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11 (1846) Patrick bis Réfugiés
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650
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650 Racine (Louis) Raczyüski

frommen Catherine Romanet aus Amiens, vorzugsweise dem religiösen Leben zu. Der Kö-nig war R. sehr gewogen, ernannte ihn zum Edelmann und Schatzmeister der Generalitätvon Moulins, mit einer Wohnung im Schlosse. Der wahre Grund, warum R. das Theaterverließ, war nicht Ekel über die Jnkriguen, die gegen ihn spielten, sondern ein innerer; dieErinnerungen seines frommen Jugendlebens drängten sich mit Gewalt hervor; es war seinvom blasen Ruhme unbefriedigtes, der göttlichen Liebe bedürftiges Herz, was ihn der Kirche >in die Arme warf. So lebte er glücklich im Schoose seiner Familie, von deren innerm Zu- >stände seine Briefe, welche er an seinen ältesten Sohn Jean Bapkiste nach Holland schrieb,ein rührendes Bild geben, und genoß die Gunst des Königs, der ihn auch nebst Boileau zuseinem Historiographen ernannte, bis eine Schrift über das Elend des Volks den nur anWeihrauch gewöhnten König zu dem harten Worte veranlaßte:Glaubt R., weil er Dichterist, auch darum Staatsmann zu sein?" R. starb kurze Zeit darauf, am 22. Apr. 1699,man kann wol sagen am gebrochenen Herzen, weil er des Königs Gnade verloren. Von sei- ,

nen übrigen Schriften sind noch seine Epigramme, Briefe, die elastische Lobrede auf Corneille, ^

feineüistoire lln kort-Loxal" und seinel^ettres s I'suteiir lies beresiss iinsginuires" ,(Par- 1666) zu erwähnen, in der er die Stellung und Bedeutung des Theaters gegen den !asketischen Eiferer Desmarets de Saint-Sorlin in Schuh nahm. Von den Papieren, welcheer als Historiograph gesammelt hat, ist wenig auf uns gekommen, indem der größte Theil beieinem Brande zu Saint-Cloud im 1. 1726 verloren ging. Die Ausgaben seiner Werke sindnicht zu zählen; als die vorzüglichsten nennen wir die mit Commentar von Lune-au de Bois-germain, eigentlich Blin de Sainmore (. Bde., Par. 1768), die von Didot (3 Bde., Par.18615, Fol., mit Kpfrn.), von Petitot (-1 Bde., Par. 1867), vvnLaharpe (7 Bde., Par.1867), von Aime Martin (7 Bde., Par. > 82621) und von Tissot (5 Bde., Par. 1826 ).

Racine (Louis), der zweite Sohn des Vorigen und ebenfalls Dichter, wurde am6. Nov. 1692 zu Paris geboren und erhielt nach dem Tode seines Vaters durch Rolli» seinewissenschaftliche Ausbildung. Dem von Boileau ihm gegebenen Rache, sich nicht mit Poesie '

zu beschäftigen, folgte er glücklicher Weise nicht; den» wenn auch seine Werke ihm nur eine i

ehrenvolle Stelle unter den Dichtern zweiten Ranges sichern, so haben sie doch besonders wc- !gen ihrer stilistischen Ausbildung Vorzüge genug, um den Namen deßVerfassers zu erhalten.

Von Jugend auf religiös gesinnt, hatte N. anfänglich die Absicht, sich dem geistlichen Standezu widmen; auch verlebte er längere Zeit bei den Vätern des Oratoriums zu Paris. Nach-dem er 17 l 9 Mitglied der Akademie der Inschriften geworden, gab er 1726 sein berühmtesdidaktisches GedichtDe In ^rüce" heraus, dem 17 42 das gelungenekoeme llelureligion"folgte. Seiner Pietät gegen seinen Vater haben wir dieVie lle ckean R." (2 Bde-, Par.1748) und dieRemsrgoes sur I«s trsAllllies lle äean R." (3 Bde.) zu danken; letzteresind, obgleich in literarisch-historischer Hinsicht schätzbar, doch kritisch unbedeutend, was sichauch von den meisten seinerOlles", seinenRMexinns sur In pnssie" und seiner Überse-tzung des Milton sagen läßt. Der Kanzler D'Aguesseau brachte N. von seinem Entschlüsseab, Geistlicher zu werden, und der Cardinal Fleury gab ihm eine Stelle im Finanzwesen.

So lebte er glücklich und geehrt, erst zu Marseille, dann ,zu Lyon und zu Soissons, bis seineinziger, hosftmngsvoller Sohn 17.75 zu Cadix in der Überschwemmung seinen Tod fand.

Er selbst starb, in einer sittenlosen Zeit ein Muster religiöser und bürgerlicher Tugenden, am29. Jan. 1763. Zu seiner Pietät gegen seinen Vater gesellte sich eine liebenswürdige Be-scheidenheit, die sich unter Andern: in dem derPhädra" entnommenen Verse ,M moi, 61s

iZnor^ ll'un si ßlarieux pere." aussprach, dessen er sich als Motto auf seinem Bilde

bediente. Seine sämmtlichen Werke sind oft gedruckt, z. B. zu Amsterdam 1756; die voll-ständigste Ausgabe ist die pariser vom I. 1868 (6 Bde.).

Raclawice, ein Dorf in dem Kreise Miechvw des Königreichs Polen, nördlich vonKrakau, in dessen langen Thalwege Kosciuszko nach dem Aufstande in Krakau am -1. Apr.1794 von dem russ. General Tormassow angegriffen wurde, aber unter Beihülfe der mitSensen bewaffneten Bauern einen Sieg errang, der wie ein elektrischer Schlag durch ganzPolen wirkte.

Raczyüski, eine großpoln. Familie, aus welcher mehre Mitglieder zu hohen Staats-und Kirchenämtern in Polen gelangten. Kazimierz R., Krongroßmarschall und