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14 (1847) Sueven bis Viterbo
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Syrinx Syrische Sprache, Schrift und Literatur 65

Syrinx, eine arkadische Nymphe, wurde, von Pan verfolgt, im Flusse Ladon auf ihrFlehen in Schilfrohr verwandelt. Aus demselben schnitt sich Pan, der trostlos am Ufer stand,eine Pfeife, der er den Namen Syrinx gab. Daher soll auch die gewöhnliche Hirtenpfeife,die aus mehren, nebeneinander verbundenen, stufenweis abnchmendenRöhren von ungleicherDicke bestand, diesen Namen haben. Homer und Hesiod, bei denen diese Pfeife schon vor-kommt, kannten die Sage vom Pan noch nicht.

Syrische Christen oder Chaldäische Christen nennen sich die Nestorianer(s. d.) im Mittlern und östlichen Asien, weil sie sich bei ihrem Gottesdienste der alten syr. Sprachebedienen, in der sie auch das Neue Testament besitzen. Ihnen schlossen sich in Persien-199 dieübrigen Christen an und mit glücklichem Erfolge breiteten sie ihr Glaubensbekenutniß imöstlichen Asien weiter aus, wo die sogenannten Thoma sch risten (s. d.)sich mit ihnen vcrei-nigten. Die Oberhäupter der syr.Christen sind erbliche Patriarchen. Der vornehmste dieserPatriarchen residirte im 5. Jahrh. zuerst zu Babylon, jetzt hält er sich zu El Kösch im EjalceMoshul in Mesopotamien auf und führt den Titel Katholikos (Jacelich); unter ihm stehenfünf Bisthümer. Dieser und ein anderer Nestorianischer Patriarch zu Diarbekr in Syrienerkennen gegenwärtig den Primat des Papstes an und sind unirte Nestorianer. Als solchehaben sie nur der Priesterehe entsagen und den Glauben an sieben Saeramente annchmenmüssen. Übrigens stimmen Lehre und Gottesdienst derNestorianer ganz mit denen der ortho-doxen griech. Kirche überein, und nur der Aufstellung der Bilder in ihren Kirchen, wo manallein das Kreuz sieht, haben sie sich stets entgegengesetzt. Nicht unirt ist dagegen der syr.Patriarch zu Giulamork im hoben Gebirge von Akaria nebst den unter ihm stehenden Bi-schöfen und Gemeinden.

Syrische Sprache, Schrift und Literatur. Die Sprache Syriens ist einZweig des Aramäischen (s. Aramäa) und gehört zu den Semitischen Sprachen (s. d.).Ihre Blütezeir fällt in das erste Jahrtausend n. Chr. Geb.; von da an wurde sie durch dasstammverwandte Arabische immer mehr aus dem Leben verdrängt und blieb nur noch Schrift-und Gelehrtensprache. Jetzt ist sie ganz ausgestorben, und nur unter den Nestorianern(s. d.) in Kurdistan hat sie sich mannichfach verderbt als Volkssprache erhalten. Die besteGrammatik ist vonHoffmann (Halle 1827, 4.); das einzige wenig ausreichende Wörter-buch von Castellus (herausgcgeben von Michaelis, Gott. 1788, 4.), und die besten mit Glos-sarien versehenen Chrestomathien sind von Kirsch und Bernstein (2 Bde., Lpz. !832), vonOberleitner (Wien i 826) und Rödiger (Halle 1838). Für die Lexikographie sehr wichtigsind die einheimischen Lexika des Bar Ali und Bar Bahlul, aus welchen Gesenius (Lpz.183-t) und Bernstein (Bresl. 1842) Proben mitgetheilt haben. Die Schrift der Syrer isteckig und steif, hat aber in ihrer ältesten Gestalt, dem Estrangelo, die größte Verbreitung un-ter den verschiedenen Völkern Asiens gefunden, denn aus ihr stammt die Kufische derAraber,die Zend-und Pehlewischrift der Sassaniden, die mgurischc der Türken, sowie die msngol.und die Mandschuschrift. Ob es in syr. Sprache vor Einführung des Christenthums eine Lite-ratur gegeben habe, ist nichtsicher nachzuweisen, doch bei dem blühenden Zustande syr. Staa-ten und Städte wol zu vermuthen. Aber schon im I. Jahrh. n. Chr. entwickelte sich eine sehrreiche Literatur, die sich vorzüglich aufchristlich-theologischeLiteratur, Bibelübersetzung und Er-klärung, Dogmatik und Polemik, Martyrologien und Liturgien erstreckte, aber auch die be-schichte, Philosophie und Naturwissenschaften umfaßte. In diesen letztem Gebieten wurdendie Syrer wieder die Lehrer der Araber im 8. und 9. Jahrh., und haben im Allgemeinen alsVermittler der Cultur einen großen Einfluß auf die geistige Gestaltungdes Orients ausgeübt.Der letzte klassische Schriftsteller der Syrer ist Barhebräus, gest. 1286, jakobitischer Wcih-bischof zu Maraga. Das älteste noch vorhandene Denkmal der christlich-syr. Literatur, undzugleich das Muster ihrer Sprache, ist die Übersetzung des Alten und Neuen Testaments,die sogenannte P e sch i t o (s.d.) (herausgegeben von Lee, 2 Bde., Land. 1823, 4.). Außerdieser besitzt man noch viele andere Übersetzungen, die aber bis jetzt nur theilwcise bekannt ge-worden sind. Der berühmteste Lehrer und Theolog in der rechtgläubigen Kirche ist EphracmSyrus (s. d.), im 4. Jahrh. n. Chr. Für die Kkrchengeschichte sind wichtig die vonAssemani herausgegebenen ,,^ctu martzrum orientalium et ocoiclentnliuw" (2 Bdt., Nom- «onv.-Lex. Neunte Ausl. XI V. 5