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mehrte sich, die Katholischen hoben alle Gemeinschaft nur den Evangelischen auf und im Ort.>531 mußte Zürich, von den andern Evangelischen verlassen, allein auf dem Kampfplätzeerscheinen. Vcrrätherei kam dazu, und am 11. Oct. wurden die tapfer» Züricher bei Cappelgeschlagen. Zwingli selbst, der bewaffnet die Fahne seiner Anhänger geleitete, fiel ini Kampfe.
Doch die blutige Niederlage konnte das Werk Zwingli's nicht vernichten. Die evan-gelische Schweizcrkirche war gegründet; sein Geist lebte in ihr fort. Er hatte ihr bereits jeneRichtung gegeben, die sie auf Jahrhunderte von den deutschen evangelischen Gemeindentrennte. Früh schon hatte er unüberwindliche Zweifel gegen die papisiische Abendmahlsfeier,die eine Verwandlung der äußern Zeichen des Brotes und Weines in den Leib und das BlutChristi behauptete, in sich genährt, und war endlich dahin gekommen, zugleich mit der Vcr-wandlungslehre die leibliche Gegenwart Christi im heiligen Abeudmahle gänzlich zu verwer-fen. Da er für die Glaubenswahrheiten und Mysterien immer mehr die Möglichkeit des.ErklärenS für den rechten Prüfstein ansah, so mußte sich ihm die Meinung, daß Brot undWein nur Zeichen des Leibes und Blutes Christi seien, am meisten empfehlen. In dem hitzi-gen Streit, in den er darüber mit Luther und andern Reformatoren verwickelt wurde, befe-stigte er sich in seiner Meinung immer mehr. Seine Abcndmahlslehre, die sich Vielen em-pfahl und scharfsinnig vertheidigt wurde, erhob noch weit mehr, als es im protestantischenLehrbcgriffe der Fall war, das Erkennen über den Glauben-, und machte in der reformirtenKirche diese Richtung recht eigentlich vorherrschend. Auf gleiche Weise, wie über das Abend-mahl, wurde nun überhaupt aus diesem Standpunkt über die Glaubenswahrheiten entschie-den, und die Überzeugung von denselben vornehmlich an das Erkennen gebunden. Der ganzeGottesdienst, zumeist nur auf die religiöse Erkenntniß, viel weniger auf die Belebung desreligiösen Gefühls gerichtet, wurde auf eine Weise vereinfacht, die der stillen Betrachtung'am meisten Raum zu geben schien, ohne die kiefern Ansprüche des Gemüths zu berücksichtigen.
Zwingli sprach seine Abendmahlslehre, nachdem er sie bereits in einem wider seinenWillen bekannt gewordenen Briefe vom I ll. Nov. 152-1 mitgetheilt hatte, öffentlich zuerst indem ,,<ä(»i»nentaii„s sie v-ra et siilsa relii-ione" 152li ans, worin er auch schon seine Über-zeugung von andern Lehren aus ähnlichen Grundsätzen entwickelte, und darauf in mehre»Streitschriften, die er mit Luther u. A. wechselte. Oft sah er sich veranlaßt, sie weiter zu be-gründen und zu befestigen und mit seinem nie rastenden Wciterforschen, mit dem ihmeigenen Scharfsinn und einer eindringcnden Veredtsamkeit gelang es ihm, seine Ansicht zueinem dogmatischen Ansehen in seiner Gemeinde zu erheben. Dasselbe Dogma fand aberauch außerhalb der Schweiz so vielen Beifall, daß es in mehren Ländern, die von dem Papst-thume sich abwendeten, das herrschende wurde. Doch war es zunächst nur die Übereinstim-mung in der Abendmahlslebre und überhaupt in der den evangelischen Schweizcrgemeindeneigenthümlichen Richtung auf eine Verstandesreligion, was die sogenannten reformirten Ge-meinden anderer Länder tintereinander und mit den Schweizern zu einer Gemeinschaft ver-band, die man die rcformirte Kirche genannt hat. Denn eine wahrhafte Übereinstimmungin der Lehre und in den kirchlichen Verhältnissen, eine innigere Verbindung in einem Geistedes Glaubens, auch durch gemeinsame, von Allen anerkannte Bekenntnißschriflen vermittelt,wurde in diesen Gemeinden nie so bewirkt wie in der röm. und der protestantischen Kirche.Früh schon spalteten sich die evangelischen Gemeinden, die sich zu Zwingli's Lehre neigten,aus mannichfache Weise, und eine vollkommene Einigung ist nie bewirkt worden. Zwinglilebte zu kurze Zeit und hatte selbst bei seinem Leben unter den Seinen nie das entschei-dende und vollgültige Ansehen, welches Luther bei den deutschen Evangelischen besaß unddurch das er eine größere Einigkeit unter diesen erhielt. Zwar trat bald in der reformirtenKirche der Schweiz ein Mann auf, der ein sehr folgenreiches Ansehen behauptete, und selbstfür die Meinungen, in denen er von Zwingli abwich, viele schweizer und franz. Evangelischegewann; doch auch er vermochte nicht, die reformirten Gemeinden zur vollkommenen Einheitzu führen, theils weil er erst, nachdem sich schon Vieles gestaltet hatte, als Reformatorauftrat, theils weil er durch seine Abweichung von Zwingli's Meinungen selbst neuen Zwie-spalt begründete. Dieser Mann war Joh. Calvin (s. d.), der, aus Frankreich geflüchtet, inGenf einen Zufluchtsort fand, wo er schnell den größten Einfluß gewann und von wo aus erauch andere Zwingli'sche Gemeinden umbildete. Selbst die Abendmahlslehre bestimmte er