66 Syrjänerr System
1748,Fol.). Die zahlreichen Übcrsetzimgen griech. Schriftsteller, Kirchenväter, PhilosophenundÄrzte, welche besonders die Nestoriancr lieferten, hatWenrich verzeichnet in der Ab-Handlung „I)en»ctoiiim<är»ecoium ver.-innilius st commentarii-- s>r. etc." (Lpz. l 842).Unter den historischen Werken ist namentlich die Chronik des Barhebraüs zu erwähnen (her-ausgegcben von Bruns und Kirsch, 2 Bdc., Lpz. 1789). Die Poesie der Syrer ist fast nurkirchlich und liturgisch, ohne Schwung der Gedanken, in steifer, unschöner Form. Der ältesteHymnendichter ist der Gnostiker Bardesanes (s. d.); neben ihm verdient Ephraem Syruserwähnt zu werden, dessen Gedichte in einer Auswahl Hahn und Sieffcrt Herausgaben (Lpz.! 825). Die reichsten Sammlungen von Handschriften finden sich in Nom (vgl. Assemani,„Vil-Iiotlisca »rientslis <7lsmei>tmo-Vaticaim", 3 Bde., Nom 1719—28, Fol.), in Parisund im Britischen Museum zu London (vgl. Rosen, „eatsInFiis cnelicnm manuscripto-,-,,m Lond. 1839, Fol.), welches namentlich in neuester Zeit durch Taltam einen reichenZuwachs aus den koptischen Klöstern gewonnen hat.
Syrjänen, eine früher sehr verbreitete finnische Völkerschaft, im europ. und asiat.Rußland, welche gegenwärtig besonders in dem weliki-ustjugischen Kreise des Gouverne-ments Wologda und in einzelnen Bezirken der Gouvernements Perm und Tvbolsk ange-troffen wird. Sie nennen sich , wie die Permier oder Permjäken, mit denen sie überhauptbinsichtlich der Sprache viel Ähnlichkeit haben, Komi oder Komi-Murt, und haben auch diePermier von allen Seiten zu Nachbarn. Im 14. Jahrh. nahmen sie, äußerlich wenigstens,das Christenthum, und zwar den griech.-russ. Glauben an. Sie haben sich in Sitte undLebensart seit langer Zeit schon den Russen so genähert, daß sie kaum als ein besonderesVolk zu betrachten sein würden, wenn nicht die Sprache sie von jenen unterschiede. Gram-matiken des Syrjanischen lieferten Sjögren (s. d.) und von der Gab elentz.(s. d.).
Syrmien, ein Comitat des Königreichs Slawonien, von ungefähr 44 mM. mit19909» E., hat den Namen von dem alten Sirmium (s. d.). Die Einwohner sind vonslaw. Abkunft und bekennen sich zur griech. Kirche. Es hat 13 griech. Klöster, darxnterzwölf Kalugaklöster, nach der Regel des heil. Basilius. Das Comitat ist der fruchtbarsteTheil Slawoniens, namentlich an Getreide und an Wein. Das Land bildete sonst ein Her-zogthum, das lange unter türk. Botmäßigkeit stand, 1688 der Pforte entrissen wurde undnun an das Haus Odelschaldeschi und später durch den Kaiser, der es gekauft hatte, an LasHaus Albani kam.
Syrien, zwei Busen des Mittelländischen Meers an der Küste von Nordafrika, sindunter dem Namen der Kleinen und der Groß en Syrte bekannt. Jene, auch-der GolfvonKabcs genannt, liegt im Süden der Bai von Tunis zwischen den Landschaften Tunisund Trirvlis; diese, auch GolfvonSydra genannt, südöstlich von der vorigen zwischender Landschaft Tripolis und dem Plateau von Barea, wo sie den südlichsten Theil des gan-zen Mittelmeers bilden. Durch Untiefen und Sandbänke sind die Syrien der Schiffahrtgefährlich und waren deshalb schon im Alkerthume verrufen.
Syrus (Publius), ein berühmter röm. Mimendichter unter Cäsar und Augustus,der jüngere Zeitgenosse und Nebenbuhler des L a b erius (s. d.), kam aus Syrien, woher erseinen Namen erhielt, als Sklave nach Nom, wurde aber wegen seiner trefflichen Talentespäter sreigelassen und führte seine dramatischen Spiele mit großem Beifall in den ital.Städten auf. Vorzüglich schätzte man seine Mimen (s.d.) wegen der darein verwebten zahl-reichen Sittensprüche, die ebenso wahr als schmucklos sind und deshalb nach SenecäsTode zum Behuf des Jugenduntcrrichts zusammengcstellt wurden. Wir besitzen noch unterdem Titel „Sententiae" eine alphabetisch geordnete Sammlung von mehr als 80V solcherSprüche, die aber mit denen des Laberius, Seneca und anderer Verfasser vermischt wurdenund so auf uns gekommen sind. Ausgaben besorgten Gruter (Leyd. >727), Bothe in „?»e-tnrum Ist. sce». srsgments" (Bd. 2, Halberst. 1824), Zell (Stuttg. 1829), Neinhold(Anclam 1838) und zugleich mit deutscher Übersetzung Kremsier (2. Ausl., Lpz. 1834). Znneuerer Zeit entdeckte Orelli in einer baseler und einer züricher Handschrift eine mit ungefähr30 vorher unbekannten Sentenzen des S. vermehrte Sammlung und gab sic als Anhangzur zweiten Auflage seiner Bearbeitung der „Fabeln" des Phädrus (Zür. 1832).
System heißt im Allgemeinen jedes aus einer Mannichfaltigkeit von Theilen zusam-