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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
Entstehung
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Rcformirte Kirche

der heiligen Schrift eine höhere Erleuchtung gewonnen und in Einsiedcln gegen mehre Mis-brauche in derKirchc geeifert; empfänglichere Gemüthcr fand er fürscincAnsichtcu in Zürich,wo bereits mehre Geistliche das Volk auf eine mehr biblische Lehre hingcsiihrt hatten. Erhatte Freude an Luther's Wirken und empfahl dessen Werke, las sie aber nicht, um selbstän-diger zu bleiben und nicht durch eines Menschen Ansehen seine Überzeugung bestimmen zulassen. Als nun 1519 der Franciscancrmönch Beruh. Samson, niit gleicher Unverschämt-heit wicTezcl, den Ablaß in der Schwei; predigte und gen Zürich kam, wohin gerade damalsZwingli gezogen war, eiferte dieser so nachdrücklich gegen den Unfug, daß Samson von demNathe in Zürich gar nicht in die Stadt gelassen wurde. Selbst der Bischof von Konstanz unddessen Vicar genehmigten seine Predigt gegen den Ablaßkram; traten ihm aber heftig entge-gen, als er in den nothwcndigen Reformen weiter ging. Vergebens bemühte sich ein päpst-licher Nuntius, diese zu unterdrücken, und vergebens sprachen warnend und drohend auch dieEidgenossen dagegen. Furchtlos, fest entschlossen, auf seine gute Sache gestützt und fort-dauernd durch den züncher Rath geschützt, verfolgte Zwingli den eingeschlagenen Weg; erpredigte die evangelische Lehre und rascher als Luther stellte er die Misbräuche im Gottes-dienste ab. Schon hatte er eigenmächtig Vieles geändert, als er 1523 einen entscheidendenSchritt that, indem er 67 deutsche Lehrsätze, in denen er seine Lehre aussprach, dem Nathe in.Zürich übergab, welche von letzterm mit einer Einladung zu einer Disputation bekannt ge-macht wurden, in der Zwingli, am 29. Jan., seine Sätze vertheidigen werde. Nur wenige Eidge-nossen sendeten Abgeordnete zu diesem Rcligionsgespräch, doch war die Versammlung ziemlichzahlreich. Zwingli gewann den Sieg; der Rath und viele der zahlreich anwesenden Bürger wur-den für seine Lehre gewonnen und einer durchgreifendern Reformation geneigter. Mit ungestü-mer Hast vernichtete man das Alte, ohne Auswahl Dessen, was vielleicht nur durch Misbrauchentstellt war. Altäre, Taufsteine und Bilder wurden aus den Kirchen verdrängt und selbst die.Musikaus denselben verwiesen. WidersolcheNeuerungen erklärtensich dieEidgenossenaufdemBundestage zu Luzern am 26. Jan. > 523,droheten Zürich von dem Bundesrath auszuschließenund ließen durch Abgeordnete die Rückkehr zur alten Ordnung dringend empfehlen. Dochvertheidigte Zürich standhaft und kühn die Neuerungen in der Lehre und in den Gebräuchen,und bald erklärte sich auch vor allen übrigen Eidgenossen, muthig und fest entschlossen, daskleine Mühlhausen für die evangelische Lehre. Gleichzeitig hatte Wolfgang Fabricius Capito(Köpflin) in Basel die Reformation eingelcitet. Als er von dort nach Mainz berufen wordenwar, setzte hier seit > 523 der mit Luther's Lehre vertraute Ökolampadius das Ncformations-werk fort, wobei ihn eine Zeit lang der aus Frankreich geflüchtete Wilh. Farel (s. d.) unter-stützte. Auch hieltCapito 1523, vomNathe zuBasel veranlaßt, eine öffentliche Disputationzur Vertheidigung der evangelischen Lehre. In demselben Jahre waren in Schaffhausendie ersten Neformationsversuche gemacht worden; auch Bern wurde seit l 525 denselben ge-neigter, und selbst die eifrigen katholischen Cantone fingen an, das Bedürfniß zu empfinden.Endlich kam es nach langen Verhandlungen l 526 zu Baden in Aargau zu einem Neligions-gespräch. Ökolampadius und Thom. Murner (s. d.) standen, hier einer großen Zahl derstrengen Papisten gegenüber, unter denen Joh. Eck hervorragte. Zwingli war nicht erschie-nen, und die papistische Mehrzahl faßte gegen ihn ein Verdammungsurtheil, das abersein Wirken nicht hemmen konnte. So gering auch der Erfolg dieses Ncligionsgesprächeswar, so entschloß sich doch Bern, zu endlicher Ausgleichung der kirchlichen Streitigkeiten1525 ein ähnliches zu veranstalten. Mehre Eidgenossen ließen sich zur Thcilnahme bewegen.Die Versammlung war abermals sehr zahlreich; ;u Zwingli, Ökolampadius, Konr. Pellica-nus (Kürschner), Berchthold Haller (dem Reformator Berns), Ambrosius Älarer undBurgauer, den Reformatoren in Konstanz und St.-Gallen, hatten sich auch deutsche Refor-matoren gesellt. Auf der andern Seite standen mehre nicht zu verachtende Gegner. Aberauch hier wurde nichts ausgeglichen und nur Das gewonnen, daß man in Bern sich kräftigerfür die Reformation entschied. Diese verbreitete sich jetzt immer weiter in den Cantonen, sosehr auch Schwyz, Uri, Unterwalden, Zug und Luzern widerstrebten. Schon war ein großerTheil der Eidgenossen der evangelischen Lehre zugethan, als diese katholischen Cantone, diezur Vertheidigung der alten Lehre ein Bündniß mit dem Könige Ferdinand, des KaisersKarl V. Bruder, eingegangen, sich zum offenen Kampfe rüsteten. Der Stoff der Zwietracht