systematische Erkenntniß die durch Grundsätze begründete klare undvollständige Erkenntniß eines Gegenstandes; einen systematisch en B eweiS, einen aufdie Grundsätze zurückgehenden, mit ihnen in einem nachweisbaren Zusammenhänge stehen-den. Die allgemeinen Formen des systematischen Verfahrens darzulegen, ist Sache der Lo-gik, ihre Anwendung und nähere Bestimmung für besondere Gebiete der Erkenntniß bleibtden einzelnen Wissenschaften überlassen.

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